Visionen für Stapelshorn

Buddel-Bude und Stellplätze auf dem Lüttsche-Hoff in Bruchhausen-Vilsen

zwei Paare aus zwei Generationen vor einem alten Bauernhaus
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Das Team Lüttsche-Hoff (von links): Maren Helbing, Jan-Berend Wohlers, Niña Helbing und Chris Hejny an der neuen „Buddel-Bude“ vor dem denkmalgeschützten Haus.

Stapelshorn – Um zum Lüttsche-Hoff zu gelangen, geht es auf kleinen Dorfstraßen entlang, ringsherum Felder, Wälder und schließlich taucht das kleine Dorf Stapelshorn mit seinem knappen Dutzend Häusern auf. Ins Auge sticht eine auf einem Acker freistehende, imposante Eiche. Sie ist das Leitmotiv für den Lüttsche-Hoff, ziert nicht nur das Logo, sondern hat auch dazu beigetragen, dass Niña Helbing und Chris Hejny das trubelige Großstadtleben Hamburgs getauscht haben mit dem kleinen Nest Stapelshorn.

Denn wenn sie die Eiche gesehen haben, wussten sie, dass sie angekommen sind an ihrem Wohlfühl-Ort. Der Hof soll jetzt nicht nur ihr neues Zuhause werden, sondern Anlaufstelle für Erholungssuchende.

Die beiden Hamburger hatten große Pläne für das Jahr 2020: Mit dem neu gekauften Wohnmobil wollten sie durch Europa reisen. Dann kam die Corona-Pandemie, und der Weg führte an vielen Wochenenden gerade einmal bis ins 130 Kilometer entfernte Stapelshorn zu Niñas Mutter Maren Helbing und deren Lebensgefährten Jan-Berend Wohlers. Der Landwirt führt den Familienbetrieb – der Hof wurde erstmals 1530 urkundlich erwähnt – bereits in zehnter Generation. Doch eine Zukunft hatte er für die Schweinemast kaum gesehen. Zu schwierig war es, neue Auflagen auf dem denkmalgeschützten Hof zu erfüllen, zu schlecht die Marktlage.

Zwei Miseren, die am Ende zum Glücksfall werden – das Leben schreibt manchmal eben die schönsten Happy Ends. Denn in der 36-jährigen Niña und ihrem 35-jährigen Lebensgefährten Chris gärte eine Idee: Was, wenn der Wohlers-Hof eine Zukunft bekommt – als Ort zum Wohlfühlen für Camper, für Radtouristen und viele mehr? „Wir haben immer gedacht, irgendwann kommt jemand und bremst uns aus“, erzählt Chris Hejny. „Aber das ist nicht passiert.“ Im Gegenteil: Dass der Wohlers-Hof der Lüttsche-Hoff wird, kam richtig gut an. Zunächst einmal gibt es hier drei Stellplätze für Camper und Wohnmobile. Zudem steht seit wenigen Wochen die „Buddel-Bude“ auf dem Hof: Der alte Getränkewagen im neuen, holzverkleideten Gewand ist nicht nur für die Camper auf dem Hof, sondern auch Anlaufstelle für Radfahrer und andere. Feste Öffnungszeiten gibt es noch nicht, aber wenn jemand zu sehen ist, dann kann gerne angehalten werden. „Als erstes habe ich hier schließlich gelernt, jedem, der auf den Hof kommt, eine Buddel in die Hand zu drücken“, sagt Niña schmunzelnd. Am liebsten Haake-Beck, in jedem Fall aber eine bauchige, kurze Flasche. Das muss sein.

Und dann? Dann warten noch weitere Visionen. „Wir möchten unseren Gästen Vielfalt bieten“, ist sich das vierköpfige Lüttsche-Hoff-Team einig. Es hofft auf die Genehmigung weiterer Stell- und Zeltplätze. Events, Themenabende, Handwerkermärkte – all das sind Stichpunkte, bei denen das Team sofort Ideen entwickelt. Wo vor wenigen Monaten noch Schweine gemästet wurden, sollen schon bald Sanitäranlagen entstehen. Die Vier gestalten den Hof mit viel Liebe zum Detail und dem Blick für alte Schätze nach und nach um. Und die gibt es reichlich – die denkmalgeschützten Gebäude wurden zwischen 1909 und 1911 gebaut. „Wir wollen den Charakter bewahren“, betonen die Hofnachfolger. Gemeinsam als „Team Lüttsche-Hoff“, mit unterschiedlichen Fähigkeiten, „die sich hier klasse verzahnen“, sagt Jan-Berend Wohlers. So wurde Chris, der zurzeit noch in der Radiologie einer Hamburger Klinik arbeitet, in seinem Urlaub zum Dachdecker, Tischler und Maler – „und das, obwohl ich nie rauswollte aus der Stadt.“ Er betreut auch den Instagram-Kanal luettschehoff.camping, der bereits mehr als 700 Abonnenten hat.

Geplant ist die Zusammenarbeit mit örtlichen Landwirten. „Es ist im Trend, sich zu erden, zu sehen, wo etwas herkommt“, hat Niña Helbing, die in Hamburg als Creative Director arbeitet, erkannt. Jeder Landwirt aus der Gegend, sagt sie, kann seine Produkte auf dem Lüttsche-Hoff anbieten. Stadt und Land zusammenbringen, dörfliche Strukturen, Landwirtschaft und Jagd erklären, das ist besonders Landwirt und Jäger Jan-Berend Wohlers eine Herzensangelegenheit. Mit den Ideen stößt das Team auf gutes Feedback. „Toll, wie positiv die Unterstützung von Nachbarn und Verwandten, Freunden und Bekannten ist“, sagt Niña, deren Name aus dem Spanischen kommt und „Kleine“ bedeutet. Jan-Berend, dessen Muttersprache Plattdeutsch ist, nennt sie liebevoll seine „Lüttsche“ – und damit ist auch klar, wie der Hof zu seinem neuen Namen kam.

Am Sonnabend laden die Stapelshorner ab 16 Uhr zum Pre-Opening ein, um sich vorzustellen. Die beeindruckende Eiche wird dann sicherlich Blickfang sein – und bald für viele ein Ruhepol, ein Symbol dafür durchzuatmen und sich zu erden.

Lüttsche-Hof, Stapelshorn 18, Br.-Vilsen www.luettsche-hoff.de Instagram: luettschehoff.camping

Von Charlotte Wolframm

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