Ein wahres Klanggewitter

Duo „Boogilicious“ begeistert Publikum in Süstedt mit Fremd- und Eigenkompositionen

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David Herzel (links) und Eeco Rijken Rapp (rechts) freuen sich über die gute Stimmung bei ihrem Auftritt.

Neun Veranstaltungen hat der „Süster Kring“ in seinem diesjährigen Konzertprogramm in der Nolteschen Scheune vorgesehen, den vielversprechenden Anfang machte dort am Samstagabend das Duo „Boogielicious“.

Süstedt - Von Uwe Campe. Die beiden Musiker David Herzel (Schlagzeug) und Eeco Rijken Rapp (Piano, Gesang) sind bereits seit 13 Jahren gemeinsam auf Tour und haben in der Vergangenheit schon mit namhaften Szene-Größen wie Klaus Doldinger, Abi Wallenstein, Paul Kuhn und besonders dem im Jahr 2017 verstorbenen Hamburger Gottfried Böttger zusammengearbeitet. Böttger, der unter anderem 1973 gemeinsam mit Udo Lindenberg das Panikorchester gegründet hatte, war ein herausragender Interpret und gewissermaßen Grandseigneur des Boogie Woogie, einem im ersten Jahrzehnt des 20. Jahrhunderts in den USA entstanden Solo-Klavierstil. Diesem schon legendären Pianisten, der früher selbst in der Scheune zu Gast war und, wie der dort erstmals auftretende Herzel verriet, von deren Atmosphäre geschwärmt hatte, war der Abend dann auch gewidmet.

Den Auftakt des abwechslungsreichen, von klassischem Boogie Woogie über Swing und Jive bis hin zu erdigem Blues und fetzigem Rock ‘n’ Roll reichenden und auf zwei Sets verteilten Programms machte der „Bugle Boogie“ des amerikanischen Komponisten und Pianisten Albert Ammons (1907 bis 1949). Mit ihm sprang der Funke sofort auf die etwa 75 Besucher über, wie der bei diesem Stück und auch später wiederholt einsetzende Zwischenapplaus deutlich machte. Auch die folgenden Interpretationen, von denen sich viele auf dem Studio-Album „Boogie Cocktail“ des Duos befinden, hielten ein ums andere Mal musikalische Leckerbissen bereit, deren hoher Unterhaltungswert noch durch die Einbindung des Publikums gesteigert wurde. So übernahmen beispielsweise die Besucher nach kurzer Einübung den lang gezogenen Signalton einer Dampflokomotive im „Honky Tonk Train Blues“.

Die beiden hervorragend aufeinander eingespielten Musiker heizten auch im weiteren Konzertverlauf mit Fremd- oder Eigenkompositionen wie „New Early In The Morning“, „Groovy“ oder „Boogie Woogie Stomp“ den Gästen gehörig ein, von denen sich zwei auch zu sehr gelungenen Tanzeinlagen inspirieren ließen. Einer der vielen Höhepunkte war sicherlich ein sogenanntes „Mouth Percussion“ von Herzel in „Jamento“, bei dem die eigene Wange als Instrument herhalten musste.

Das etwa zweistündige Konzert, das Musikern und Besuchern gleichermaßen in den Bann zog, endete mit einem Ausflug in den Rock n’ Roll. In dem Stück „Shake, Rattle and Roll“ reizten Herzel und Rapp die Möglichkeiten ihrer Instrumente in einem wahren Klanggewitter noch einmal bis auf Äußerste aus, wofür sie donnernden Beifall ernteten. Ihre Freude über die prächtige Stimmung in der Scheune brachten die beiden Akteure mit zwei Zugaben, das Publikum hingegen mit einem stehenden Schlussapplaus zum Ausdruck.

David Herzel verriet hinterher, dass er die Nähe des Publikums und die Interaktionen mit diesem besonders genossen und zudem die einzigartige Süstedter Atmosphäre, die seinerzeit schon Böttger hervorgehoben habe, voll und ganz bestätigen könne.

Der sich unter den Zuhörern befindende Dietrich Wimmer, Kirchenmusiker aus Bruchhausen-Vilsen, zeigte sich im Anschluss an den Auftritt begeistert über dieses eindrucksvolle Konzerterlebnis. Der herausragenden Leistung von Herzel und Rapp zollte er lakonisch mit den Worten „Mir wären die Arme abgefallen“ Respekt und Anerkennung.

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