34 502 Übernachtungen im Jahr 2016 in der Samtgemeinde

Tourismus auf Rekordniveau

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Der Heiligenberg mit dem Mühlenteich ist ein Anziehungspunkt für Touristen.

Samtgemeinde - 2016 war das Jahr der Tourismusrekorde – auch in Bruchhausen-Vilsen. Diese gute Nachricht überbrachte Martin Fahrland, Geschäftsführer des Unternehmens Mittelweser-Touristik, kürzlich dem Tourismusausschuss der Samtgemeinde. Dazu habe sicher auch das 50-jährige Jubiläum der Museumseisenbahn beigetragen, das der Deutsche Eisenbahn-Verein mit einer Festwoche in Bruchhausen-Vilsen feierte.

Die Anzahl der Übernachtungen im Flecken Bruchhausen-Vilsen stieg im vergangenen Jahr auf 29.475 – macht ein Plus von 19,8 Prozent im Vergleich zu 2015. In der ganzen Samtgemeinde waren es 34.502 Übernachtungen, 19,1 Prozent mehr als im Vorjahr. In Wahrheit waren es sogar noch mehr, erklärte Fahrland. Denn nur Betriebe mit zehn und mehr Betten für Touristen seien meldepflichtig, auf die Zahlen der kleineren Gaststätten und Ferienhäuser habe die Mittelweser-Touristik keinen Zugriff. In der Samtgemeinde sind laut Fahrland sieben Hotels und 31 Privatvermieter ansässig, Letztere haben allesamt weniger als zehn Betten.

Für 2017 hofft er auf ein weiteres Plus und setzt dabei auch auf die wiedereröffnete Klostermühle Heiligenberg samt neuem Gästehaus als Zugpferd. Die Zahlen des ersten Halbjahrs lassen hoffen: Im Flecken habe es von Januar bis Juni dieses Jahres insgesamt 8.432 Gästeankünfte (plus 11,6 Prozent) und 14.462 Übernachtungen (plus 2,3 Prozent) gegeben.

Besucher bleiben im Schnitt 2,3 Tage

„Die Besucher bleiben im Schnitt 2,3 Tage“, sagte Fahrland. „Es kommen mehr Menschen als vor 20 Jahren, aber sie bleiben nicht mehr so lange. Wir sind eine klassische Region für den Zweit- oder Dritturlaub.“

Der Experte bezeichnete den Tourismus als „wichtigen Wirtschaftsfaktor“. Immerhin lasse ein Gast, der einmal in einem gewerblichen Betrieb übernachte, im Schnitt 99,40 Euro vor Ort. Nach Fahrlands Angaben sorgt jeder Tagesbesucher im Durchschnitt für einen Umsatz von 19,50 Euro in den ansässigen Betrieben, ebenso wie alle, die Verwandte oder Bekannte besuchen.

Der Geschäftsführer erklärte den Politikern, dass die Mittelweser-Touristik 2016 ein regionales Tourismuskonzept geschrieben habe, das bei der Beantragung von Fördergeldern hilfreich sei. Außerdem erwähnte er, dass sein Unternehmen mit rund 150.000 Broschüren an vielen Orten für die Attraktionen der 18 Gesellschafter wirbt. Dazu gehören Kommunen aus den Landkreisen Diepholz, Verden und Nienburg sowie die Stadt Petershagen. Bruchhausen-Vilsen zahlt für die Mitgliedschaft 11.000 Euro im Jahr.

Christel Stampe (SPD) meldete sich zu Wort: „Ich wundere mich immer wieder, dass so wenig Bremer unsere Region kennen.“ Fahrland entgegnete, dass die Mittelweser-Touristik auch in der Hansestadt auf Messen vertreten sei und dort zudem Pressearbeit betreibe. Das Freizeitverhalten habe sich aber geändert: „Früher ist man in die Sommerfrische gefahren, heute fliegt man übers Wochenende irgendwo hin.“ Des Weiteren lese heute nicht mehr jeder Zeitung, und auch über die Sozialen Netzwerke könne man nicht alle Bürger erreichen.

Wichtig ist die Qualität der Radwege

Andree Wächter (SPD) wollte wissen, was Fahrland der Samtgemeinde raten würde, um sich noch besser aufzustellen. „Sie haben schon ein riesiges Tourismusangebot. Sie haben zum Beispiel Radwege ohne Ende“, antwortete der Referent, um gleich ein Aber hinterherzuschieben: „Braucht man die alle?“ Wichtig sei, die Qualität der Rad- und der Wanderwege zu überprüfen. Fahrland lobte die Idee der Samtgemeinde, Radwegepaten zu verpflichten. „Sie haben Mühlen, die Museumsbahn, den Kaffkieker, das Automuseum Asendorf, die Hochzeitshäuser“, zählte er auf. „Was Sie noch brauchen, kann ich ad hoc auch nicht sagen. Toll wäre es, wenn es irgendwann gelänge, einen Aussichtsturm zu errichten.“

Die Mittelweser-Touristik arbeitet an einem „Nette Toilette“-Konzept: In Zukunft sollen alle Betriebe, die Suchenden den WC-Besuch ermöglichen, einen Aufkleber erhalten – samt QR-Code, der die nächstgelegene „Nette Toilette“ inklusive Öffnungszeiten auf dem Smartphone anzeigt. „Wir wollen die Restaurants, Hotels et cetera in nächster Zeit anschreiben und sind gespannt auf die Resonanz“, sagte Sarah Verheyen, Mitarbeiterin des „TourismusService“ in Bruchhausen-Vilsen. 

mah

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