„Aquabella“ schindet Eindruck mit Gesang auf Japanisch, Französisch, Hebräisch …

Mit vier Stimmen um die Welt

Die vier Sängerinnen von „Aquabella“ lieferten am Samstag eine mitreißende Performance vor 130 Besuchern in der Nolteschen Scheune in Süstedt ab. Sie bewiesen dabei auch ihr schauspielerisches Talent und waren – typisch Berliner – manchmal rotzfrech. - Foto: Ulf Kaack

Süstedt - Von Ulf Kaack. Multilingualer kann ein Konzert kaum sein: Mit ihrem gleich in 20 Sprachen gesungenen Programm schindeten die vier Damen des A-cappella-Ensembles „Aquabella“ nachhaltig Eindruck beim Publikum in der Nolteschen Scheune. Und die war am Samstag mit 130 Besuchern bis auf den letzten Platz gefüllt.

Das in der Ankündigung vorweggeschickte Genrelabel „Weltmusik“ traf das Repertoire von der Definition her dann doch nicht ganz exakt. Vielmehr war es eine Weltreise, zu der die vier musikalischen Globetrotter einluden. Sie entführten das Publikum in die entlegensten Winkel des Planeten, waren zu Gast bei fremden Kulturen und weit entfernt lebenden Völkern. Dabei sangen „Aquabella“ die Texte in der jeweiligen Landessprache, was dem Ganzen ein prägnant-exotisches Flair verlieh.

Los ging der Trip mit Sambaklängen aus Brasilien, und er steuerte in der Folge nach Kanada, Ägypten, Irland, Schweden, Frankreich … In Japan feierte das Quartett das Kirschblütenfest mit dem Titel „Sakura“. Das aufpeitschende „Ederlezi“ führte in die Mitte des Roma-Volks und „Hijo de la Luna“ nach Spanien, wo die alte Legende vom Kind der Mondgöttin erzählt wurde.

Dabei ersetzten Klatschen, Trampeln und Fingerschnippen sowie allerlei analoges Schlagwerk den Drum-Computer. Die Polyfonie simulierte nahezu ein ganzes Orchester. „Aquabella“ wussten mit dichter Vokalharmonie und klanglicher Vielfalt zu begeistern. Ob hymnenhafte Balladen, lyrischer Ethno-Folk oder frech vorgetragene Gassenhauer simplen Zuschnitts: Ihr souveräner Gesang berührte, riss mit.

Aus Sopran, Mezzosopran und zwei Altstimmen bildeten Nadja Dehn, Bettina Stäbert, Erika Spalke und Nina Rothner eine homogene Einheit, setzten aber auch immer wieder mit solistischen Einlagen markant aufblitzende Glanzlichter. Und das nicht nur stimmlich, sondern auch mit ausgesprochenem schauspielerischen und kabarettistischen Talent. Lässig und witzig waren die Damen, manchmal rotzfrech, was durch ihre Berliner Wurzeln legitimiert war.

Kein Song blieb vorab unkommentiert. Klar, man wollte ja wissen, was los ist, wenn man die Texte schon nicht verstand. So erfuhr das Publikum Sagenhaftes, Märchenhaftes und manchmal Profanes. Es wusste anschließend um den Unterschied zwischen der finnischen und der ost-finnischen Sprache, ebenso um den Klang von Hebräisch mit arabischem Akzent, wie er von der jüdischen Minderheit in Jemen gesprochen wird.

Und ganz nebenbei erfuhr der aufmerksame Konzertgast auch, wo Frau auf der Bühne die Stimmgabel deponiert. Im Dekolleté nämlich – wo sonst in Ermangelung einer Handtasche? Rätsel gelöst, muss man aber nicht unbedingt wissen.

„Jubilé“ titelte übrigens das Programm mit Hinweis auf das 20-jährige Bestehen von „Aquabella“. Zwei Jahrzehnte, in denen das Quartett seiner Linie treu geblieben ist. Nicht ohne Grund, denn das Konzept der vielsprachigen Weltumrundung besticht durch Charme und Niveau. Und letztendlich durch den interkulturellen Schulterschluss rund um den Globus.

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