Aus dem Landgericht

Vier Jahre Haft für Drogenhändler - 33-Jähriger weitestgehend geständig

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73-mal hat der Angeklagte derselben Frau Marihuana verkauft.

Br.-Vilsen/Verden – Ein 33 Jahre alter Angeklagter aus Bruchhausen-Vilsen ist am Landgericht Verden wegen 83 Fällen des unerlaubten Handeltreibens mit Betäubungsmitteln zu vier Jahren Haft verurteilt worden. Mit dem Urteil wurde der Mann aus der Untersuchungshaft entlassen. Bis zum Haftantritt bleibt er unter Auflagen auf freiem Fuß.

Inhaltlich folgte das Gericht weitestgehend den Ausführungen von Staatsanwalt Salim Khenkhar. Dieser hatte in seinem Plädoyer von einem „hartnäckigen Recht missachtenden Verhalten“ gesprochen. Der Angeklagte hatte trotz zwei Hausdurchsuchungen weiterhin Betäubungsmittel verkauft. Der gesamte Tatzeitraum reicht vom 1. Oktober 2016 bis 14. Januar 2019, dem Tag der letzten Durchsuchung und Festnahme des Angeklagten. Seitdem saß er in Untersuchungshaft. In dem Prozess zeigte sich der 33-Jährige weitestgehend geständig.

Zunächst hatte er in 52 Fällen an eine Stammkundin jeweils fünf Gramm für 50 Euro verkauft. Nach einer ersten Hausdurchsuchung im Oktober 2017 war es zu weiteren 21 Verkäufen an die Frau gekommen. Die übrigen zehn Fälle entfielen primär auf einen Kunden, der fünf Mal je 50 Gramm Marihuana erworben hat. Hinzu kamen der Besitz von 260 Ecstasy- und Amphetamin-Tabletten sowie Marihuana-Pflanzen. Daneben waren 1,5 Kilo Marihuana sichergestellt worden. Wie der Staatsanwalt in seinem Plädoyer betont hatte, war, bemessen am Wirkstoffgehalt, die Grenze der nicht geringen Menge um etwa das 32,5-fache überschritten. Es sei aber zu berücksichtigen, dass es sich um eine weiche Droge handelt und diese nicht in Verkehr gelangt ist. Die Drogen lagerten in einem Erdloch. „Das bringt eine gewisse kriminelle Energie zum Ausdruck“, so Khenkhar.

Mehrere tausend Euro, teilweise als Bargeld bei den Durchsuchungen gefunden, sollen eingezogen werden. Doch entgegen der Anklage spielten die bei den Durchsuchungen gefundenen Waffen bei den Taten keine Rolle, so die Meinung des Staatsanwaltes und der Kammer im Urteil. Dann wäre die Strafe noch höher ausgefallen. Der Angeklagte hatte ausgesagt, dass er die Waffen besessen habe, weil er in der Vergangenheit überfallen worden sei.

Anders als der Staatsanwalt hielt die 2. Große Strafkammer es für vertretbar, den Angeklagten aus der Untersuchungshaft zu entlassen. Der Haftbefehl wurde mit dem Urteil unter Auflagen außer Vollzug gesetzt. Der 33-Jährige kam direkt auf freien Fuß, muss aber seine Drogenfreiheit regelmäßig nachweisen.

Vier Jahre und vier Monate Haft hatte der Staatsanwalt beantragt. Zwei Jahre auf Bewährung hatte Verteidiger Matthias Wandzik gefordert. Das Urteil ist noch nicht rechtskräftig.

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