Umbaukonzept vorgestellt / Wiedereröffnung im Sommer / Politiker loben Pläne

Klostermühle: Altes erhalten, Neues schaffen

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Das historische Mühlenhaus soll auch in Zukunft im Mittelpunkt stehen. Zusätzlich ist ein neues Gästehaus geplant.

Heiligenberg - Von Mareike Hahn. Die Ursprünglichkeit der Klostermühle soll noch stärker betont werden, gleichzeitig soll ein neues, zeitgenössisches Gästehaus das historische Gebäude ergänzen: Familie Brüning hat große Pläne auf dem Heiligenberg. Welche genau das sind, erklärte Juliane Brüning zusammen mit Architekt Gerhard Fröhlich und Markus Baritz, Geschäftsführer der Planungsgruppe Grün, am Dienstagabend dem Bauausschuss des Fleckens Bruchhausen-Vilsen – und erntete am Ende Applaus von den Kommunalpolitikern und den rund 25 anwesenden Bürgern im Rathaus.

Die Brünings, Inhaber des Forsthauses, übernehmen Anfang nächsten Jahres die benachbarte Klostermühle von Noch-Eigentümerin Christa Hufnagl. Nach einer Umbauphase soll die Mühle voraussichtlich im Frühsommer wieder öffnen. Wie viel Geld sie in den Umbau investieren, möchten die Brünings nicht verraten.

„Wir wollen die Idee von Christa Hufnagl im Prinzip weiterführen: eine bodenständige, heimelige, unkomplizierte Gastronomie“, sagte Juliane Brüning und unterstrich: „Das soll kein neues Forsthaus werden. Wer ins Forsthaus kommt, plant das meistens vorher. Die Klostermühle soll anders funktionieren, da geht man mal eben spontan hin. Und wir möchten noch mehr auf die heimische Bevölkerung zugehen.“

Mehrfach sagte Brüning, dass der ganze Heiligenberg und somit auch die Klostermühle ein „Schatz, etwas ganz Besonderes“ ist und bleiben soll. Die vorgestellten Pläne seien noch nicht endgültig: „Es ist immer noch ein Prozess.“

Das, was die Brünings mit der Denkmalschutzbehörde besprochen und zusammen mit ihren Architekten auf Papier gebracht haben, kann sich aus Sicht des Bauausschusses jedoch schon sehen lassen. „Im Vordergrund steht eindeutig die historische Mühle“, sagte Architekt Fröhlich. „Wir werden den Baukörper in voller Form erhalten.“ Geplant sei, das Innere des Hauptgebäudes zu renovieren. Im Erdgeschoss soll künftig Platz für ein Büfett und fürs Showkochen sein.

„Im Obergeschoss wollen wir das Gebäude von Zubauten befreien, sodass man die Mahlwerke wieder erkennen kann“, ergänzte Fröhlich. Ein Aufzug sei vorgesehen, eine Terrasse solle das Haus einfassen. „Im unteren Bereich haben wir die Gastronomie, oben Tagungen und Bankette. Im Foyer und im Tagungsbereich kann man Kunst ausstellen.“

Zehn Hotelzimmer sollen in einem neuen Haus, genannt „Domus“ (Lateinisch für Haus), entstehen. „Wir denken an ein modernes, zweigeschossiges Gebäude“, sagte Juliane Brüning. „Auch der Denkmalschutz und die Baubehörde wünschen sich ein Gebäude, das klar aus dem 21. Jahrhundert stammt, damit die historische Klostermühle etwas Besonderes bleibt.“ Die vergraute Holzfassade solle an die Verkleidung alter Feldscheunen erinnern, sagte Fröhlich. „Und die Accessoires werden aus Kupfer bestehen.“ Im Obergeschoss können sich die Besucher auf Balkonen aufhalten, im Erdgeschoss auf Terrassen.

Noch nicht klar sei die künftige Nutzung des Backhauses. „Laut Denkmalpflege ist es nicht erhaltenswert“, sagte Fröhlich. „Angedacht ist ein Infocenter, eventuell könnte man auch ein anderes altes Gebäude aus der Gegend dorthin versetzen. Aber das ist noch nicht konkret.“ Der alte Speicher, ein weiteres Nebengebäude, solle abgerissen werden.

Auch im Außenbereich wird sich einiges tun: Nach Angaben von Baritz sollen am Waldrand weitere Sträucher gepflanzt werden. „Die Quellen, die zu einem kleinen Bach führen, wollen wir weiter hervorheben durch eine Blumenbepflanzung.“ Etwas zurückliegend, hinter der Straße, sollen neue Parkplätze genug Platz für Fahrzeuge bieten. Zudem seien ein Grillplatz und langfristig auch eine Terrasse auf dem Teich vorgesehen.

Die Mitglieder des Bauausschusses lobten die Pläne, äußerten aber auch hier und da Bedenken. So fand Walter Kreideweiß (Grüne) das „Bettenhaus“ zu dominant. „Dort sind so hohe Bäume, dass Sie Mühe haben werden, den ,Domus‘ zu erkennen“, entgegnete Fröhlich. In den kommenden Wochen wolle man ein Abstimmungsgespräch mit der Baubehörde führen und dann den Bauantrag stellen. Die Politiker ebneten diesem Vorhaben den Weg: Gegen die Stimme von Kreideweiß empfahlen sie die notwendige Änderung des Bebauungsplans „Klostermühle“.

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