Met und Wein fürs Volk

800 Jahre Heiligenberg- ein bunter Klostermarkt zum Jubiläum

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Die Gaukler verzaubern mit bunten Kleidern, außergewöhnlichen Schuhen und akrobatischen Fähigkeiten insbesondere die jüngeren Gäste. Der Klostermarkt lebt vom vollen Einsatz der Aussteller.

Br.-Vilsen - Von Detlef Voges. „Der Meister zieht sich an“, sagt ein „Untergebener“. Der „Meister“ heißt Johannes Faget. Im bürgerlichen Leben Produktionsleiter der mittelalterlichen Fahrensleuteorganisation Fogelvrei, schlüpft er im historischen Leben in die Rolle eines Herolds.

Dann spricht der schlanke Mann mit weißem Spitzbart, gewandet in ein blau-gelb-lila Wams, Deutsch des Martin Luther und entführt die Besucher in eine Zeit gottgefälligen Schaffens und ergötzlichen menschlichen Treibens. Wie am Wochenende auf dem Klostermarkt anlässlich der Feier „800 Jahre Kloster Heiligenberg“.

Faget darf dabei ein Zeitenwanderer bleiben zwischen Zelt und Lastwagen, Schreibfeder und modernem Computer. Dennoch nehmen er und seine Fogelvrei-Familie alle Gäste mit auf eine Zeitreise und verbreiten ein deftiges mittelalterliches Flair, dem sich kaum jemand entziehen kann. Schon gar nicht die Kinder. „Ich mag die Ritter“, sagt Björn, der mit Mama und Papa den Klostermarkt besucht. Papa nickt, Mama lächelt wissend.

Das Spiel der Gaukler und Handwerker verzaubert, auch, weil es nicht beliebig daherkommt, sondern sich auf den konkreten Anlass bezieht – die 800-jährige Geschichte des Klosters Heiligenberg. Da beginnen Kinder unter Mithilfe der Folgelvreien spielerisch und symbolhaft sogar mit dem Wiederaufbau des Klosters.

Allein die Eröffnung des Klostermarkts ist ein wunderbares Spektakel dörflichen Festtreibens. In Feuerstellen lodert die Glut. Es raucht überall, riecht nach Flammkuchen, Bratwurst und süßen Sachen. Frauen mit langen Kleidern wandern stolz umher. Männer mit langen Haaren und Bärten unterhalten sich.

Mitmachspiele sehen bei der 800-Jahr-Feier am ehemaligen Kloster Heiligenberg etwas anders aus, als gewohnt: Das nicht alltägliche Mäuseroulette garantiert Spaß und Spannung.

Der Herold schlägt den Klöppel der Marktglocke und schart zur Markteröffnung ein buntes Völkchen um sich. Darunter den Marktvogt in den Hoyaer Farben, den Ritter Kay Stiegler mit Gemahlin – er in voller Montur mit Kettenhemd, sie in blauem Kleid. „Ich hab 25 Kilo Stahl am Leib“, sagt der Marktvogt. Allein sein Wams wiegt fünf Kilo. An seinem Gürtel hängt ein dickes Schwert. Der Mann kommt filmreif rüber. Er ist bei den Fogelvreien für die Einhaltung der Marktordnung zuständig. Natürlich nur symbolhaft.

Ein Mann in brauner Kutte spricht mit dem Herold und dem Barbier: der Mönch Gerhard. Er wartet auf seine Berufung als Erzbischof in Bremen. „Die lassen mich bloß nicht rein“, klagt er, der das Kloster gestiftet haben soll. Zudem versucht er, den Barbier davon zu überzeugen, dem Weltlichen zu entsagen. Der möchte aber nicht, will fürderhin den Mönchen an seinem Arbeitsplatz plan und blank Tonsuren schneiden und Warzen entfernen.

800 Jahre Kloster Heiligenberg - Fotos vom großen Jubiläum

 © Jantje Ehlers
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„Habt ihr das gute Klosterbier?“, ruft der Mönch in Richtung Taverne, wo die Markt-Oberen sich bei Met erst einmal erfrischen.

Zu den Gästen gehört mit Thomas Handgrätinger auch ein echter Geistlicher aus Rom. Der Generalabt überbringt Grüße, wünscht ein bereicherndes Jubiläum und ein schönes Fest. Als Geschenk hat er mehrere Humpen Wein mitgebracht. Das Volk jubelt.

Das mittelalterliche Treiben steckt an. Ob an der Schmiede, der Filzerei, bei den Amulettemachern und Silberschmieden, das Handwerkliche begeistert. Der Bäckerlümmel bietet herrliche Brote und Blätterteigstangen an. Edith Exo und Karl Odenthal präsentieren Tonflöten und Trommeln. „Das habe ich mir selbst beigebracht“, sagt Odenthal.

Auf dem Spielplatz, den die Fogelvreien ebenfalls mit Ständen bestückt haben, begrüßt der Bogner eine Familie mit zwei kleinen Kindern: „Hallo ihr zwei Mäuse, habt ihr Lust, eine Geschichte zu hören…“ Und schon beginnt sie, die Zeitreise in eine Welt der Ritter und Abenteuer, in der Nähe der Wallanlagen, die noch vom alten Kloster Heiligenberg übrig geblieben sind.

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