Konzert gegen Rassismus:

Trump und Le Pen müssen draußen bleiben

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Jalain Scharbert, Nils Borcherding und Lina Weber (von links) liegen im Endspurt für das Konzert „Turn Up 4 Tolerance“. 

Br.-Vilsen - Von Karin Neukirchen-Stratmann. Klare Kante zeigen rund 15 Schüler des Bruchhausen-Vilser Gymnasiums in ihrer seit rund zwei Jahren bestehenden AG „Schule ohne Rassismus“. Aus dieser Arbeitsgemeinschaft heraus findet morgen ab 18 Uhr ein Konzert in der Veranstaltungshalle neben der Mensa am Schulzentrum statt.

Mit dem Konzert wollen die Schüler ein Zeichen setzen. „Gegen Rassismus, gegen Diskriminierung“, erklärt Lina Weber vom Organisationsteam. „Rassismus hat in unserer Schule keinen Platz.“ Eine klare Aussage, die, so hatte die Arbeitsgruppe überlegt, nicht nur im Schulgebäude, sondern auch darüber hinaus bekannt gemacht werden sollte. „Über Musik erreicht man viele Menschen“, sagt Nils Borcherding, ein weiterer Mitorganisator. Das Konzert sei daher auch ausdrücklich für alle Altersgruppen gedacht.

Lehrer Tim Schöning gab den Tipp, ein Konzert zu organisieren. „In Weyhe hat er auch schon bei so etwas mitgewirkt“, erzählt Lina Weber. Die Idee war, ein Konzert mit Musikgruppen aus der Gegend zu organisieren. „Wir haben dann Bands ausgesucht, diese per E-Mail angeschrieben oder deren Agenturen“, sagt Lina Weber. Am Ende standen vier Teilnehmer fest: die Pop-Band „Lenna“, die Indie-Rocker von „Anne.Fuer.Sich“ und „Faakmarwin“, die Rap mit Indie-Rock mischen, kommen alle aus Bremen. Einen weiten Weg nimmt die Punk-Rock-Band „Rogers“ auf sich, sie kommt aus Düsseldorf.

Zahlreiche Treffen auch außerhalb der Schulzeit

Trifft sich die AG „Schule gegen Rassismus“ sonst eigentlich immer montags in der zweiten großen Pause, um Themen zu besprechen, waren für die Organisation des Konzerts zahlreiche Treffen auch außerhalb der Schulzeit notwendig. „Jeder hat sich so eingebracht, wie er konnte“, erzählt Lina Weber. Flyer und Plakate wurden gedruckt und verteilt. „Hauptsächlich in der Samtgemeinde und in Syke sowie auf Konzerten unter anderem in Bremen“, sagt Jalain Scharbert. Bei der Finanzierung war einmal mehr Lehrer Tim Schöning behilflich. „Er hat einen Antrag beim niedersächsischen Sozialministerium gestellt, und wir haben eine großzügige Unterstützung von dort erhalten“, sagt Nils Borcherding. Sponsoren aus der Region, wie die Kreissparkasse Syke, die Fahrschulen Ströh, Bending und Wrissenberg, die Musikschule Rothaus und Borcherdings Catering zeigten sich ebenfalls großzügig und unterstützen das Konzert am Sonnabend.

Seit der Gründung der Arbeitsgemeinschaft habe es deutlich weniger Diskriminierung und Rassismus an der Schule gegeben, berichtet Jalain Scharbert. Grund für die Gründung waren rechtsextremistische Aufkleber an Laternenpfosten und Schmierereien am alten Rewe-Markt. „Das konnten wir nicht mehr mit ansehen“, erzählen die drei Abiturienten. „Homophobe Ausdrücke hört man auch jetzt noch auf den Fluren“, bedauert Jalain Scharbert.

„Schön wäre es, wenn wir das jedes Jahr machen könnten“

Als Beispiel nennt sie den Spruch „Das ist schwul“. „Dagegen wehren wir uns, und es ist wirklich weniger geworden.“ Auch gegen den Rechtspopulismus „à la Trump, Le Pen oder AfD stehen wir“, sagt Lina Weber. Dass die AfD in der Samtgemeinde keine Rolle spielt, begrüßen die Schüler ausdrücklich. „Aber gerade am letzten Wochenende gab es einen Stand der AfD im Ort, der war aber schnell verschwunden“, sagt Nils Borcherding. Für Die drei steht fest: das Konzert „Turn Up 4 Tolerance“ soll der Auftakt einer Reihe sein. „Schön wäre es, wenn wir das jedes Jahr machen könnten.“ Und auch wenn die drei Organisatoren jetzt die Schule verlassen, wollen sie das Ganze weiterhin unterstützen. „Auch aus dem letzten Abi-Jahrgang sind einige, die hier in der Region geblieben sind, noch mit dabei“, sagt Nils Borcherding.

Das Konzert morgen beginnt um 19 Uhr, Einlass ist ab 18 Uhr. In der Mensa haben Besucher auch die Möglichkeit, sich an Ständen von „Pro Asyl“, „Lebenswege begleiten“ und „Medea“ zu informieren. „Und es wird eine Ausstellung der AG Flüchtlinge geben, in der sich Flüchtlinge dazu äußern, warum sie nach Deutschland gekommen sind“, erklärt Nils Borcherding.

Mit dem Gesamtpaket hoffen die Organisatoren, möglichst viele Bürger zu erreichen und dadurch ein Zeichen gegen Rechtsextremismus zu setzen. Eintrittskarten gibt es für drei Euro im Gymnasium und im „TourismusService“ Bruchhausen-Vilsen, in den Filialen der Kreissparkasse in Bruchhausen, Vilsen und Syke, beim Fleischergrill Borcherding in Bruchhausen-Vilsen, im „BreakOut“ Asendorf sowie bei der Musikschule Rothaus in Weyhe. An der Abendkasse kosten Tickets fünf Euro. 

Hier geht es zur Facebook-Seite: www.facebook.com/TurnUp4Tolerance

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