Lockdowns sorgen für reichlich Abfall

Umweltspaziergang für eine saubere Landschaft in Bruchhausen-Vilsen am 24. April

Viele Menschen mit Mülltüten und Warnwesten.
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In Scharen, wie hier in Asendorf, darf man in diesem Jahr nicht zum Müllsammeln losziehen. Die AWG schlägt alternativ einen Umweltspaziergang vor, denn Müll in der Natur gibt es mehr als genug.

Samtgemeinde – Bei vielen Vereinen und Gruppen aus der Samtgemeinde ist der zweite Samstag im März reserviert für den „Tag der sauberen Landschaft“. Seit Jahren und Jahrzehnten. Dieses Jahr wäre das der 13. März gewesen, doch der Abfall liegt noch genau da, wohin ihn gedankenlose Mitmenschen entsorgt haben: In Rabatten, entlang der Straßen, an Spazierwegen.

Die Corona-Verordnung gibt es nicht einmal her, dass man sich zum Müllsammeln trifft. „Wir wollen aber nicht, dass diese Veranstaltung in Vergessenheit gerät“, sagt Matthias Kühnling von der Abfallwirtschaft-Gesellschaft (AWG) und ruft zum Umweltspaziergang auf. Bruchhausen-Vilsen macht mit, versichert Jannik Dietz aus dem Ordnungsamt der Samtgemeinde. Das „Wie“ stehe noch nicht fest, aber das „Wann“.

Am Samstag, 24. April, sind die Bewohner der Samtgemeinde aufgerufen, zwei, drei Stündchen ihrer Freizeit für den Frühjahrsputz auf öffentlichen Flächen abzuzwacken. Bis dahin werde das Ordnungsamt organisieren, dass Abfallbeutel und Utensilien vorhanden sind und geklärt ist, wo eifrige Sammler ihre Beute loswerden können. „Wir sind dabei, all das zu klären“, sagt Jannik Dietz. Dass es für den Aktionstag trotz Corona-Einschränkungen eine Alternative geben soll, freue ihn sehr.

Die Samtgemeinde war in den vielen zurückliegenden Jahren nämlich immer gut dabei. Fast 300 Menschen, vom Kind bis zum Senior, hatten sich 2019 auf den Weg gemacht. Im Corona-Jahr 2020 waren es am Wochenende vor dem ersten Lockdown noch fast 250 Unerschrockene, die ihren Ort von Einweg-Kaffeebechern, Fastfood- und Snack-Verpackungen befreien wollten, bevor die Natur diese unnatürlichen Hinterlassenschaften unter ihrem Grün verschwinden lässt. Ende April wird es etwas schwieriger sein, an diesen Dreck ranzukommen, wenn Büsche und Bäume ausgeschlagen haben. Nötig sein dürfte der Umweltspaziergang aber nicht nur trotz, sondern auch wegen der jetzt seit einem Jahr herrschenden Corona-Pandemie.

Der Anteil an Fast Food- und weiteren Verpackungen von Essen zum Mitnehmen hat im vergangenen Jahr deutlich zugenommen, berichtet Matthias Kühnling aus Sicht des Abfallentsorgers. Nicht alles davon ist im gelben Sack und dem Restmüllbehälter gelandet. Müll am Straßen- und Wegesrand fällt überall deutlich auf.

Den Titel „Paradebeispiel für illegale Müllentsorgung“ trägt leider die Landesstraße 202 in Berxen und Nenndorf. In den Gräben zu beiden Seiten liegen ungezählte Getränkebehälter und Imbissverpackungen. Es sieht so aus, als ob Autofahrer eine schnelle Mahlzeit aus Syke oder Bassum während der Fahrt verspeist haben und kurz vor der eigenen Haustür ihr Vehikel noch eben sauber halten wollen. Fenster auf, raus mit dem Mist. Das, was dort im Graben landet, gibt die komplette Speisekarte einiger Schnellrestaurants wieder.

Wer sich nicht zu schade ist, den Dreck anderer Leute wegzuräumen, um sich selbst in einer sauberen Landschaft wohlzufühlen, ist beim Umweltspaziergang richtig. Und wird am 24. April einiges zu tun haben. AWG und Kommune hoffen, viele Einwohner mobilisieren zu können. Als Gruppe dürfen Vereine und Organisationen nach heutigem Stand noch nicht wieder als Rudel auftreten. Fünf Personen aus zwei Haushalten dürften sich derzeit zu einer gemeinsamen Freiluft-Unternehmung treffen. Ein Potenzial, das die AWG ausschöpfen möchte.

Sie stellt Müllbeutel, Handschuhe und – so lange der Vorrat reicht – Greifzangen zur Verfügung, um die Drecksarbeit zu erleichtern. Ein Gewinnspiel soll einen Anreiz bieten, sich für die Umwelt einzusetzen. „Die Resonanz ist bisher schon richtig gut“, sagt Matthias Kühnling zu ersten Rückmeldungen. Die AWG gebe für diese Aktion kein festes Datum vor, Bruchhausen-Vilsen habe sich jedoch entschieden, den 24. April als Aktionstag auszurufen, sagt Jannik Dietz. Sobald alles organisiert sei, werde er die Vereine und Gruppen mit Details versorgen, kündigt er an. Ob der Mittagsimbiss wieder als kleines aber willkommenes Dankeschön der Kommune angeboten werden kann, müsse er noch offenlassen. „Ich denke aber, dass uns unsere Vereine auch unter Corona-Bedingungen unterstützen werden“, heißt es aus dem Rathaus.

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