Ausschuss zieht positive Zwischenbilanz

Heiratsmarkt: Viele Besucher und hoffentlich mehr Pferde

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Br.-Vilsen - Strahlende Gesichter gab es Montagnachmittag bei der Sitzung des Marktausschusses für den Eigenbetrieb „TourismusService“. Die Kommunalpolitiker waren mit dem bisherigen Verlauf des Brokser Heiratsmarkts ebenso zufrieden wie Marktmeister Ralf Rohlfing und Gemeindedirektor Bernd Bormann.

Der Ausschussvorsitzende Hermann Hamann (SPD) bezeichnete in seinem Zwischenfazit das Fußballspiel Schausteller versus Rathaus-Team am Mittwochabend als „gelungene Sache“. „Super“ gefiel ihm auch die Eröffnung des Markts am Freitagnachmittag. „Samstag war es rappelvoll“, fuhr Hamann fort. „Und Sonntag war auch schon früh was los. Vielleicht sollten wir den Sonntagmorgen aber noch mehr bewerben.“ Seit 2015 öffnet der Markt sonntags bereits um 11 statt wie vorher um 14 Uhr.

Als „absurd“ bezeichnete Hamann die Kritik am Luftballon-Weitflugwettbewerb am Freitag. Wie berichtet, hatten Umweltschützer gegen die Aktion protestiert. „Als ich das in der Zeitung gelesen habe, ist sie mir fast aus der Hand gefallen“, sagte Hamann. Ein Jäger habe ihm versichert, dass Tiere – entgegen der Behauptungen der Umweltschützer – keine abgestürzten Ballons fressen würden.

Fleckenbürgermeister Lars Bierfischer (SPD) nahm die Kritik zum Anlass, „ein bisschen zu recherchieren“. Er habe kompostierbare Luftballons aus fairem Handel bestellt. „Wir werden sie testen, und wenn sie gut sind, setzen wir sie ein. Selbst wenn das einen Euro mehr kostet“, sagte Bierfischer.

Gemeindedirektor Bormann war ebenfalls der Meinung, dass man sich mit dem Thema beschäftigen müsse. Er monierte allerdings, dass sich die Kritiker erst am Freitag um 11.20 Uhr – weniger als drei Stunden vor dem Start des Weitflugwettbewerbs – bei ihm gemeldet hätten: „Es war unfair zu glauben, dass wir den Wettbewerb da noch hätten abblasen können.“

Probleme beim „Infinity“-Aufbau

Auf Schwierigkeiten beim Aufbau ging Marktmeister Rohlfing ein. Der Besitzer des „Infinity“  hatte am Donnerstag Probleme gehabt, sein 65 Meter hohes Looping-Karussell aufzustellen. Schuld war der Regen, der den Untergrund des Marktplatzes aufgeweicht hatte. Auch andere Fahrgeschäft-Betreiber mussten sich in den Boden zum Teil „ein bisschen reinwühlen“, wie Rohlfing es formulierte. Ein paar Schausteller hätten daher gefordert, alles zu asphaltieren. Die Frage, ob die Wege befestigt werden sollen oder nicht, treibt den Marktausschuss seit Jahren um. „Ich denke, wir werden mit dem Bauamt eine vernünftige Lösung finden“, sagte Rohlfing.

Ansonsten war der Marktmeister gut gestimmt. Die Resonanz auf das Feuerwerk am Freitagabend sei positiv gewesen. „Der Samstag war auch von der Besucherzahl sehr, sehr gut und der Gottesdienst am Sonntag klasse“, fuhr Rohlfing fort. Er rechnete Montag damit, dass es Dienstag, am letzten Markttag, noch mal richtig voll werden wird.

Wer mit Esel kommt, erhält eine Prämie

Um die rückläufige Zahl der Tiere auf dem Pferdemarkt zu erhöhen, greift der Flecken in die Kasse: „Wer mit Pferd, Esel oder Geflügel kommt, erhält eine Prämie“, sagte Rohlfing. „Reich wird dadurch keiner, aber das Geld reduziert die Fahrtkosten.“ Der Marktmeister hofft, dass dadurch wieder mehr Besitzer ihre Tiere auf dem Pferdemarkt anbieten, der heute um 7 Uhr beginnt. Neu sei auch, dass die zweieinhalb Stunden später startende Fohlenverkaufsschau durch eine Schau mit Indischen Laufenten und Border Collies ergänzt werde. Rohlfing: „Wir wollen das Rahmenprogramm verbessern.“

Polizei erlebt Markt „relativ ruhig“

Die Polizei hat den Markt bisher als „relativ ruhig“ erlebt. „Es gab Körperverletzungen, schwere Körperverletzungen, ein paar Widerstandshandlungen gegen Polizisten“, sagte Thorsten Heldberg vom Polizeikommissariat Syke. „Das ist nicht schön, aber bei solchen Veranstaltungen zu erwarten.“ Eine Polizeibeamtin wurde leicht verletzt, als ein Gast Widerstand leistete, sie ist aber weiter dienstfähig.

Heldberg lobte, dass die Buden in diesem Jahr erstmals durchnummeriert sind, sodass Anrufer ihren Standort leichter durchgeben könnten.

In der Nacht von Sonntag auf Montag schnappte die Polizei laut Heldberg auf dem Markt einen Mann, der in einen Verkaufswagen eingebrochen war und offensichtlich etwas stehlen wollte.

Ausschussmitglied Gerda Ravens (CDU) sprach die Schwierigkeiten einiger Besucher an, zu Stoßzeiten ein Taxi zu bekommen. Nach Angaben von Günter Schweers, der ein Taxiunternehmen in Bruchhausen-Vilsen betreibt, sind 77 auswärtige Taxen zugelassen und zusätzlich zehn ortsansässige während des Markts im Einsatz.

mah

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