Veranstaltungen gut besucht / Ungünstiger Ostwind und zu viel Laub

Ein Mühlentag ist für die Müller kein Zuckerschlecken

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Hautnah erlebten die Gäste in der Nolteschen Mühle den Mülleralltag, weil die Turbine durch herab fallendes Laub verstopft war. Hans Schweers, Hartwig Zierath und Klaus Müller (von links) standen über dem tiefen Wassereinlaufschacht und versuchten, die Turbine flott zu machen.

Von Heiner Büntemeyer. Der Mühlentag der Samtgemeinde war ein voller Erfolg, zumal das Wetter mitspielte. Zahlreiche Besucher steuerten gestern gleich mehrere Mühlen an. „Alle zu schaffen, ist kaum möglich“, sagte ein Ehepaar aus Sudwalde. Aber das sei auch nicht weiter tragisch, denn so blieben noch Ziele für künftige Mühlentage, tröstete es sich.

Sechs Mühlen hatten ihre Tore geöffnet: drei Wasser- und drei Windmühlen. Überall boten die Mühlenvereine Führungen an, in der Klostermühle Heiligenberg konnten Kinder sogar an einer Rallye teilnehmen. Allerdings verzeichnete Mühlenwirtin Christa Hufnagl nur drei Teilnehmer – sicher auch, weil ihre Mühle regelmäßig geöffnet ist.

Ganz anders dagegen war es bei der Wassermühle in Bruchmühlen, wo die Besucher schon ab 6 Uhr vor der Mühle warteten. Allerdings erhofften sie sich dadurch einen guten Besucherplatz, wenn der Theaterverein Homfeld „Kummt Tied, kummt Opa“ aufführt, denn am Mühlentag begann gestern der Kartenvorverkauf. „Die Autos standen entlang der Straße bis zum Abzweig Heiligenberg“, berichtete Johann Hüneke. Aber auch die Anzahl der Tagesgäste begeisterte ihn. Der Müllermeister hatte oberhalb der Mühle Sitzgelegenheiten aufgebaut, auf denen die Gäste windgeschützt die Sonne genießen konnten.

Gut besucht war auch die Martfelder Feldmühle, wo sich bei auffrischendem Wind sogar die Flügel drehten. Dass sie nicht ständig in Bewegung waren, lag laut Hartmut Müller daran, dass der Wind aus Osten wehte. Genau aus dieser Richtung ist die Mühle durch dicht belaubte Bäume vor dem Wind geschützt. Der Müllermeister hätte zwar die Segel aufziehen können, verzichtete aber darauf, weil der Wind zeitweise so auffrischte, dass er sie dann hätte zwischendurch reffen müssen. Dazu wäre bei den vielen Besuchern jedoch keine Zeit gewesen.

Ganz andere Sorgen hatten Klaus Müller, Hartwig Zierath und Hans Schweers in der Nolteschen Mühle in Süstedt. Dort drehte die Turbine nur sehr langsam, obgleich die Wassersäule über der Turbinenschaufel hoch genug für wesentlich mehr Umdrehungen war. Vermutlich versperrte Laub den Einlass, sodass die Drei sich entschlossen, den Zufluss zu sperren, das Wasser aus dem Schacht ablaufen zu lassen und den Turbineneinlass mechanisch zu reinigen. Dazu stieg Hans Schweers in die feuchte Tiefe und stocherte die Schlitze frei. Als danach der Zulauf wieder geöffnet wurde, drehte die Turbine nur unwesentlich schneller. „Dann muss ich noch mal von außen ran“, sagte Schweers – und kroch außerhalb der Mühle an den Turbinenauslauf.

Bei dieser Gelegenheit erlebten die Gäste eine sehr authentische Müllerarbeit und ließen sich hinterher den Butterkuchen in der Mühlenscheune schmecken. Dort herrschte zeitweise Hochbetrieb, denn der Gesangverein Neubruchhausen veranstaltete eine Rallye, bei der die Noltesche Mühle eine der Stationen war.

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