„Bitter Candy“ ist keinesfalls bitter

Mit verruchten Songs begeistert Galina Kiseleva ihr Publikum im Alten Gaswerk

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„Bitter Candy“, alias Galina Kiseleva, begeisterte am Sonntagabend auf der Bühne des Alten Gaswerks in Bruchhausen-Vilsen. 

Ganz schön zuckersüß können sie sein, die Songs von „Bitter Candy“ – dann wieder verrucht wie aus dem Rotlichtmilieu oder scheinbar von Whisky angeraut. Denn Galina Kiseleva hat das alles drauf. Galina ist „Bitter Candy“, doch ganz und gar nicht bitter. Von den sanftesten Tönen, selbst in den Höhen, über dunklere Sounds bis zu Louis Armstrongs „Grollen“ reicht die Vielfalt ihres Stimmumfangs – wie gemacht für die Jazztitel aus den „Roaring Twenties“, den wilden 20er Jahren in den USA. Ebendie hatte sie am Sonntagabend im Programm, als sie im Alten Gaswerk in Bruchhausen-Vilsen auftrat.

Br.-Vilsen - Dort gab sie abermals eine Kostprobe ihres musikalischen Ausnahmetalents. Begeisterung hatte sie bereits Ende Oktober vergangenen Jahres im Vilser Kulturcafé „Die Scheune“ ausgelöst. Dort hatte sie ihren ersten Soloauftritt in ihrer Rolle als Sängerin mit Ukulele und unter dem Pseudonym „Bitter Candy“ absolviert. Doch schon zuvor hatte sie als Bassistin der Band „Iva Nova“ aus Sankt Petersburg ihr Publikum in Bruchhausen-Vilsen beeindrucken können. Nicht minder erfolgreich war nun ihre zweite One-Woman-Show im Gaswerk, wo mehr Platz zur Verfügung stand als seinerzeit in der restlos überfüllten „Scheune“.

Nichtsdestoweniger mussten bei Konzertbeginn im Gaswerk zusätzliche Stühle herbeigetragen werden, denn die ursprünglich eingeplanten Zuhörerplätze reichten nicht aus. Hatte es am Sonntagabend anfangs noch ausgesehen, als würde die Europawahl-Berichterstattung „Bitter Candy“ die Schau stehlen, wurde es zum Auftakt von Galina Kiselevas Show rasch ein dicht gedrängtes Publikum, das ihren klanglichen Köstlichkeiten bis zu den Zugaben am Schluss lauschte. Beifall und Jubelrufe steigerten sich im Verlauf des Abends.

Deutschlandpremiere als Solistin

Veranstalter Gustav Schmidtke organisierte auch das zweite Bitter-Candy-Konzert gemeinsam mit dem Kultur-und-Kunst-Verein (KuK) Bruchhausen-Vilsen und dessen Vorsitzenden Peter Schmidt-Bormann. Galina Kiselevas Gastspiel vergangenen Jahr in der „Scheune“ war zugleich ihre Deutschlandpremiere als Solistin. Gustav Schmidtke arbeitet weiter an seinem damaligen Versprechen, Galina mit ihrem einmaligen Talent bekannter zu machen. Dass er auf diesem Weg einen guten Schritt weitergekommen ist, bewies das Konzert am Sonntagabend.

Gesangstitel aus den 20er- und 30er Jahren

Von Besuchen in Chicagos Kneipen der Prohibitionszeit bis in die musikalischen Welten der Menschen am Mississippi reichten die Gesangstitel aus den 20er- und 30er-Jahren des vergangenen Jahrhunderts, die Galina auf höchst persönliche Weise im Gaswerk vorstellte. Nicht minder eindrucksvoll waren ihre Eigenkompositionen, und ihre Erfahrung als Mitglied einer Rhythmusgruppe schlugen sich deutlich in ihrer „Bedienung“ der Ukulele nieder. Mit perkussiven Elementen angereichert ersetzte sie mithilfe des geringfügig verstärkten kleinen Instruments locker eine ganze Band. Ihre Trompeten-Imitationen bewirkten ein Übriges, um einen Gesamtklang zu erzeugen, der keinen Moment Langeweile aufkommen ließ.

Nächste Veranstaltung:

Ein Kleinbahnvortrag mit dem Titel„Die Dürener Dampfstraßenbahn – Von der dampfbetriebenen Güterstraßen zur elektrifizierten Kleinbahn“ findet am Samstag, 3. August, in der Zeit von 20 bis 22 Uhr im Alten Gaswerk in Bruchhausen-Vilsen statt. Die Teilnahme ist kostenlos.

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