Lang anhaltender Beifall

Publikum feiert Jubiläumskonzert des Frauenchors „Le Canterine“

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Der Bremer Frauenchor „Le Canterine“ präsentierte in Martfeld anspruchsvolle Chormusik.

Martfeld - Von Heide Wirtz-Naujoks. Der Bremer Frauenchor „Le Canterine“ unter der künstlerischen Leitung von Imma Einsingbach lud anlässlich seines zehnjährigen Bestehens zu einem Konzert in die Catharinenkirche in Martfeld ein. Überschrieben mit dem Titel „Ladies’ Favourites“ gaben die Sängerinnen Lieblingsstücke aus ihrem Repertoire zum besten.

Die gebürtige Martfelderin Barbara Hache begrüßte die zahlreich erschienenen Gäste in der Kirche ihrer Heimatgemeinde und stellte den Frauenchor, in dem sie selbst auch mitsingt, kurz vor.

Vor zehn Jahren wurde der Chor von der Bremer Gesangslehrerin und Chorleiterin Imma Einsingbach gegründet. Nach ersten Anfängen mit verschiedenen Musikprojekten bildete sich ein festes Vokalensemble, das sich den klangvollen Namen „Le Canterine“ gab. Seit mehreren Jahren gibt es eine stabile Besetzung von 16 Frauen, die mit ihrer Mehrstimmigkeit einen Tonraum von fast drei Oktaven abdecken können.

Das Programm wurde mit einem wunderbar schlichten Liebeslied aus dem 16. Jahrhundert eröffnet. Die Melodie von „Ich hab die Nacht geträumet“ war bereits vor 1775 bekannt. Etwa um die gleiche Zeit entstand das den meisten Zuhörern vertraute Volkslied „Wenn ich ein Vöglein wär“. Die Sängerinnen interpretierten einfühlsam die menschliche Sehnsucht nach persönlicher Freiheit.

Im Elisabethanischen England des 16. Jahrhunderts erfreute sich die Liedform des Madrigals großer Beliebtheit. Ein Meister des englischen Madrigals war der Komponist Thomas Morley (1557 - 1603). „Le Canterine“ ließen die gesungene Lyrik in „April is in my mistress face“ und „Now is the month of maying“ leidenschaftlich und kunstvoll erklingen.

Die Sängerinnen Barbara Hache, Martina Hohkamp und Mica Mouas verzauberten mit der Darbietung eines in der Renaissance vertonten Erzählstoffs aus der Antike: Die Geschichte der Königskinder Hero und Leander wurde dreistimmig in betörender Weise vorgetragen.

Während der Gesang der englischen Stücke zuweilen akzentuiert und rezitativ wirkte, kamen die sehnsuchtsvollen spanischen Lieder aus der gleichen Epoche eher verhalten daher. Einen temperamentvollen Gegenpol bot das lateinamerikanische Tanzlied „Un poquito cantas“, dem die Gemeinschaft der Sängerinnen unter Einsatz von Mimik und Körpersprache zu quirliger Lebendigkeit verhalf.

Der Chor vermochte es, verschiedene Sinne des Publikums anzusprechen: Die optische Aufmachung der Chorkleidung in unterschiedlichen Blautönen vermittelte den Zuschauern einen ausgewogenen und doch individuellen Eindruck. Die blauen Kleidungsstücke lassen auf Harmonie und Beständigkeit schließen, wobei die helleren Farbtöne die unbeschwerte und verträumte Komponente widerspiegeln. Es wurde hörbar und sichtbar, was die Musikerinnen vereint: die Freude am Singen anspruchsvoller Chormusik.

Unter der Leitung von Imma Einsingbach erarbeiteten die Sängerinnen ein vielseitiges Repertoire von hohem Niveau. Mit zurecht großem und lang anhaltendem Beifall wurde das Jubiläumskonzert vom Publikum gefeiert.

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