Verein bildet wieder Sterbebegleiter aus

„Man weiß nie genau, wie eine Begleitung abläuft“

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Heide Meyerholz, Anne Schlobohm und Ilona Romaus (v.l.) informieren über die Arbeit des Hospiz Nienburg. 

Nienburg - Von Heike Kanzok. „Hospizarbeit ist immer situationsabhängig, und man weiß nie genau, wie eine Begleitung abläuft“, weiß Anne Schlobohm durch ihre langjährige Tätigkeit als ehrenamtliche Sterbebegleiterin für den Verein Hospiz Nienburg/Weser aus eigener Erfahrung zu berichten.

Eine positive Motivation gerade im Bereich der Hilfestellung für schwerkranke, leidende oder sterbende Menschen sei natürlich wichtige Grundvoraussetzung des Ehrenamtes. Allerdings sei es genauso wichtig, dass die Begleiter lernten, wie sie für sich mit Tod und Trennung umgehen sollten, erklärt Ilona Romaus, Hospiz-Fachkraft und im Verein verantwortlich für die Einsatzleitung und Koordination.

Abgrenzung ist dabei ein wichtiges Stichwort, denn, so Anne Schlobohm, „wir gehen nicht mit unserer persönlichen Geschichte zu den kranken Menschen, sondern diese sollen den Raum bekommen, über das zu reden, über das sie nicht mit ihren Familien oder Freunden sprechen können“. Damit die Begleiter nicht mit ihren Emotionen allein bleiben müssen, bietet der Verein eine professionelle monatliche Supervision an, genauso wie Fortbildungen und alle acht Wochen ein Treffen zum gemeinsamen Austausch. Daneben haben die rund 30 Begleiter, die mittlerweile für den Verein tätig sind, alle das zertifizierte Ausbildungsprogramm „Celler Modell“ für ehrenamtliche Sterbebegleiter absolviert.

Diese Ausbildungsmöglichkeit bietet der Verein Hospiz Nienburg/Weser ab Oktober erneut an. Unter der Leitung von Ilona Romaus, Anne Schlobohm und Heide Meyerholz werden die angehenden ehrenamtlichen Sterbebegleiter ein Jahr in Theorie und Praxis auf ihre Arbeit mit erkrankten Menschen und deren Angehörigen vorbereitet. Es sei kein Selbsterfahrungskurs, stellt Heide Meyerholz klar, auch wenn es ihr manchmal so vorgekommen sei. Ein Ziel ist es, erklärt sie weiter, dem Sterbenden so gegenüberzutreten, dass es ein guter Prozess für beide ist. Dabei sei unerlässlich zu lernen, sich selber realistisch einzuschätzen.

Interessierten bietet ein Informationsabend des Hospiz Nienburg/Weser im Gemeindehaus der katholischen Kirche St. Berward, Stettiner Straße 1A in Nienburg am Mittwoch, 10. Mai, ab 19 Uhr eine gute Möglichkeit, sich vorab über das Ausbildungsprogramm zu informieren.

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