Wie viel Sprache steckt in einem Apfel?

Auszeichnungsfeier in der „Sprach-Kita“ Löwenzahn

Sie freuen sich über die Aufnahme der Einrichtung ins Förderprogramm „Sprach-Kita“: (von links) Bernd Bormann (Samtgemeindebürgermeister), Cattrin Siemers (Fachbereichsleiterin Bildung), Sabine Kitsch-Kahle (Sprachfachkraft), Anja Marcks (Einrichtungsleiterin), Axel Knoerig (CDU-Bundestagsabgeordneter), Claudia Staiger (CDU-Ratsfrau im Samtgemeinderat), Heinrich Klimisch (CDU-Fraktionsvorsitzender im Samtgemeinderat) und Kirsten Stengler (stellvertretende Einrichtungsleiterin). - Foto: Vivian Krause

Br.-Vilsen - Von Vivian Krause. Sabine Kitsch-Kahle nimmt einen Apfel in die Hand. „Wissen Sie, wie viel Sprache in einem Apfel steckt?“, fragt sie und beantwortet es gleich selbst: „Ein Apfel ist rot, manchmal ein bisschen grün, saftig, süß ...“. Dieses Stück Obst sei ein Symbol der Sprache. Und die stand jetzt im Fokus – bei der offiziellen Übergabe der Plakette „Sprach-Kita“ an die Bruchhausen-Vilser Kindertagesstätte Löwenzahn.

Mit dem afrikanischen Lied „Wai Bamba“ begrüßten die Kinder und ihre Erzieher gestern ihre Gäste. Das waren unter anderem der CDU-Bundestagsabgeordnete Axel Knoerig, Samtgemeindebürgermeister Bernd Bormann und Cattrin Siemers, Ressortleiterin Bildung bei der Samtgemeinde. „Das Lied ist ein Hochzeitslied“, sagte Einrichtungsleiterin Anja Marcks. „Eine Hochzeit ist ein Fest, und auch wir feiern heute ein Fest.“ 

Denn seit dem 1. August 2017 hat die Kindertagesstätte eine Sprachfachkraft, die gefördert wird vom Bundesprogramm „Sprach-Kitas: Weil Sprache der Schlüssel zur Welt ist“ des Bundesministeriums für Familie, Senioren, Frauen und Jugend. Pro Jahr erhält die Gemeinde laut Bernd Bormann 25.000 Euro für die zusätzliche Kraft.

Familien einbeziehen

Sabine Kitsch-Kahle ist keine Unbekannte in der Kita Löwenzahn. Sie arbeitet dort bereits seit mehr als 30 Jahren. In der Mäusegruppe rückte Erzieher Stephan Neddermann für sie nach.

Kitsch-Kahle unterstützt nun als Sprachfachkraft das Team beispielsweise in der Umsetzung fachlicher Impulse und bei der Reflexion des pädagogischen Handelns. Dafür belegt sie Fortbildungen.

Es gehe nicht nur um das Sprechen im Kindergarten, die sogenannte alltagsintegrierte Sprachbildung, sondern auch um das Einbeziehen der Familien. Kitsch-Kahle sagt, dass nicht die Förderung der Sprache, sondern die Bildung der Sprache im Fokus steht.

Die Sprachfachkraft geht auf die Interessen der Kinder ein. „Wenn ein kleines syrisches Mädchen jetzt auf die brennende Kerze schauen würde“, beginnt die Sprachfachkraft und zeigt auf das Teelicht auf einem Tisch vor ihr, „dann kann man dieses Interesse direkt auffangen und mit ihr darüber sprechen.“ Denn nur durchs Sprechen könne die Sprache sich entwickeln.

„Alle brennen für das Thema Sprache“

In der Einrichtung sind laut Kitsch-Kahle zehn verschiedene Muttersprachen vertreten. „Es ist wichtig, dass die Kinder diese zu Hause sprechen“, sagt sie. Im Kindergarten hingegen werde Deutsch gesprochen.

Neben der Bruchhausen-Vilser Einrichtung trägt auch der Kindergarten Haendorf den Titel „Sprach-Kita“. Dieser wird seit dem 1. Juni 2017 von einer Sprachfachkraft unterstützt und ebenso wie die Kita Löwenzahn bis zum 31. Dezember 2020 gefördert.

Wie war es dazu gekommen? Cattrin Siemers kam auf die Einrichtungsleiterin zu und fragte, „ob wir uns das vorstellen können“, sagt Marcks. Die Antwort: „Klar“. Sie fügt an: „Alle brennen für das Thema Sprache. Nur so kann es funktionieren.“ Die Erzieher hätten durch die Entlastung durch die zusätzliche Kraft mehr Zeit, sich auch den Eltern zuwenden zu können.

Neben dem Zusatz „Sprach-Kita“ bekam die Einrichtung erneut den Titel „Kitamusica – Bei uns wird täglich gesungen“ vom Chorverband Niedersachsen-Bremen (CVNB) verliehen, der alle drei Jahre neu vergeben wird. Ein Bericht dazu folgt.

Weitere Informationen zu den Sprach-Kitas gibt es hier.

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