Tötung eines Hundes: Jäger aus Schwarme muss Geldstrafe zahlen

Verwesungsgeruch im Garten führt zum Tierkadaver

Syke/Schwarme - Von Dieter Niederheide. Wegen der Tötung eines Hundes wurde ein Jäger aus Schwarme zu einer Geldstrafe von 1.625 Euro (65 Tagessätze zu je 25 Euro) verurteilt. Strafrichterin Petra Kutz hielt ihn für schuldig, in einem Garten in Schwarme auf Bitten einer Hundehalterin mit einem Gewehrschuss das Tier getötet zu haben.

Die Besitzerin wurde wegen Anstiftung zur Tötung ihres Hundes zu einer Geldstrafe von 160 Euro (20 Tagessätze zu je acht Euro) sowie wegen Verstoßes gegen das Tierkörperbeseitigungsgesetz (Ordnungswidrigkeit) zu 150 Euro Geldbuße verurteilt.

Laut Anklage hat die Hundehalterin an einem Tag im Sommer 2014 den Mitangeklagten angestiftet, ihren Hund, der sich ihrer Aussage nach seit einiger Zeit aggressiv gegen andere Hunde verhielt und zugebissen habe, zu erschießen. Das tat der Jäger. Er tötete das Tier, davon gingen Strafrichterin und Staatsanwältin am Ende aus. Der Hund wurde von einem anderen Schwarmer im Garten verscharrt.

Über einen Hinweis war das Veterinäramt auf den Fall aufmerksam geworden und erschien in Begleitung eines Polizisten mit einem Durchsuchungsbeschluss in Schwarme. Eine Tierärztin des Veterinäramtes des Landkreises Diepholz sagte aus, dass Verwesungsgeruch in der Luft gehangen hätte, der Kadaver des Hundes ausgegraben und in der Pathologie untersucht worden sei. Der Schuss soll aus nächster Nähe abgefeuert worden sein. Vor Ort habe ihr die ehemalige Halterin, so die Tierärztin, gestanden, dass sie dem Jäger den Auftrag gab, den Hund zu töten. Dabei habe sie auch den Namen und die Anschrift des Jägers genannt. Diese Zeugenaussage wurde von einem weiteren Tierarzt bestätigt.

Davon wollte die Schwarmerin vor Gericht nichts mehr wissen. Sie gab an, dass der Hund an jenem Julitag auf dem Kinderspielplatz in der Nähe des Hauses erneut gegenüber einem Hund aggressiv geworden sei. Sie habe sich daraufhin hingelegt. Später habe sie den Vermieter nach dem Hund gefragt und zur Antwort bekommen, sie solle sich keine Sorgen machen, es sei alles geregelt, das sei besser so. Später habe sie dann erfahren, dass ihr Hund erschossen und verscharrt worden war.

Zum Vorhalt der Strafrichterin, warum sie angesichts der Probelme mit dem sieben Jahre alten Tier keinen Tierarzt einschaltet habe, wusste die Angeklagte keine Antwort. Der angeklagte Jäger machte von seinem Recht, nicht aussagen zu müssen, Gebrauch. Der Schwarmer, der einräumte den Hund verscharrt zu haben, wurde nach dem Namen des Jägers gefragt und schwieg.

Die Staatsanwältin machte in ihrem Plädoyer klar, dass die Halterin mit dem Mischlingshund überfordert und von der Situation emotional betroffen war. Es habe jedoch keinen vernünftigen Grund gegeben, das Tier zu töten. Vielmehr sei Hilfe beim Tierarzt gefordert gewesen. In Richtung des Jägers sagte sie, dass er kein Recht hatte, den Hund zu erschießen. Als Jäger, hielt die Staatsanwältin dem Angeklagten vor, habe er verantwortungsvoll zu handeln. Seitens der Verteidiger der beiden Angeklagten wurde auf Freispruch plädiert. Die Anwälte hielten die Aussagen der Zeugen des Veterinäramtes für nicht verwertbar. Das sah die Strafrichterin allerdings nicht so.

Mehr zum Thema:

Werk-Kunst Ausstellung im Verdener Rathaus

Werk-Kunst Ausstellung im Verdener Rathaus

Nach Anschlag in London: Festgenommenen wieder frei

Nach Anschlag in London: Festgenommenen wieder frei

Unglücksfähre "Sewol" vor Südkorea auf Lastschiff verladen

Unglücksfähre "Sewol" vor Südkorea auf Lastschiff verladen

"Schwung und Kraft": Vettel jagt Hamilton in Australien

"Schwung und Kraft": Vettel jagt Hamilton in Australien

Meistgelesene Artikel

Hochkarätige Akteure prügeln sich im Dreyer Sportcenter Dassbeck

Hochkarätige Akteure prügeln sich im Dreyer Sportcenter Dassbeck

Sarina Kynast wird Spargelkönigin der Samtgemeinde Kirchdorf

Sarina Kynast wird Spargelkönigin der Samtgemeinde Kirchdorf

Palliativstützpunkt: Vorstand schließt Kassenprüfer aus

Palliativstützpunkt: Vorstand schließt Kassenprüfer aus

Problem Brandschutz: Barrier Grundschule muss auf größten Raum verzichten

Problem Brandschutz: Barrier Grundschule muss auf größten Raum verzichten

Kommentare