Bürgerinitiative gegen Massen-Tierhaltung leidet unter Vandalismus

„Wir haben keine Angst“

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Dieses besprühte Schild lässt die Bürgerinitiative bewusst als „Mahnmal“ stehen.

Asendorf - Kopfschüttelnd blicken Elke Hübner, Heide Strangmann und Dieter Bischoff auf das zerbrochene Schild. Es ist nicht das erste Mal, dass die „Asendorfer Bürgerinitiative gegen Massen-Tierhaltung“ unter Vandalismus leidet: Schon mehrfach beschädigten Unbekannte Schilder der Gruppe.

Unbekannte haben dieses Schild zerbrochen. Die Polizei ermittelt.

„Das ist eine Art von Auseinandersetzung, die wir nicht nachvollziehen können“, kritisiert Strangmann die Taten im Namen der Bürgerinitiative, die gegen einen geplanten Sauenstall am Arbster Weg kämpft. Die ersten Vorfälle häuften sich bereits im August, kurz vor der ersten Informationsveranstaltung der Stallgegner zum Thema Massentierhaltung. „Knapp eine Woche vorher gab es Vandalismus und Diebstahl“, sagt Strangmann. Nach dem Infoabend war eine Weile Ruhe, aber jetzt – wenige Tage vor der zweiten Veranstaltung der Bürgerinitiative – schlugen der oder die Täter wieder zu. „Am letzten Donnerstag habe ich den Flyer für den Infoabend am 26. Oktober per Rundmail verschickt“, erzählt Strangmann. „In der Nacht von Freitag auf Samstag wurde ein großes Schild am Altenfelder Weg 27 auseinandergerissen.“ Außerdem hätten die Täter versucht, ein anderes Schild aus der Erde zu reißen. Der Schaden betrage etwa 240 Euro.

Rund 1440 Euro Schaden beklagte die Bürgerinitiative im August, als Unbekannte insgesamt fünf Schilder von öffentlichen und privaten Grundstücken stahlen sowie vier Schilder besprühten. Ein zwei mal einen Meter großes Schild, das mit blauer und weißer Farbe beschmiert wurde, hat die Gruppe absichtlich wieder aufgestellt: „Die Bürger sollen es sehen, als eine Art Mahnmal“, sagt Strangmann. „Wir wollen nicht immer wieder Schilder austauschen.“

Bischoff ärgert sich über die Brutalität der Täter: „Die Kanthölzer bricht man nicht so leicht durch“, sagt er. Von den Vorfällen wollen sich die Stallgegner weder provozieren noch abschrecken lassen. „Unsere Motivation, gegen den Stall zu kämpfen, ist weiter hoch“, sagt Strangmann. „Wir haben keine Angst.“

Persönliche Anfeindungen mussten die Mitglieder der Bürgerinitiative bisher nach eigenen Angaben nicht über sich ergehen lassen. „Klar gibt es mal eine Bemerkung, aber die Stimmung im Dorf ist trotz zum Teil verschiedener Meinungen gut“, sagt Strangmann.

Wer hinter dem Vandalismus stecken könnte, wissen sie und ihre Mitstreiter nicht. „Klar ist nur, dass die Täter nichts gegen Massentierhaltung zu haben scheinen“, sagt Bischoff. Die Bürgerinitiative hat bei der Polizei Anzeige erstattet und sie gebeten, verstärkt Streife zu fahren.

Viel Hoffnung, die Täter zu fassen, haben die Beamten aus Bruchhausen-Vilsen jedoch nicht: „Die Ermittlungen haben bisher nichts ergeben. Wir befürchten, dass wir nichts rausfinden können, solange sich niemand verplappert“, erklärt die Polizei. Verstärkt in Arbste und Altenfelde Streife zu fahren, sei personell nicht möglich: „Bei allem Verständnis: Da gibt es Dinge mit mehr Brisanz.“

Infoabend zu Massentierhaltung

Die gut 20-köpfige „Asendorfer Bürgerinitiative gegen Massen-Tierhaltung“ will verhindern, dass der Kampsheider Landwirt Michael Eckebrecht am Arbster Weg eine Anlage für 1 000 Sauen mit Ferkelplätzen errichtet. Den entsprechenden Bauantrag prüft der Landkreis gerade. Die Initiative sammelte nach eigenen Worten bereits 750 Unterschriften gegen das Vorhaben.

Sie lädt für Montag, 26. Oktober, alle Interessierten ins Gasthaus Uhlhorn ein. Dort spricht ab 19 Uhr Josef Voss, Umwelt- und Agrarreferent der Landtagsfraktion der Grünen. Der Eintritt ist frei. Folgende Fragen stehen im Mittelpunkt: Welche Auswirkungen hat die Massentierhaltung auf Mensch und Umwelt? Wohin steuert die Landwirtschaft? Wie ist die Rechtslage bei der Genehmigung? Was können die Bürger dagegen unternehmen?

mah

www.asendorfer-bi.de

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