Trendbeobachter Mathias Haas referiert im Dillertal

Digitalisierung setzt Trends

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Kayla heißt die Puppe, die gute Antworten hat. Sie war „Begleitperson“ für den Trendbeobachter Mathias Haas während seines Vortrags im Gasthaus Dillertal.

Br.-Vilsen - Von Horst Friedrichs. Eine Pfeffermühle, die auf einen Schlag die ganze Familie zusammenbringt? „Ja, das gibt es schon“, erklärte der Trendbeobachter Mathias Haas seinem staunenden Publikum im Gasthaus Dillertal und präsentierte ebenjenes Gerät, das zwar Pfeffer mahlen kann, aber zugleich auch mit vielen zusätzlichen Funktionen verblüfft – so mit dem eingebauten Schalter, der das Wlan komplett lahmlegt und ratlose Eltern und Kinder aus virtuellen Welten zurückholt und am realen Küchentisch zur Lösungssuche vereint.

Mathias Haas präsentierte weitere Beispiele für Trend setzende Produkte, so die Minikamera, die Tausende von Aufnahmen macht und dem Nutzer am Ende des Tages die fünf interessantesten vorführt. Dass auch einfachste mechanische Teile im IT-Zeitalter zum Zug kommen können, zeigte eine simple Verschlusskappe, mit der man beispielsweise eine Webcam am Filmen hindern kann, ohne wissen zu müssen, wie man sie ausschaltet.

„Gibt es ein Mega-Trend-Update für die Samtgemeinde Bruchhausen-Vilsen?“, lautete die Frage, die in der Einladung zu dem Abend im Gasthaus Dillertal gestellt wurde. Mathias Haas antwortete darauf mit einem klaren „Ja“, und so war das Thema für seinen Vortrag denn auch „Der beste Trendbeobachter sind Sie!“

Die Beobachtung von Trends, so Mathias Haas, liefere die Erkenntnis, dass neues Verhalten neue Geschäftsmodelle produziere. Aus den Beispielen jener Produkte, die einen Trend setzen, ergebe sich für den Unternehmer die Frage: „Wo mache ich mit und wo nicht?“ Daraus folgen nach Erkenntnis des Trendbeobachters Haas weitere fundamentale Fragen, so etwa die, ob man auf Bewegungen, sprich Trends, als Täter oder als Opfer reagieren solle und welchen Preis man dafür zu zahlen bereit sei, möglicherweise als „nicht normal“ angesehen zu werden.

„Trends schaffen neue Möglichkeiten – oder neuen Druck“, erklärte Haas. „Man muss seine eigenen Chancen erkennen und entscheiden, ob man mitmachen will oder nicht.“ Dass bei der Entwicklung von Trends auch die Zeitspanne eine immense Rolle spiele, verdeutlichte der Referent am Beispiel der 3-D-Drucker. Diese seien schon vor Jahrzehnten entstanden, aber erst in jüngster Vergangenheit zu durchschlagender Geltung gekommen. Die Plattform Google-Trends ermögliche in diesem Zusammenhang durch den Vergleich der Suchwort-Aufrufe über Jahrzehnte die Entwicklung der Nachfrage nach bestimmten Produkten zu erkennen.

Die zunehmende Bedeutung von Megatrends veranschaulichte Mathias Haas mit zwei Themenbereichen, die er zuvor per Publikumsentscheid hatte auswählen lassen. „Weniger ist wer?“ lautete das Motto für einen dieser Bereiche. Was die Transparenz ausmacht, zeigte Haas am Beispiel einer Unterhose aus Neuseeland, die fast 40 Euro kostet, dafür aber Unvergleichliches mitliefert – Informationen, die dem Käufer die Entstehung des Produkts bis hin zu seinem Ursprung schildern. So enthält das besagte Kleidungsstück einen Videoclip, der unter anderem den Farmer und seine Familie in Neuseeland zeigt, die die verwendete Schafwolle produzieren.

Den zweiten Themenbereich unter der Überschrift „Gemischt-Wege-Handel“ skizzierte Haas anhand von Einblicken in die aktuelle Situation von Sparten des Einzelhandels und des Online-Handels und in außergewöhnliche Kombinationen von beidem. Der Anspruch der Kunden entwickle sich weg vom „Gleich mitnehmen“ hin zum Empfang am nächsten Morgen per Paketdienst. Auch die Notwendigkeit, eine Ware vor der Kaufentscheidung „anfassen“ zu müssen, verschwinde im Bewusstsein der Käufer mehr und mehr.

Die Digitalisierung werde neue Megatrends setzen. „Aus jeder Ecke der Welt kann ich heute die ganze Welt bedienen, wenn ich ein erstklassiges Produkt anzubieten habe“, sagte Mathias Haas. „Der Haken an der Sache ist nur: Genau das wissen alle anderen auch.“

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