Vier Tandems in der Samtgemeinde machen beim Mentorenprogramm mit

Frauen für die Lokalpolitik

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Haben offenkundig Spaß am Mentoring-Programm (von links): Gleichstellungsbeauftragte Christine Schröder, Marlies Plate, Nicole Reuter, Verena Hruby, Meina Fuchs, Alexandra Herzberg und Heiko Albers

Br.-Vilsen - Von Regine Suling. „Die Kommunalpolitik funktioniert anders als die große Politik. Da lösen sich Parteigrenzen oft auf“, hat Nicole Reuter beobachtet. Sie ist aktuell eine von vier Mentees, die seit Januar zusammen mit alten Hasen, ihren Mentoren nämlich, Sitzungen besuchen und auf diese Weise in die Lokalpolitik hineinschnuppern. Gleichstellungsbeauftragte Christine Schröder koordiniert die Treffen in der Samtgemeinde Bruchhausen-Vilsen.

Zum zweiten Mal trafen sich am Donnerstag die Mentees und ihre Mentoren zum Austausch untereinander. Sie alle machen mit beim fünften niedersächsischen Mentoring-Programm zur Kommunalwahl 2016. Das Ziel: Mehr Frauen sollen sich dann zur Wahl aufstellen lassen, um künftig in den Kommunalparlamenten mitzumischen. Das ist auch nötig, findet Teilnehmerin Verena Hruby. „Jüngere Leute und deren Interessen müssen dort stärker vertreten sein.“ Diese könnten beispielsweise junge Familien und ihre Bedürfnisse sehr viel besser verstehen, weil sie selbst zu ihnen gehören.

„Oft treffen Leute Entscheidungen, die selbst keine Kinder mehr in diesem Alter haben“, sagt Verena Hruby. Das Mentoring-Programm gefällt allen Mentees: Sie absolvieren Seminare, nehmen an Sitzungen teil und bekommen auch die Möglichkeit zu Stippvisiten in Berlin und Brüssel, um zu sehen, wie die Politik auf dem ganz großen Parkett funktioniert. Die Arbeit auf kommunaler Ebene macht ihnen Spaß: „Ich fühle mich in den Sitzungen immer gut aufgenommen“, freut sich Nicole Reuter. Mit ihrer Mentorin Marlies Plate (Grüne) tauscht sie sich aus, beide fahren gemeinsam zu Sitzungen. Ähnlich handhaben es auch die anderen Tandems. „Wir haben uns ein paar Mal getroffen, ansonsten sehen wir uns auf den Sitzungen“, sagt Mentor Heiko Albers (CDU), dessen Mentee Birgit Otten ist. Christine Schröder, Gleichstellungsbeauftragte der Samtgemeinde, freut sich über die gute Resonanz, die das Mentoring-Programm erfahren hat: „Wir haben im Moment vier Tandems, das ist im Vergleich zu den Nachbargemeinden viel.“

Das könne auch an den guten Kontakten in alle Fraktionen liegen und an der Bereitschaft und Offenheit, sich auf das Programm einzulassen. „Die Mentees werden in die Sitzungen einbezogen, da ist schon Vertrauen in den einzelnen Fraktionen da“, berichtet Gleichstellungsbeauftragte Christine Schröder. „Frauen haben eine andere Sichtweise auf die Dinge“, findet auch Heiko Albers und begrüßt den weiblichen Nachwuchs. Ob sie sich im kommenden Jahr auch tatsächlich für die Kommunalwahl 2016 aufstellen lassen werden? Da sind sich Nicole Reuter (Grüne) und Verena Hruby (SPD) schon ziemlich sicher. „Ich kann mir das auch gut vorstellen“, sagt Alexandra Herzberg. Ihre Mentorin Meina Fuchs (Grüne) meint, dass Männer einfach losgingen. „Und Frauen sollten das Bewusstein haben, das auch zu machen.“

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