In Schwarme und Bruchhausen-Vilsen

Neue Kita-Träger: Wahl fällt auf DRK und Lebenshilfe

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Freuen sich, zusammen zwei neue Kindertagesstätten in der Samtgemeinde zu schaffen: Cattrin Siemers (l.) und Bernd Bormann (r.) von der Verwaltung mit (v. l.) Volker Hinte und Sandra Sonnemann von der Lebenshilfe sowie Ulrike Hirth-Schiller und Tanja Schünemann-Iloge vom DRK.

Br.-Vilsen/Schwarme - Von Mareike Hahn. Das Deutsche Rote Kreuz (DRK) wird ab Sommer 2020 eine Kindertagesstätte in Bruchhausen-Vilsen betreiben, die Lebenshilfe eine in Schwarme. Mit diesen beiden freien Trägern hat sich die Samtgemeinde auf eine Zusammenarbeit geeinigt.

Das teilen Samtgemeindebürgermeister Bernd Bormann und Cattrin Siemers, Ressortleiterin Bildung, mit. Sie freuen sich, Familien künftig mehr Vielfalt bieten zu können. Die Samtgemeinde hat Probleme, alle Krippen- und Kindergartenkinder unterzubringen. Deshalb werden zusätzlich zu den bestehenden weitere Kitas benötigt.

In Bruchhausen-Vilsen wird der DRK-Kreisverband Diepholz seine Kindertagesstätte in den jetzigen Räumlichkeiten des Kindergartens Löwenzahn einrichten. Der wiederum zieht in ein Gebäude, das die Samtgemeinde neu bauen will, sagt Bormann. Eine Nachricht, die überrascht – immerhin steuert die Samtgemeinde auf die von der Politik festgelegte 14-Millionen-Euro-Schuldenobergrenze zu. Ein Grund, weshalb überhaupt die Idee entstand, einen freien Träger für den Bau und Betrieb einer Kita zu suchen.

Kostengünstige Finanzierung möglich

Nun möchte die Samtgemeinde in Bruchhausen-Vilsen also doch selbst bauen. Wo, das verrät Bormann noch nicht: „Die Verhandlungen laufen.“ Angaben zur Finanzierung macht er ebenfalls nicht. Nur so viel: „Für uns hat sich die Möglichkeit ergeben, das relativ kostengünstig zu realisieren.“ Nach Informationen dieser Zeitung hat die Samtgemeinde eine Großspende zu diesem Zweck bekommen.

In Schwarme dagegen wird die Kommune nach Bormanns Angaben nicht als Bauherr fungieren, sondern aller Voraussicht nach entweder die Lebenshilfe selbst oder die Specht-Gruppe aus Bremen. Dort soll der Neubau an der Verlängerung des Tulpenwegs entstehen – neben einem Grundstück, das die Specht-Gruppe gekauft hat, um dort seniorengerechte Wohnungen zu schaffen.

Lebenshilfe und DRK lagen im Bewerbungsverfahren etwa gleichauf an der Spitze, sagt Siemers. Insgesamt habe die Samtgemeinde fünf Angebote bekommen. „Ursprünglich wollten wir erst mal nur einen Partner suchen“, sagt Bormann. „Aber aufgrund der Entwicklung sind wir zu der Überzeugung gelangt, dass es richtig ist, gleich zwei Standorte zu bedienen.“ Mit „Entwicklung“ meint er die geplante Beitragsfreiheit für den Kindergartenbesuch, die vermutlich mit einer steigenden Anzahl zu betreuender Kinder einhergehen wird.

Bewerber lagen eng beieinander

„Alle Bewerber lagen eng beieinander“, erklärt Siemers. Am Ende sagte die Samtgemeinde dem evangelisch-lutherischen Kindertagesstättenverband, dem Arbeiter-Samariter-Bund und der Lukas-Schule Bassum ab. Denkbar sei aber, später mit ihnen eine Kooperation einzugehen, wenn noch mehr neue Kitas gebraucht würden.

Vier Kriterien hatte die Verwaltung erarbeitet, um die Angebote vergleichen zu können: Preis, Qualität des pädagogischen Konzepts, Motivation sowie Attraktivität der Zusammenarbeit für die Samtgemeinde. Siemers ist froh, mit der Lebenshilfe künftig einen Schwerpunkt auf Integration und Inklusion legen zu können. Und auch das „generationsübergreifende Konzept“ des DRK gefällt ihr sehr gut.

DRK will Generationen zusammenbringen

Das Rote Kreuz ist in Bruchhausen-Vilsen bereits mit einer Alten- und Pflegeeinrichtung, betreutem Wohnen und einer Tagespflege vertreten. Der Kindergarten soll eine „sinnvolle Ergänzung sein und unserem Anspruch Rechnung tragen, Hilfe für Menschen zu bieten, egal in welchem Alter, egal mit welchem Hintergrund und egal mit welchem Handicap“, erklärt Ulrike Hirth-Schiller, Geschäftsführerin des Kreisverbands. Die Kindergartenkinder könnten mit den Senioren zusammen Theater spielen, möglich seien beispielsweise auch gemeinsame Vorlesekreise und Ausflüge. „In Kontakt zu kommen, ist eine Bereicherung für beide Seiten“, sagt Tanja Schünemann-Iloge, Fachbereichsleiterin Kitas beim DRK-Kreisverband.

Die Syker Lebenshilfe ist glücklich, ihre erste große Einrichtung in der Samtgemeinde Bruchhausen-Vilsen zu realisieren, sagt Geschäftsführer Volker Hinte. Der Schwerpunkt soll auf den individuellen Bedarfen und Bedürfnissen der Kinder liegen: „Wir sind offen für alle. Für Kinder mit und ohne Behinderung, mit und ohne Migrationshintergrund“, betont Sandra Sonnemann, Bereichsleiterin Kinder und Jugend bei der Lebenshilfe.

Zeiten bedarfsgerecht gestalten

Die Zeiten in den beiden neuen Kitas sollen bedarfsgerecht gestaltet werden. Während das DRK voraussichtlich mit drei Kindergartengruppen starten wird, dürften es in Schwarme gleich vier (eine Krippen- und drei Kindergartengruppen) sein. Die Eltern bewerben sich auch in Zukunft bei der Samtgemeinde um einen Krippen- oder Kindergartenplatz. Sie können einen Erst- und einen Zweitwunsch angeben. Dabei sind sie nicht an ihren Wohnort gebunden.

DRK und Lebenshilfe ist es ein Anliegen, bald auch in der Samtgemeinde ihre Arbeit für das Gemeinwohl umzusetzen. Dabei geht es ihnen nicht in erster Linie darum, Geld zu verdienen, sagen Hinte und Hirth-Schiller unisono, wenngleich sie „natürlich so arbeiten müssen, dass es auskömmlich ist“. Die Samtgemeinde wird den freien Trägern eine monatliche Pauschale zahlen. Siemers: „Die Details werden wir noch ausarbeiten und in Betreiberverträgen regeln.“

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