Von wegen Schrott

Vereine aus Bruchhausen-Vilsen sammeln Altmetall, um ein Dorf in der Eifel finanziell zu unterstützen

Drei Personen beladen Altmetallcontainer.
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Bernd Klein (links) hilft beim Entladen und Befüllen der Container und bekommt tatkräftige Unterstützung von Tim Struß (Mitte) und Finn Pahl.

Ochtmannien – Geplant war ein Altmetall-Container. Auf dem Hof von Klaus Troue in Ochtmannien standen am Sonnabend zwei – drei wären noch besser gewesen. Eine kurzfristig organisierte Schrottsammelaktion lief besser als geplant. Sie war eine Hilfsaktion für die Betroffenen des Hochwassers in Nordrhein-Westfalen und Rheinland-Pfalz. Dahinter steckten der Ökologische Heimatverein, die Feuerwehr und der Schützenverein.

„Das hatte sich schnell rumgesprochen“, sagte Klaus Troue über die Aktion. Er hatte die Container bestellt und seinen Hof zur Verfügung gestellt. Geplant war, dass am Sonnabendmorgen die Leute das Metall anliefern. Doch spätestens Mitte vergangener Woche war klar: Ein Container wird nicht reichen. Denn nach zahlreichen Anrufen war dies bereits absehbar. Also standen am Sonnabend zwei Container auf dem Hof. „Es freut mich, dass so viele Leute hier waren und die Aktion unterstützen“, so der Milchbauer.

Rund 50 Personen aus Ochtmannien, Weseloh und Bruchhausen-Vilsen kamen und brachten Eisen, teilweise Kupfer, Aluminium und Edelstahl. Nicht angenommen werden konnten allerdings Elektrogeräte. Wer gerade kein Alteisen hatte, die Spendenaktion aber dennoch unterstützen wollte, kam per Fahrrad und lieferte Bargeld. Andere kamen mit ihrem Autoanhänger mehrfach. „Wir haben bei einer Familie das Alteisen sogar abgeholt, weil sie keine Möglichkeit hatte, es zu bringen“, erzählt Troue. Die Rückmeldung dazu, mit einer kleinen Aktion einfach helfen zu können, war von allen Seiten positiv. Nebeneffekt: Einige nutzten den Anlass, um mal wieder die Garage auszumisten.

Ein knappes Dutzend Frauen und Männer halfen auf dem Hof Troue beim Ausladen und Sortieren mit. Schnell mussten sie feststellen, dass auch zwei Container nicht das aufnehmen können, was die Nachbarn abgeben und spenden wollten. Jetzt liegt noch ein großer Haufen an Alteisen auf dem Hof. „Der wird Montag abgeholt“, sagte Troue. Und dann hoffen alle Beteiligten, dass der Preis für Altmetall bis dahin steigt. Angeliefert wurden alte Weidetore, Grills, Sägeblätter und Wasserleitungen.

Vom Geld soll ein kleines Dorf in der Eifel unterstützt werden. Den Kontakt in die Region kam über Nachbarin Burga Mittler-Scheremann. Sie stammt aus der Eifel, und ihr Cousin Rainer Stolz war Bürgermeister dort. Welches Dorf Hilfe bekommt, steht noch nicht fest. Mittler-Scheremann hatte am Sonnabend schon ein Video und Bilder von der Aktion gemacht. „Die Leute sollen sehen, wer wir sind“, sagte sie.

Die Organisatoren wollen das Geld für ein konkretes Projekt zur Verfügung stellen. Dies kann ein Zuschuss für eine Ausstattung eines Dorfgemeinschaftshauses sein oder Geräte für einen Spielplatz. Die Ochtmannier wollen abwarten, was benötigt wird. Jedenfalls soll der Erlös nicht im großen Spendentopf untergehen.

Daher wird die Auszahlung vermutlich erst Ende 2021 oder Anfang 2022 erfolgen. Denn im Moment haben die Männer und Frauen in der Eifel andere Sorgen. Es ist zu hören, dass einige Dörfer erst Weihnachten wieder Strom haben werden – wenn es „gut“ läuft. Denn zunächst muss die Infrastruktur wieder aufgebaut werden. Die Ochtmannier Vereine sind sicher, dass die betroffenen Regionen auch nach dem ersten großen Aufräumen Bedarf an Hilfen haben werden.

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