Über 1000 Unterschriften übergeben

Bürger stehen auf gegen Stallbau

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Elke Hübner von der Bürgerinitiative übergab mehr als 1000 Unterschriften gegen den geplanten Stallbau an Bürgermeister Heinfried Kabbert.

Asendorf - Von Mareike Hahn. „Die Liste ist leicht, aber die Botschaft wiegt schwer.“ Mit diesen Worten überreichte Elke Hübner von der „Asendorfer Bürgerinitiative gegen Massen-Tierhaltung“ am Dienstagabend mehr als 1000 Unterschriften an Bürgermeister Heinfried Kabbert. Zahlreiche Mitstreiter erhoben sich im Gasthaus Steimke in Graue von ihren Stühlen, um Hübners Aussage zu untermauern: „Wir sind heute hier, um noch mal unseren Widerspruch gegen die geplante Stallanlage am Arbster Weg und gegen weitere Ställe dieser Art deutlich zu machen.“

Wie berichtet, möchte der heimische Landwirt Michael Eckebrecht am Arbster Weg eine Anlage für 1000 Sauen mit Ferkelplätzen errichten. Sein Bauantrag liegt dem Landkreis Diepholz vor. „Wir prüfen zurzeit die planungsrechtliche Zulässigkeit und warten noch auf ein paar Angaben von Herrn Eckebrecht“, sagte gestern auf Nachfrage Joachim Homburg, stellvertretender Leiter des Fachbereichs Planen und Bauen.

Landwirt sucht

weiterhin das Gespräch

Die Bürgerinitiative kämpft gegen Eckebrechts Vorhaben – und gegen „Tierfabriken“ überhaupt. „Wir wollen nicht in einer Gegend leben, in der wir Angst haben müssen vor der Luft, die wir atmen, und vor der Nahrung, die wir zu uns nehmen“, spielte Hübner auf die befürchtete Verbreitung von multiresistenten Keimen durch den Stall an.

Kabbert nahm die Liste zu Beginn der Asendorfer Ratssitzung entgegen und blätterte sie kurz durch: „Die ist aber weit gereist“, bemerkte er mit Blick auf die Unterschrift eines Kölners. „Noch haben wir hier immer wieder Gäste, das ist doch schön“, entgegnete der Arbster Peter Henze, und Stallgegnerin Heide Strangmann ergänzte: „Es haben nur Leute unterschrieben, die hier waren.“

Horst Eckebrecht, der Vater des antragstellenden Landwirts, ging auf die Bürgerinitiative zu: „Ich würde gerne noch mal ein Treffen anberaumen und miteinander sprechen.“ Eckebrecht möchte zusammen mit der Initiative kurzfristig einen Termin suchen, bei dem er und die Anwohner, nicht aber die Presse anwesend sein können.

In der Einwohnerfragestunde wollte Strangmann wissen, ob sich der Rat bereits mit Eckebrechts Bauantrag befasst habe. Das verneinte Kabbert: „Der Antrag liegt der Gemeinde noch nicht vor.“ Der Bürgermeister erläuterte, dass der Kreis über den Antrag entscheiden und die Gemeinde nur hinsichtlich der Erschließung des Stalls befragen werde.

Eine Anmerkung, mit der Bürgerin Antje Hillmann nicht zufrieden war. „Es gibt Gemeinden, die andere Wege beschritten haben – mit Erfolg“, sagte sie. „Ich verstehe die Trägheit in Asendorf nicht. Das ist für mich keine Bürgervertretung. Ich habe das Gefühl, dass die Politiker froh sind, sich auf die Erschließung zurückziehen zu können.“ Sie wisse nicht, für wen sie bei der nächsten Wahl ihr Kreuz setzen solle. „Lassen Sie sich nominieren und bringen Sie hier Elan rein“, konterte Kabbert.

Erika Rosenfeld von der Initiative kritisierte die Agrarfabriken: „Wenn wir das Geld mal außen vor lassen, dann sieht jeder, dass es nicht gut ist, wie es läuft.“ „Wissen die überhaupt, was Agrarfabriken sind? Waren die da schon mal drin?“, raunte jemand im Zuschauerraum. „Normalerweise kümmert sich eine Gemeinde um die Belange ihrer Bürger“, fuhr Rosenfeld fort und sprach die Ratsleute direkt an: „Wann kann sich mal einer von euch dazu äußern?“ Kabbert sagte nur einen einzigen Satz: „Im Rahmen der gültigen Gesetze.“

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