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TSV Süstedt probt neue Komödie / Spektaklers hoffen auf Aufführungen im Frühjahr

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Von: Jannick Ripking

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Die Theatergruppe Süstedt setzt den Mundschutz auf. Das
Die Theatergruppe Süstedt setzt den Mundschutz auf. Das © Matthias Strohmeyer

Samtgemeinde – Plattdeutsches Theater hat in der Samtgemeinde Bruchhausen-Vilsen einen hohen Stellenwert und lockte in der Vergangenheit viele Besucher in die Säle, in denen die Schauspielgruppen auftraten. Die Corona-Krise hat in diesem Frühjahr aber für ein jähes Ende der Theatersaison gesorgt. Im Sommer sah es noch danach aus, dass die Theatersaison 2020/21 zumindest in abgespeckter Form über die Bühne gehen kann. Für den November beschloss die Bundesregierung aber einen zweiten Lockdown. Der „Lockdown light“ betrifft auch das plattdeutschen Theater in der Samtgemeinde Bruchhausen-Vilsen. Die Kreiszeitung hat bei den Theatergruppen nachgefragt, ob und inwieweit Auftritte trotz der Pandemie geplant sind.

De Uhlenspeeler

Die plattdeutsche Theatergruppe, die Uhlenspeeler aus Schwarme, wartet sehnsüchtig darauf, wieder auftreten zu können. „Aber Corona wirft ja immer alles über den Haufen“, sagt Hermann Schröder vom Heimat-, Umwelt- und Kulturverein Eule. Im März schmiss Corona die Uhlenspeeler nach den ersten zwei Aufführungen sprichwörtlich von der Bühne in Robberts Huus.

Die Theatergruppe brenne darauf, die Aufführungen des Stücks „Heinrich und dat Etablissement“ möglichst bald nachzuholen. „Das ist so ein tolles Stück. Daran wollen wir festhalten“, sagt Theatergruppenleiter Wilfried Brückner. In dem Stück geht es um zwei leichte Mädchen, die in einem gewissen Etablissement ein Zimmer vermieten wollen. Bauer Heinrich büchst zu Hause aus und mietet sich das Zimmer. Er hält die Frauen allerdings für Masseurinnen und die Missverständnisse nehmen ihren Lauf.

Der Verein will denjenigen, die schon Karten reserviert hatten, neue Aufführungstermine anbieten. Doch es sei noch etwas Geduld gefragt. „Wir müssen die Corona-Entwicklung abwarten“, sagt Hermann Schröder. Schließlich könne man sich Theater nicht ohne Körperkontakt und eine gewisse Annäherung der Schauspieler auf der Bühne vorstellen. „Die Schauspieler stehen bereit und würden gern auftreten“, sagt er. Doch das werde frühestens im März des nächsten Jahres sein. „Da haben wir unsere festen Termine“, meint Wilfried Brückner.

Ob und in welcher Form die Aufführungen dann nachgeholt werden können, werde sich frühestens Ende dieses Jahres klären. Klar sei auf jeden Fall, dass die mögliche Zahl der Veranstaltungsteilnehmer deutlich reduziert werden müsse und eine vorherige Anmeldung unter Angabe der Kontaktdaten erforderlich sei.

Theaterverein Homfeld

Der Theaterverein Homfeld war fest entschlossen, die Theatersaison 2020/2021 trotz der Corona-Pandemie stattfinden zu lassen. Der Vorverkauf sollte im Oktober starten und die erste Vorführung war bereits für Ende November geplant. „Sofern es möglich ist, wollen wir auftreten“, sagte Hermann Schröder vom Theaterverein noch im Oktober. Durch den beschlossenen Lockdown im November ist diese Planung unmöglich geworden.

Die Wahl des Vereins fiel auf das Lustspiel „Een Fro mutt her!“ von Eva Hatzelmann, ins Plattdeutsche übersetzt von Helma Klüver. Inhalt des Stücks: Auf dem Martens-Hof geht es drunter und drüber. Die Endfünfziger Bernd und Jochen Martens sowie Jochens Sohn Berni sind zwar gestandene Mannsleute – aber so richtig Ordnung in den Laden kriegen sie partout nicht. Eine Frau muss her – und das fällt allen gleichzeitig ein, ohne sich miteinander abzusprechen. So tauchen drei sehr unterschiedliche Frauen am gleichen Tag auf – ein Riesen-Kuddelmuddel.

Nach jetzigen Stand sind alle bereits angekündigten Auftritte im Restaurant Dillertal abgesagt und auf unbestimmte Zeit verschoben. Der Theaterverein weist darauf hin, dass er aufgrund der besonderen Bedingungen auf jegliches Rahmenprogramm verzichten muss. Sollten die Homfelder doch auftreten können, werde es keine Party, keine Tombola sowie bei Frühstücksvorstellungen keine Musik des Musikzugs der Freiwilligen Feuerwehr Bruchhausen-Vilsen geben.

De Spektaklers

Die Corona-Pandemie hat auch die Pläne von De Spektaklers aus Asendorf durcheinandergebracht. „Wir mussten in der vergangenen Saison zwei Aufführungen absagen“, erklärt Gerald Runge von De Spektaklers. Doch auch die Asendorfer Theatergruppe will mit insgesamt fünf Auftritten – drei im Februar und zwei im März – in die neue Theatersaison gehen.

Die Laienschauspieler halten am Stück des vergangenen Jahres fest. „Bevor wir ein neues einstudieren müssen, bleiben wir beim alten“, sagt Gerald Runge. Im Dreiakter „Familie Hummel“ geht es um eine Familie, die gemeinsam in einem Mehr-Generationen-Haus wohnt. Dabei sorgt Opa Klaus oft für familiäre Unruhen, sodass er versuchsweise in einem Altenheim untergebracht wird.

Auch De Spektaklers müssen coronabedingte Abstriche machen. Neben einer geringeren Zuschauermenge, werde es bis auf eine Vorstellung nur Frühstücksaufführungen im Gasthof Uhlhorn in Asendorf geben. Um auf etwaige Entwicklungen in der Corona-Pandemie reagieren zu können und einen möglichen Kartenrückverkauf zu vermeiden, soll der Kartenverkauf erst Anfang des Jahres 2021 starten.

Theatergruppe Süstedt

„Die Gruppe probt unter strengen Corona-Auflagen“, sagt Oliver Stellmann, Vorsitzender des TSV Süstedt über die Theatersparte des Vereins. Derzeit übe die Gruppe online und auf Abstand. Auch die plattdeutschen Theaterspieler aus dem Nordwesten der Samtgemeinde wollen im Frühjahr des nächsten Jahres ein Programm auf die Bühne bringen.

Das neue Stück haben sie bereits ausgewählt. Es heißt „Champagner ton Frühstück“. Darin geht es um Valentin, der aus dem Seniorenheim geflüchtet ist. Bei der Wohnungssuche trifft er auf Marie, die nicht mehr bei ihrer Tochter wohnen will. Gemeinsam gründen sie eine Rentner-WG, die so manche Turbulenzen und Missverständnisse zu bieten hat.

Auch die Süstedter Theatergruppe muss sich den Corona-Bedingungen anpassen. „Es wird dieses Mal kein traditionelles Vorverkaufs-Event geben“, sagt Oliver Stellmann. Karten können ab dem 29. November nur online oder unter Telefon 04240/1561 reserviert werden. Nach zwei Wochen werde der Verein die Bestellungen auswerten. Sollten mehr Reservierungen vorliegen als Plätze vorhanden sind, würde das Los über die Platzvergabe entscheiden, „weil wir nur mit einem Drittel der eigentlich verfügbaren Plätze planen“, erklärt Oliver Stellmann. Reservierungen von Einzelplätzen seien nicht möglich. Interessierte müssen mindestens zwei Karten vorbestellen. Die Maximalgrenze pro Reservierung liege bei zehn Personen. „Sollte ein Termin coronabedingt ausfallen, haben wir bereits Ersatztermine reserviert. Unsere Gäste können in dem Fall aber auch die Eintrittspreise erstattet bekommen“, erklärt Oliver Stellmann.

De Holdkroog Speeler

Im Februar dieses Jahres konnten De Holdkroog Speeler noch im Gasthaus Clausing in Weseloh auftreten. Nur die letzten beiden Aufführungen im März mussten die Laienschauspieler coronabedingt absagen. Dennoch hat sich der Theaterverein dazu entschieden, noch einmal das Stück aus der vergangenen Saison aufzuführen, „wenn die Corona-Lage es hergibt“, erklärt Christine Wachendorf, Schriftführerin von De Holdkroog Speeler. „Es ist alles ein bisschen in der Schwebe“, sagt sie.

Um die Kosten, die Mühen und den Aufwand deswegen möglichst gering zu halten, fiel die Wahl erneut auf den lustigen Dreiakter „Düvel ok, Herr Pastor“. In dem Stück geht es um den obdachlosen Freddie, der eigentlich nur eine kurzfristige Bleibe sucht, um seine müden Knochen etwas aufzuwärmen. Er entdeckt jedoch ein im Moment leer stehendes Pfarrhaus. Da die Gelegenheit günstig erscheint, nimmt er ein Bad. In Ermangelung eines Bademantels wirft er sich Kleidung des verstorbenen Pfarrers über und damit beginnt das Schlamassel.

„Die aktiven Spieler kommen schneller wieder rein“, benennt Christine Wachendorf einen Vorteil, auf das bekannte Stück zurückzugreifen. Noch habe sich der Theaterverein auf keine festen Auftrittstermine festgelegt. Dafür sei die Situation einfach zu undurchsichtig. „Man kann überhaupt nicht abschätzen, wie es im nächsten Jahr aussieht“, meint Christine Wachendorf.

HVV Martfeld

Die Corona-Krise bereitet der Theatergruppe des Heimat- und Verschönerungsvereins Martfeld keine Sorgen – zumindest was die Planung der Auftritte angeht. „Unsere Theatergruppe ruht sowieso seit der Schließung des Gasthauses Soller“, erklärt Torsten Tobeck stellvertretend für die Laiendarsteller aus Martfeld.

Seit einigen Jahren könne die Gruppe auf keine Räumlichkeiten mehr zurückgreifen, um aufzutreten, sodass es auch ohne das Coronavirus kein plattdeutsches Theater in Martfeld gegeben hätte. Offen ließ Torsten Tobeck allerdings, ob die Theatergruppe irgendwann wiederbelebt wird, sollte sich das Problem der fehlenden Bühne lösen lassen. „Das muss man dann sehen“, sagt er.

Derzeit geplante Aufführungstermine und -orte

Theatergruppe Süstedt

Samstag, 23. Januar um 19 Uhr. Freitag, 29. Januar um 19.30 Uhr. Sonntag, 31. Januar um 9.30 Uhr. Freitag, 5. Februar um 19.30 Uhr. Sonntag, 7. Februar um 9.30 Uhr. Samstag, 13. Februar um 9.30 Uhr. Sonntag, 14. Februar um 9.30 Uhr. Samstag, 20. Februar um 19 Uhr. Samstag, 27. Februar um 14.30 Uhr. Sonntag, 28. Februar um 9.30 Uhr. Freitag, 5. März um 19.30 Uhr. Sonntag, 7. März um 9.30 Uhr. Die Theatergruppe Süstedt tritt im Gasthaus Mügge auf.

De Spektaklers Asendorf

Sonntag, 14. Februar, um 9 Uhr. Sonntag, 21. Februar, um 9 Uhr. Sonntag, 28. Februar, um 9 Uhr. Sonntag, 7. März, um 9 Uhr. Samstag, 13. März, um 19 Uhr. De Spektaklers treten im Gasthof Uhlhorn auf.

De Uhlenspeeler Schwarme

Wegen unklarer Corona-Lage stehen noch keine Aufführungstermine fest. De Uhlenspeeler treten in Robberts Huus auf.

Theaterverein Homfeld

Wegen unklarer Corona-Lage stehen noch keine Aufführungstermine fest. Der Theaterverein Homfeld tritt im Restaurant Dillertal auf.

De Holdkroog Speeler Weseloh

Wegen unklarer Corona-Lage stehen noch keine Aufführungstermine fest. De Holdkroog Speeler treten im Gasthaus Clausing auf.

HVV Martfeld

Wegen fehlender Räumlichkeiten tritt die Theatergruppe bereits sei einigen Jahren nicht auf.

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