Vortrag über Massentierhaltung

„Da hilft auch kein Waschen und Putzen“

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Referent Dr. Thomas Fein

Schwarme - Von Heiner Büntemeyer. „Wir alle wollen das billige Fleisch. Ich zeige Ihnen heute, wie teuer es ist.“ Mit diesem Statement begann Dr. Thomas Fein, Facharzt für Allgemeinmedizin und Mitautor einer Studie über Gesundheitsgefährdung durch Intensivtierhaltung, seinen Vortrag, zu dem ihn die Initiative „Schützt das Schwarmer Bruch“ eingeladen hatte.

Etwa 100 Besucher hatten sich im großen Gewächshaus der Gärtnerei Hintze in Schwarme eingefunden. Dort wurden sie von Dr. Günter Bode, einem der drei Sprecher der Initiative, begrüßt. „Es geht nicht nur um die im Schwarmer Bruch geplanten Ställe“, sagte Bode. Mit diesem Vortrag möchte die Initiative auf die grundsätzliche Problematik der Massenviehhaltung hinweisen.

Vor dem Problem der Entstehung multiresistenter Krankheitskeime habe 1949 schon Alexander Fleming, Entdecker des Penicillins, hingewiesen. Diese Resistenzentwicklung sei tatsächlich eingetreten und im Kampf dagegen sei es „eigentlich schon Fünf nach Zwölf“. Daher fordern die Mediziner, den Antibiotika-Einsatz in Mastställen zu unterlassen.

Die durch absterbende Bakterien entstehenden Endotoxine führen zu Erkrankungen. Sie sind in den Ställen und in den Abluftfahnen der Ställe als Bio-Aerosole enthalten, haben eine Haltbarkeit von bis zu sechs Jahren und verbreiten sich auch durch Gülle.

Auf den Feldern werden die darin enthaltenen Antibiotika von Pflanzen aufgenommen. Die Keime seien bereits in Pflanzen nachgewiesen worden. „Da hilft dann auch kein Waschen und Putzen mehr“, so Fein.

Der Keim habe den Sprung aus den Massentierställen auf den Menschen geschafft, die Therapiemöglichkeiten seien sehr eingeschränkt und kein Chirurg werde einen MRSA-belasteten Patienten in seinen OP lassen. Inzwischen hätten die Bakterien die Fähigkeit entwickelt, ihre Resistenz zu vererben.

Jährlich treten in Deutschland etwa 55000 Erkrankungen durch multiresistente Keime auf, von denen rund 15000 tödlich enden. Vor allem immungeschwächte Menschen seien sehr gefährdet, sagte Fein, der vor dem Verzehr von Fleisch aus Massentierhaltung warnte, da es im Gegensatz zu Fleisch von artgerecht gehaltenen Tieren hoch kontaminiert sei.

Zum Abschluss machte Fein eine einfache Rechnung auf: Gegenwärtig werden in Deutschland pro Person jährlich 88 Kilogramm Fleisch verzehrt. Die Deutsche Gesellschaft für Ernährung empfiehlt jedoch einen Fleischkonsum von etwa 32 Kilo. „Dann wäre in Deutschland auch keine Massentierhaltung mehr erforderlich.“

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