Erstmals Biomeile auf dem Brokser Markt

Warum Käse Löcher hat und Tomate nicht Tomate ist

Der Biomarkt wird ein Highlight – da sind sich (von links) Angela Wilhelms („stadtland+“), Maren Kehlbeck („Biostadt Bremen“), Sarah Verheyen (Marketing Brokser Markt), Ralf Rohlfing (Marktmeister), Claudia Elfers („Biostadt Bremen“), Bernd Bormann (Gemeindedirektor) und Hermann Meyer-Toms („Kiebitz“-Verein) einig. - Foto: Mareike Hahn

Br.-Vilsen - Von Mareike Hahn. Bio ist im Trend, der Brokser Heiratsmarkt ein Dauerbrenner. Eine perfekte Kombination, ist Marktmeister Ralf Rohlfing sicher. Er freut sich, in diesem Jahr erstmals eine Biomeile auf dem Volksfest in Bruchhausen-Vilsen präsentieren zu können. In Zusammenarbeit mit dem Schwarmer Verein „Kiebitz“, der Firma „stadtland+“ aus Bremen und dem Projekt „Biostadt Bremen“ hat der Flecken ein vielseitiges Programm erarbeitet. „Der Biomarkt verbindet Lernen, Erlebnis, Ruhe und Genuss“, sagt Angela Wilhelms von „stadtland+“.

„Ich bin begeistert, dass wir was ganz Neues haben“, sagt Gemeindedirektor Bernd Bormann in einem Pressegespräch mit den Beteiligten. Allgemeines Kopfnicken. An den ersten drei Tagen des Brokser Markts, also vom 24. bis zum 26. August, finden die Besucher Erzeuger, Vereine und mehr auf dem Pferdemarkt-Gelände.

Einer der Akteure ist Hermann Meyer-Toms, der in Schwarme einen Biohof betreibt und dem „Kiebitz“-Verein, einem Zusammenschluss aus acht regionalen und Biobetrieben, vorsitzt. Zum Pressegespräch hat er selbst angebaute Tomaten mitgebracht, kleinere und größere, tief- und hellrote, runde und ovale. Dass sie unterschiedlich schmecken, überrascht nicht. Auf der Biomeile bietet Meyer-Toms eine Tomatenschau mit Verkostung.

Warum Tomate nicht gleich Tomate ist und wofür sich welche Sorte am besten eignet, erklärt auch Fernseh-Köchin Barbara Stadler aus Hollen den Gästen. Sie gestaltet am Samstag und Sonntag jeweils um 15 Uhr eine Kochshow. Dabei geht es nicht nur um Tomaten, sondern auch um Hülsenfrüchte. Jeder kann mitmachen, jeder kann naschen.

„Wir wollen sinnliche Erfahrungen, das, was Bio ausmacht, rüberbringen“, sagt Angela Wilhelms. „Und Frau Stadler wird zeigen, dass man auch in kurzer Zeit frisch und lecker kochen kann.“

Ein weiterer Höhepunkt des Biomarkts ist am Samstag und Sonntag, jeweils um 18 Uhr, die Käseschule mit Michael Nußbaum. Der Bremer Unternehmer war drei Jahrzehnte im Käsegeschäft tätig und zeigt Interessierten, wie sie aus Lab und Milch selbst Frischkäse herstellen können. „Er weiß genau, warum wo welches Loch ist und warum welcher Käse wie schmeckt“, versichert Wilhelms.

Die Ausstellerliste umfasst bisher 23 Anbieter aus der Region – von Biohöfen über Imker bis zur Märchenbühne. Sie stellen ihre Angebote vor und bringen Kostproben mit.

Nicht zu vergessen das Familienprogramm am Samstag und Sonntag, jeweils von 14 bis 18 Uhr. Im „Q-Mobil – die rollende Rinderrevue“ bekommen Kinder und Erwachsene Einblicke ins Leben der Rinder. Wer möchte, kann das Q-Diplom erwerben – dazu gehören ein Milchtest, ein Melkparcours und das Herstellen von Butter. Auch der Weg vom Grasbüschel bis zur Milchmahlzeit ist Thema.

Musik, Bastelstation und echte Schafe

Musik und ein Kinderschminken, eine Filzwerkstatt, eine Bastelstation für Tiermasken sowie echte Schafe zum Schauen und Streicheln runden das Familienprogramm ab.

„Ich denke, dass wir durch die Biomeile noch mehr Besucher zum Brokser Markt locken“, sagt Marktmeister Rohlfing. Er hat im vergangenen Jahr den Biomarkt auf dem Thänhuser Markt in Thedinghausen gesehen und für „sehr schön“ befunden. Der würde auch gut nach Broksen passen, dachte er sich. Gespräche mit den Beteiligten folgten und fruchteten.

„Für uns ist das ein Versuch, wir wollen gucken, wie das Konzept funktioniert und es weiterentwickeln“, sagt Reinhard Bumann von „stadtland+“. „Die Biomeile soll wachsen und gedeihen und hoffentlich künftig jedes Jahr Bestandteil des Brokser Markts sein.“

Dass Bio eine immer größere Rolle für immer mehr Menschen spielt, freut Claudia Elfers, Leiterin des „Biostadt Bremen“-Projekts: „Die Nachfrage steigt, die Leute werden kritischer und wollen wissen, woher ihr Essen kommt. Wir möchten ihnen Kenntnisse über den ökologischen Landbau vermitteln.“ Elfers ist es wichtig, Produkte aus der Region bekannter zu machen und mit dem Umland zusammenzuarbeiten: „So wachsen Stadt und Land zusammen.“

Zwölf Biomärkte in verschiedenen Orten der ganzen Region sind im Rahmen des Projekts „Biostadt“ bereits entstanden, der auf dem Brokser Heiratsmarkt ist der 13. „Das Krönchen auf dem Ganzen“, formuliert es Elfers. Das Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft fördert das Lern- und Erlebnisprogramm auf den Biomeilen mit 50 Prozent der Kosten.

Wer auch noch auf dem Biomarkt in Broksen ausstellen möchte, der erreicht Angela Wilhelms unter der Telefonnummer 0162/1771936.

Das Programm:

Freitag, 24. August:

18 Uhr: Eröffnung im Aktionszelt mit Chansons und Wein

Samstag und Sonntag, 25. und 26. August:

14 Uhr: Begrüßung durch Gemeindedirektor Bernd Bormann und Marktmeister Ralf Rohlfing am Aktionszelt

14 Uhr: Brokser-Biomarkt- Stammtisch mit regionalen Biobetrieben und Claudia Elfers vom Projekt „Biostadt Bremen“

14 Uhr: Workshop „Bio-Gemüsesuppe und -pfanne“ mit einer internationalen Frauengruppe

14 Uhr: Cocktail-Creation-Camp

15 Uhr: Bio-Kochshow mit Barbara Stadler

18 Uhr: Käseschule mit Michael Nußbaum

18 Uhr: Biowein und Gesang („Folk un Platt“) mit Werner Winkel aus Ottersberg

Moderation am Samstag: Otmar Willi Weber („Nordwestradio“)

Moderation am Sonntag:

Carola Schede („Nordwestradio“)

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