Verdi informiert Kita-Mitarbeiter und Eltern über die Verhandlungen für bessere Bezahlung

„Gute Bedingungen für die Erzieher bedeuten gute Bedingungen für die Kinder“

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Die Erzieher und Elternvertreter tauschten sich bei dem Treffen in der „Scheune“ aus.

Br.-Vilsen - Die Erzieher und Sozialarbeiter aus mehreren Bundesländern streiken seit Wochen regelmäßig. Auch die Mitarbeiter der Kindertagesstätten aus der Samtgemeinde Bruchhausen-Vilsen beteiligen sich an dem Kampf – mit dem Ziel, eine bessere Bezahlung zu erwirken. Über den aktuellen Stand der Verhandlungen, die die Gewerkschaft Verdi mit den kommunalen Arbeitgeberverbänden führt, informierten sich jetzt zahlreiche Erzieher und Elternvertreter bei einem Treffen im Kulturcafé „Die Scheune“ in Bruchhausen-Vilsen. Die Leitungen der Kindertagesstätten hatten zu der Veranstaltung eingeladen.

Die Verdi-Vertreter Jürgen Homann aus Hannover und Volker Selent aus Nienburg sprachen zu den Anwesenden. „Wenn es in den nächsten Verhandlungsrunden kein verhandlungsfähiges Angebot gibt, riskieren die Arbeitgeber eine deutliche Eskalation der Tarifauseinandersetzung“, kündigten die Gewerkschafter an. Verdi fordert eine Neuregelung der Eingruppierungsvorschriften und Tätigkeitsmerkmale, die für die Beschäftigten im kommunalen Sozial- und Erziehungsdienst zu Einkommensverbesserungen von durchschnittlich zehn Prozent führen würden. Zu dieser Gruppe gehören unter anderem Erzieher, Sozialarbeiter, Sozialpädagogen, Fachkräfte für Arbeits- und Berufsförderung, Kinderpfleger sowie Heilpädagogen. „Die Arbeit mit und für Menschen verdient endlich mehr Anerkennung“, sagten Homann und Selent. Immerhin seien die Anforderungen an die Beschäftigten in den vergangenen Jahren deutlich gestiegen, die Löhne hätten sich aber kaum angepasst.

Sabine Hofmann, Leiterin des Waldkindergartens Bruchhausen-Vilsen, klärte die Eltern über die Forderungen auf. Sie machte deutlich, dass „gute Bedingungen für Erzieher gute Bedingungen für die Kinder“ bedeuten. Das geringe Lohnniveau habe einen Nachwuchsmangel zur Folge. „Immer weniger junge Menschen entscheiden sich für einen sozialen Beruf“, sagte Verdi-Vertreter Homann. „Immer weniger Menschen entscheiden sich für einen Beruf, der kaum Aufstiegsmöglichkeiten und eine geringe Bezahlung bietet, aber beständiger Fortbildungen bedarf, um sich immer wieder den veränderten gesellschaftlichen Bedingungen, in denen Kinder leben, anzupassen.“

Bei dem Treffen in der „Scheune“ entwickelte sich laut Pressemitteilung ein reger Austausch. Die Elternvertreter äußerten ihre Wertschätzung gegenüber den Beschäftigten, machten aber auch ihren Unmut über geschlossene Kindertagesstätten und die damit verbundenen Schwierigkeiten auf Seiten der Elternschaft klar.

Volker Selent riet den Eltern, sich zu organisieren und ihren Ärger in Form von Unterschriften und Petitionen an den kommunalen Arbeitgeber weiterzugeben: „Nur so kann eine Veränderung herbeigeführt werden.“ Bis dahin drohen weitere Streiks.

An dem Abend wurde deutlich, dass sich die Anwesenden für die Zukunft eine Samtgemeinde-Elternvertretung im Kindertagesstätten-Bereich wünschen, um gemeinsame Anliegen wirksamer zu vermitteln und transparent zu machen.

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