In Brebber und Graue

Flurbereinigung: Gemeinde Asendorf will zahlen

Asendorf - Von Mareike Hahn. Ein weiterer Schritt in Richtung Flurbereinigung Brebber-Graue ist getan: Der Asendorfer Rat hat beschlossen, dass sich die Gemeinde an den Kosten beteiligt. Das Land Niedersachsen muss das Verfahren noch genehmigen, was es voraussichtlich im zweiten Quartal dieses Jahres tun wird. Anschließend wird die Flurbereinigung angeordnet und eine Teilnehmergemeinschaft samt Vorstand gebildet. Die formelle Einleitung könnte dann im dritten Quartal erfolgen.

Wie berichtet, gründete sich vor einem Jahr ein Arbeitskreis, um sich mit konkreten Maßnahmen für das angestrebte Flurbereinigungsverfahren in den Gemarkungen Brebber und Graue zu befassen. Das Ergebnis bezeichnete Asendorfs Bürgermeister Heinfried Kabbert (Wählergemeinschaft) bei der Ratssitzung im Gasthaus Steimke in Graue als „würdig“.

Details nannte Olaf Stührmann, Leiter der Abteilung Flurbereinigung beim zuständigen Amt für regionale Landesentwicklung (ArL) in Sulingen. Der Arbeitskreis habe in acht Sitzungen mögliche Projekte zusammengestellt. Dabei hätten Wege im Mittelpunkt gestanden. Angedacht sei, insgesamt 24 Kilometer Wege zu sanieren – 19,3 in Bitu, 2,2 in Betonspurbahn und 2,5 in Schotter.

Die Ausbaumaßnahmen müssen auf einer Breite von 3 bis 3,50 Meter erfolgen und alle Wege im Anschluss 40 Tonnen schwere Fahrzeuge tragen können. „In kleinerem Rahmen könnte es passieren, dass schmale Wege zu breiteren werden. Dann müssen wir Ausgleichsmaßnahmen für den Eingriff in die Natur schaffen“, sagte Stührmann.

„24 Kilometer schon eine ziemliche Ansage“

„Was den Umfang der Wegemaßnahmen angeht, sind 24 Kilometer schon eine ziemliche Ansage“, ergänzte der Experte. Im Bereich des ArL Sulingen komme nur die Flurbereinigung in Ströhen mit mehr als 30 Kilometern darüber. „Wir sehen zu, alle Gebäude und Ackerflächen an Wege anzuschließen. Aber sicher könnte sich der ein oder andere an mancher Stelle in Brebber oder Graue noch mehr vorstellen“, sagte Stührmann. „Es ist ein Kompromiss. Es muss auch bezahlt werden können.“ Wichtig sei, dass alle Projekte einvernehmlich mit den Betroffenen umgesetzt werden: „Wir wollen den Grundstückseigentümern etwas Gutes tun.“

19 zu sanierende Wege hat der Arbeitskreis ausgeguckt (siehe Kasten). Ob am Ende alle ausgebaut werden, steht jedoch noch nicht fest. „Das, was der Arbeitskreis entwickelt hat, ist eine Grundlage, um Ihnen und dem Land zu verdeutlichen: Ja, in Graue und Brebber gibt es Probleme bei der Infrastruktur und den Wegen. Ja, das muss gemacht werden. Ja, da müssen Millionen reinfließen“, sagte Stührmann in der Ratssitzung. Wenn das Land grünes Licht für die Flurbereinigung gibt, werden der Vorstand der Teilnehmergemeinschaft (das ist der Zusammenschluss aller Grundeigentümer) und die Gemeinde entscheiden, welche Maßnahmen tatsächlich umgesetzt werden.

745.000 Euro für Gemeinde und Teilnehmergemeinschaft

Nach aktueller Planung kosten die Wegebaumaßnahmen auf dem 1700 Hektar großen Flurbereinigungsgebiet rund 2,98 Millionen Euro. 75 Prozent zahlen Land, Bund und Europäische Union. Bleiben 745.000 Euro für die Gemeinde und die Teilnehmergemeinschaft. Die Gemeinde Asendorf übernimmt die Hälfte davon. Sie will ihren Eigenanteil von maximal 372.500 Euro über fünf Jahre aufbringen, beginnend voraussichtlich 2019, legte der Rat einstimmig fest.

„Die Flurbereinigung ist immer mit Bemühungen verbunden, etwas für Natur und Landschaft zu tun“, fuhr Stührmann fort. „Die Wege müssen gebaut werden, um Biotope können wir uns kümmern.“ So könnten in Graue und Brebber freiwillig Maßnahmen zur Pflege der Landschaft umgesetzt werden. Anvisiert sei etwa, die Biotope am Mesterbruchgraben durch Bepflanzungen aufzuwerten, einen breiten Randstreifen und Bepflanzungen am Darrloger Graben zu schaffen, Einzelbiotope wie Schlatts weiterzuentwickeln, eine Streuobstwiese und eine 1,5 Kilometer lange Baumreihe anzulegen und Hecken zu

pflanzen.

Eigentümer müssen bei freiwilligen Maßnahmen nicht zahlen

Mit circa 175.000 Euro dürften die angestrebten freiwilligen Maßnahmen zu Buche schlagen. Das Land übernimmt 75 Prozent. Die Gemeinde signalisierte, den Rest (43.750 Euro) zu tragen, möglicherweise mit Unterstützung von Naturschutzorganisationen oder Unterhaltungsverbänden. Die Grundstückseigentümer werden bei den freiwilligen Maßnahmen nicht zur Kasse gebeten. Stührmann: „Sie profitieren ja nicht davon.“

Südwestlich des Gebiets würde es nach Ansicht des Arbeitskreises Sinn machen, einen Teil des Orts Dienstborstel (Gemeinde Staffhorst) einzubeziehen. „Die dortigen Eigentümer und die Gemeinde sind bereit, sich an dem Verfahren zu beteiligen“, sagte Stührmann. Heinfried Kabbert rechnet damit, dass 20.000 Euro der Kosten für die Wegesanierung an Staffhorst entfallen werden.

Der Bürgermeister zeigte sich erfreut angesichts der Pläne: „Ich bin sicher, dass wir in einigen Jahren einen Mehrwert für die Landwirte und mehr Flächen für den Naturschutz haben werden.“

Am 26. Februar soll eine Bürgerversammlung zu der geplanten Flurbereinigung stattfinden. Details werden noch bekannt gegeben.

Zum Wegeausbau

Wege, die im Rahmen der angestrebten Flurbereinigung ausgebaut werden könnten: Allerbruch, Büntstraße, Dienstborsteler Weg, Dorfstraße, Forthweg, Grauer Heide, Große Heide, Hackenstraße, Höpers Heide, Im Dorfe, Johannenweg, Liebenauer Weg, Marienhöchte, Mollengrund, Mühlenstraße, Staffhorster Weg, Steimker Weg, Wildpark und Zur Darrloge.

Rubriklistenbild: © Köhnken

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