Rat in Süstedt

Lob an Reinhard Thöle: „Du warst ein toller Bürgermeister“

Süstedt - Von Karin Neukirchen-Stratmann. Oft fallen die interessantesten Aussagen in Ratssitzungen am Ende. So auch bei der allerletzten Sitzung des Süstedter Gemeinderats, zu der am Montagabend neben den Politikern einige Einwohner kamen. Aus deren Reihen, genau genommen von Werner Grafe, kam das größte Lob an diesem Abend im Gasthaus Puvogel in Ochtmannien. Es richtete sich an Reinhard Thöle (SPD).

„Als Bürgermeister hast du die Sitzungen immer souverän und sachlich geführt“, sagte Grafe. „Du warst ein toller Bürgermeister.“ Für diese Aussage gab es Applaus von allen Anwesenden. Thöle selbst war sichtlich gerührt. Er gibt sein Amt zwar ab, setzt sich aber weiterhin für die Süstedter Belange ein – künftig als Mitglied des Rats des neuen Fleckens Bruchhausen-Vilsen.

Zu Beginn der Sitzung stimmten die Kommunalpolitiker einhellig für die Übertragung der Aufgaben des Breitbandausbaus an die Samtgemeinde und folgten damit dem Votum der Gemeinde Schwarme und des Fleckens. Gemeindedirektor Bernd Bormann hatte, wie in den anderen Sitzungen, erklärt, dass der Landkreis Diepholz um diese Übertragung gebeten habe, unter anderem aus Gründen der Rechtssicherheit.

Der Kreis will den Breitbandausbau vorantreiben. „Außer den Ortskernen der Mitgliedsgemeinden sind praktisch alle Flächen in der Samtgemeinde weiße Flecken. Das soll sich ändern“, sagte Bormann. Ehler Meierhans und Nils Ehlers (beide Wählergruppe Süstedt-Uenzen-Ochtmannien) wiesen darauf hin, dass einige Häuser so fernab jeglicher Leitungen liegen, dass übers Telefonkabel kein DSL-Anschluss möglich sei. „Der Landkreis geht davon aus, dass 95 Prozent in den Genuss des Breitbandausbaus kommen. Es werden immer einige wenige Stellen übrig bleiben, wo Haushalte nicht angeschlossen werden können“, erklärte daraufhin Bernd Bormann.

Einstimmig fiel auch die Entscheidung des Rats, einem Zuschussantrag der Jagdgenossenschaften Ochtmannien, Uenzen und Süstedt zuzustimmen, die einen Anbaugrader anschaffen möchten. „Die Jagdgenossen verwenden einen Teil ihres Jagdgelds für die Pflege der Wege. Das Gerät kann dabei helfen“, sagte Bürgermeister Thöle. Ein erster Kostenvoranschlag komme auf 30.000 bis 32.000 Euro. Der Rat entschied, einen Zuschuss von 50 Prozent, jedoch maximal 16.000 Euro zu gewähren.

Gemeindedirektor Bormann sprach die Auswertung zweier Geschwindigkeitsmessungen auf der Straße Wiethoop an. Die Autos seien dort durchschnittlich mit 45 und 46,9 Stundenkilometern unterwegs gewesen. „Die höchsten Werte lagen über 100 km/h, und das in einer 30er-Zone“, sagte Bormann.

Projekt Obermühle gescheitert

Thöle berichtete von einem Treffen mit den Bürgern, die die Obermühle Süstedt umbauen wollen: „Nach einem langen und intensiven Gespräch sind die Initiatoren zu dem Schluss gekommen, das Projekt nicht weiter zu verfolgen.“ Wie berichtet, wollte eine Gruppe um Jörg Peter Lammers und Eberhard Schumann das 1738 errichtete Gebäude wieder instand setzen. Sie hatte aber Probleme, genug Mitstreiter für die Gründung eines Vereins zu finden.

Die Einwohner meldeten sich am Ende zu Wort. Allen voran Alt-Bürgermeister Burchard Hillmann-Köster. Er wollte wissen, ob es stimmt, dass Süstedt noch „viel Geld im Sparstrumpf gefunden hat“. Gemeindedirektor Bormann bestätigte das. Die Gemeinde verfüge über rund 370.000 Euro liquide Mittel. Diese könnten jedoch nicht zum Ausgleich des maroden Ergebnishaushalts genutzt werden. „Also ist alles ein Problem der Doppik?“, fragte Hillmann-Köster. „Ja, genau“, antwortete Bormann. „Das kann doch nicht richtig sein“, wunderte sich Einwohner Werner Grafe.

Insgesamt verfügen die Mitgliedsgemeinden der Samtgemeinde über ein Vermögen von rund 3,5 bis 4 Millionen Euro, erklärte Bormann und fuhr fort: „Die Samtgemeinde selber hat aber Schulden in Höhe von acht Millionen Euro. Ich will hier kein Plädoyer für die Einheitsgemeinde halten, aber diese finanzielle Problematik ist in Samtgemeinden besonders groß, denn die Mitgliedsgemeinden werden über die Samtgemeinde- und Kreisumlage gleich mehrfach belastet. Einheitsgemeinden haben unterm Strich von ihren Steuereinnahmen deutlich mehr.“ „Das heißt ja im Umkehrschluss, dass man die Einheitsgemeinde voranbringen sollte“, merkte Hillmann-Köster an.

Rubriklistenbild: © arp

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