GEP untersucht Erscheinung und sucht Zeugen

Das Ufo über Uenzen hat wohl eher irdische Ursachen

Vorsicht, das ist eine Fotomontage! Aber auf diese Weise versucht die Gesellschaft zur Erforschung des Ufo-Phänomens, Meldungen von Zeugen optisch darzustellen. Der Verein ist nach eigener Aussage nicht auf der Suche nach Außerirdischen, sondern will Himmelserscheinungen identifizieren. Meist haben sie ganz irdische Gründe. Foto: GEP
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Vorsicht, das ist eine Fotomontage! Aber auf diese Weise versucht die Gesellschaft zur Erforschung des Ufo-Phänomens, Meldungen von Zeugen optisch darzustellen. Der Verein ist nach eigener Aussage nicht auf der Suche nach Außerirdischen, sondern will Himmelserscheinungen identifizieren. Meist haben sie ganz irdische Gründe. Foto: GEP

Es klingt wie aus einem Science-Fiction-Film: Am Himmel erscheint plötzlich ein leuchtendes Objekt, das sich weder erklären noch zuordnen lässt – und Zeugen vor ein absolutes Rätsel stellt. Die Gesellschaft zur Erforschung des Ufo-Phänomens hat es sich zur Aufgabe gemacht, solchen Fällen auf den Grund zu gehen. Dieser eingetragene Verein beschäftigt sich aktuell mit einem Fall aus Uenzen bei Bruchhausen-Vilsen.

Landkreis Diepholz - Fallnummer 20190902 A: Es ist der 2. September 2019, 23.28 Uhr mitteleuropäischer Zeit. Eine 23-Jährige ist in der weiten Landschaft auf dem Uenzer Damm unterwegs. „Plötzlich kam in geringer Entfernung hinter einem Baum ein runder Flugkörper hervor, der an der Unterseite mit grünen Lichtern ausgestattet war und sich geräuschlos in eine Richtung bewegte“, hat Hans-Werner Peiniger als Vorsitzender der Gesellschaft zur Erforschung des Ufo-Phänomens (GEP) mit Sitz in Lüdenscheid die Meldung der jungen Frau protokolliert. Und weiter: „Ihr Verlobter, der zur selben Zeit einen anderen Weg fuhr, hat das Objekt ebenfalls gesehen.“

Im Protokoll heißt es weiter: „Kurz nach der Sichtung sah die Zeugin tief über einer Wiese ein weiteres Objekt fliegen, das sich jedoch durch eine andere Form und ein anderes Leuchtverhalten vom ersten Objekt unterschied.“

Hans-Werner Peiniger fertigt aufgrund dieser Zeugenaussagen eine Skizze des unbekannten Flugobjekts an – und passt sie genau in ein Foto vom Sichtungsort ein. Die genauen GPS-Koordinationsdaten hat er ebenfalls angegeben.

Öffentlich wollen sich aber weder die 23-Jährige noch ihr Verlobter äußern, erklärt Peiniger auf Nachfrage dieser Zeitung und zu dem Wunsch, direkt mit den beiden Zeugen sprechen zu wollen.

„Ufos“ meist Drohnen, Ballons oder Flugzeuge

Nein. Auf der Suche nach Außerirdischen sei er nicht, sagt Hans-Werner Peiniger. Aber er weiß, dass die Bezeichnung Ufo für ein unbekanntes Flugobjekt viel zu oft mit Science Fiction verknüpft ist. Für ihn und die Mitglieder des Vereins steht Ufo für das, was wortwörtlich gemeint ist: Ein unbekanntes Flugobjekt, das es zu identifizieren gilt. In den meisten Fällen finden Peiniger und seine Kollegen einen ganz realen Grund für die Erscheinung, so die Botschaft der GEP. Das rätselhafte Flugobjekt entpuppt sich als Modell-Heißluftballon, Drohne oder Flugzeug.

Rätselhafte Fälle zu lösen, ist für die Mitglieder der GEP ein Hobby. Die Chronologie ihrer Arbeit macht sie im Internet transparent. Mehr als 3 300 Fälle sind dort dokumentiert – auch aus dem Landkreis Diepholz.

Erscheinungen auch über Bassum und Syke

So hat am 26. September 2012 um 19.50 Uhr ein 50-Jähriger in Bassum-Stühren ein „helles stationäres Objekt“ am Himmel gemeldet. Um was es sich genau handelte, konnte die GEP nicht feststellen. Anders als am 6. Juni 2008 um 22.30 Uhr in Syke-Heiligenfelde. Die von dort gemeldete rätselhafte Himmelserscheinung entpuppte sich als Modell-Heißluftballon. Die GEP-Mitglieder recherchierten das anhand technischer Datenbanken und Vergleichsfotos.

Ein Modell-Heißluftballon war laut GEP-Datenbank auch die Ursache für eine Himmelserscheinung am 24. Juli 2008 um 22.35 Uhr in Diepholz – und ebenso am 15. August 2009 um 23.35 Uhr. Aufgelistet ist der GEP-Datenbank auch die Meldung eines unbekannten Flugkörpers aus dem Jahr 1973 um 14.30 Uhr, zu dem es aber keinen konkreten Tag gibt – und ebenso wenig eine Erklärung.

GEP arbeitet mit Deutscher Flugsicherung zusammen

Anders als bei einer Sichtung vom 29. Juni 1997 gegen 2 Uhr in Weyhe-Dreye. Die Mitglieder der GEP entlarvten das unbekannte Flugobjekt schlicht und ergreifend als Flugzeug. „Wir arbeiten auch mit der Deutschen Flugsicherung zusammen“, sagt Hans-Werner Peiniger.

Auffallend in der Statistik der GEP sind 16 bundesweite Sichtungen in der Zeit zwischen dem 29. November um dem 5. Dezember 2019, die alle die gleiche Erläuterung tragen: „Satellit/en (SpaceX - STARLINK)“. Die Erklärung: Das US-Raumfahrtunternehmen SpaceX hatte 60 Kleinsatelliten in die erdnahe Umlaufbahn gebracht – für den Internetdienst Starlink, ein Projekt des US-Unternehmers Elon Musk. „Sie waren wie Perlen an einer Schnur zu erkennen“, sagt Hans-Werner Peiniger, der nach eigener Aussage seit 40 Jahren Himmelserscheinungen aufzuklären versucht. „In den meisten Fällen gelingt das. Manchmal auch erst nach Jahren, wenn es neue technische Erkenntnisse gibt.“ Aber drei bis vier Prozent der gemeldeten Erscheinungen seien einfach nicht zu klären.

GEP sucht Zeugen der Sichtung über Uenzen

Bleibt abzuwarten, ob die GEP die aktuelle Sichtung in Uenzen zeitnah zuordnen kann. In jedem Fall sucht die GEP nach weiteren Augenzeugen, die am 2. September um 23.28 Uhr im Großraum Bruchhausen-Vilsen ebenfalls ungewöhnliche Beobachtungen gemacht haben – oder den Flugkörper erklären können.

Hinweise nimmt die GEP per E-Mail an info@ufo-forschung.de oder unter Telefon (02351/23377) entgegen.

www.ufo-forschung.de

Kommentar von Anke Seidel

Unbekanntes Flugobjekt: Misstrauisch bleiben

Es sind Mysterien und ungelöste Rätsel, die Menschen immer wieder faszinieren – und ihre Fantasie beflügeln. Das gilt auch für das unbekannte Flugobjekt, das Ufo, vom Uenzer Damm. Absolut rational erklärbar? Diese Frage zu beantworten, hat sich die Gesellschaft zur Erforschung des Ufo-Phänomens zur Aufgabe gemacht. Nicht auf der Suche nach Außerirdischen, sondern nach der wirklichen Ursache für die Erscheinung. 

Ob das gelingt, hängt entscheidend von der Qualität der Zeugenaussagen ab. Zuviel Fantasie verfärbt bekanntlich die Rationalität und ist alles andere als konstruktiv. Transparenz zu schaffen dagegen ist eine spannende Aufgabe: Sie ist die Basis für allzu notwendige Erklärungen.

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