Die Ukraine soll wieder blühen

Dana Arnold wirbt mit dem Verein „Kolos“ um Völkerverständigung

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Dana Arnold vom Verein „Kolos“ mit einem Bild von einer ukrainischen Künstlerin, das eine bunte Ukraine zeigt. Daneben steht eine Skulptur von Künstler Heinrich Frömke (Syke) aus Metallteilen, die Arnold im Kriegsgebiet der Ukraine gesammelt hat.

Br.-Vilsen - Von Karin Neukirchen-Stratmann. Wenn Dana Arnold anfängt, von der Ukraine zu erzählen, dann merkt man schnell, dass sie für ihr Mutterland brennt. Gebürtig kommt die seit 17 Jahren in Bruchhausen-Vilsen lebende Frau aus Ternopil in der Westukraine.

Sie hat eine Vision: Sie möchte, dass aus der Ukraine wieder eine blühende Landschaft wird. In dem osteuropäischen Staat herrschen bürgerkriegsähnliche Zustände.

Zu Arnolds Wunsch passt das Bild einer befreundeten Künstlerin, die die Umrisse der Ukraine gemalt hat, gefüllt mit vielen bunten Blüten. Ein Lieblingsbild von Dana Arnold. Um die Ukraine und ihre Eigenheiten in Deutschland bekannter zu machen, hat die 44-Jährige 2016 den Verein „Kolos“ mit Sitz in Bruchhausen-Vilsen gegründet. 

„Kolos heißt so viel wie Ährenkorn, eine Saat, die hoffentlich aufgehen wird“, erklärt die Vorsitzende. Mit dem Verein möchte sie dazu beitragen, dass die Menschen in Deutschland ihr Heimatland Ukraine besser kennenlernen, akzeptieren. Die rund zehn Mitglieder von „Kolos“ stammen überwiegend aus der Ukraine, aber auch aus Polen und Deutschland.

Für mehr Verständnis und Toleranz

„Es geht mir um Völkerverständigung. Es ist doch so, dass die vielen Diskrepanzen und Kriege meist aus religiösen Gründen oder aus Nationalitätsgründen geführt werden. Mehr Verständnis und Toleranz könnten hier viel bewirken“, sagt sie. Eingepflanzt hat ihr dieses „Körnchen“, den Einsatz für die Völkerverständigung, ihre frühere Mathe-Lehrerin. „Sie wurde eine Freundin fürs Leben für mich“, erzählt Arnold. „Und sie ist eine Künstlerin, fertigt tolle Scherenschnitte an.“

Die Kunst ist es, mit deren Hilfe Arnold für die Völkerverständigung wirbt, und für ihr Land, die Ukraine. Die Kontakte dorthin sind nie abgebrochen, auch heute noch fährt sie regelmäßig in den Staat. Dort hat sie ein Netzwerk aus Künstlern geknüpft, mit deren Hilfe sie hierzulande für ihr Land werben möchte. Arnold lebt seit 24 Jahren in Deutschland.

„Die Kontakte in der Ukraine haben sich so ergeben. Ich habe dort noch ein kleines Haus, 100 Jahre alt. Dort habe ich einmal ein Lagerfeuer veranstaltet und dazu Menschen eingeladen, die ich interessant fand. Ich habe dann spontan gesagt: ,Lasst uns etwas Großes zusammen machen‘.“ So entstand das Künstlernetzwerk, aus dem sich Arnold heute bedient, wenn sie zum Beispiel Veranstaltungen plant.

Eine Woche im Zeichen der Ukraine

Zuletzt, im September, fand im Alten Gaswerk in Bruchhausen-Vilsen eine solche Veranstaltung statt, eine Woche im Zeichen der Ukraine mit viel Kunst und Musik. „Ohne die Hilfe vieler Menschen hier aus dem Ort, allen voran Dr. Dr. Wolfgang Griese und Wilfried Müller, hätte ich das nicht geschafft“, erklärt sie, dankbar für die Unterstützung von Griese, Vorstandsmitglied im Kultur- und Kunstverein, und Müller vom Verschönerungsverein.

Auch auf dem letztjährigen Weihnachtsmarkt im Luftkurort war sie vertreten, mit Kunsthandwerk aus der Ukraine, das sie im Bavendamschen Haus zeigte. Darunter waren viele Gegenstände, die ehemalige Soldaten in der Ukraine angefertigt hatten. „Das war toll, viele Menschen haben mich angesprochen und wollten mehr über die Ukraine wissen.“

So beflügelt, plant die quirlige Mutter einer zehnjährigen Tochter nun das nächste Großereignis. „Die Idee ist, in der Halle der Museums-Eisenbahn ein Konzert zu veranstalten, mit Sänger und Pianist. Dabei könnte man natürlich auch toll Kunst aus Metall zeigen“, sagt Arnold.

Kunstwerke kommen aus der Ukraine nach Deutschland

Einen Künstler, der große, schwere Metallskulpturen anfertigt, hat sie bereits an der Hand. Auch der Transport der Kunstwerke aus der Ukraine nach Deutschland ist schon gesichert. Was fehlt, ist finanzielle Unterstützung. „Es hätten 199 Menschen Platz in der Halle. Die Ticketeinnahmen würden einen Teil der Kosten decken, aber nicht alles.“ Dana Arnold hofft nun auf Unterstützung der Gemeinde, erste Gespräche habe sie bereits geführt.

Etwas vergisst Arnold übrigens nie: „Mir geht es um ein ehrliches Miteinander. Nur wer ehrlich ist, handelt auch entsprechend.“ Als Beispiel nennt sie den ehemaligen Mitarbeiter im ukrainischen Verteidigungsministerium, Anatoli Hryshchuk. „Er schreibt heute unter anderem Kinderbücher, und eines würde ich gerne auch auf Deutsch veröffentlichen, aber dazu brauche ich Spenden.“ Diesen Autor habe sie als ehrlichen und weltoffenen Mann kennengelernt.

Wer mehr über den Verein „Kolos“ wissen oder die Arbeit von Dana Arnold unterstützen möchte, erreicht sie unter Telefon 0172/4066752.

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