Ein Team für alle Notfälle: Schulsanitäter helfen ihren Mitschülern

Damit Kopfschmerzen keine Chance haben

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Torben Schröder und Dana Osterhage lernen in der Arbeitsgemeinschaft „Schulsanitätsdienst“, ihren Mitschülern in Notfallsituationen zu helfen.

Br.-Vilsen - Von Anne Schmidtke. „Ich möchte auf den Ernstfall vorbereitet sein“, erklärt die 13-jährige Dana Osterhage. Deshalb nimmt die Schülerin der Oberschule Bruchhausen-Vilsen an der Arbeitsgemeinschaft (AG) „Schulsanitätsdienst“ teil.

Seit Anfang November bringen Frank Wenzlow vom Ambulance-Service-Nord (ASN) und Lehrerin Mareike Hustedt etwa 20 Jugendlichen bei, sich in Notfallsituationen kompetent und angemessen zu verhalten. Alle zwei Wochen üben die Teilnehmer dienstags in der siebten und achten Stunde, zum Beispiel kleine Wunden zu versorgen und die stabile Seitenlage bei Patienten herzustellen. Zudem beinhaltet das Programm einen ganztägigen Erste-Hilfe-Kurs, den die Schüler bereits vor ein paar Wochen absolviert haben.

„Wir werden auf alles vorbereitet, was in der Schule passieren kann“, sagt der 15-jährige Torben Schröder. Er und die anderen engagierten Jugendlichen setzen ihr erlerntes Wissen im Schulsanitätsdienst um. In allen großen Pausen kümmern sich AG-Teilnehmer um Prellungen, Hautabschürfungen, Schnittwunden durch Papier und vieles mehr. „Vor ein paar Tagen hatten wir jemanden hier, der im Chemieunterricht mit Schwefelsäure gearbeitet hatte. Ihm ist schlecht geworden, und er musste sich übergeben“, erinnert sich Torben. Die diensthabenden Schulsanitäter hätten sich um den Patienten gekümmert und mit ihm gewartet, bis die alarmierten Eltern ihn abgeholt hätten. „In der Regel kommen Mitschüler aber mit Bauch- und Kopfschmerzen zu uns. Wir rufen dann die Mütter oder Väter an, damit sie ihre Kinder abholen können. Medikamente dürfen wir nämlich nicht herausgeben“, berichtet Dana. Manchmal hätten sie aber auch Blender vor sich sitzen, die einfach nicht in den Unterricht wollten. Diese Masche klappe bei ihnen jedoch nicht.

Apropos Unterricht: Ab und zu müssen die Schulsanitäter eben diesen verlassen, um Mitschülern in Notfallsituationen zu helfen. „Falls etwas außerhalb der Pausen passiert und wir gebraucht werden, ruft das Sekretariat uns über den Lautsprecher der Schule aus“, erklärt Dana. Insgesamt hätten sie und ihre Mitstreiter seit Anfang November etwa 80 Einsätze gehabt.

Natürlich seien nicht immer alle AG-Teilnehmer in jeder Pause im Sanitätsraum. „Wir haben eine Liste angefertigt, in die wir uns eintragen können“, sagt Torben. Er habe bereits 2012 an der Arbeitsgemeinschaft teilgenommen und sich seither sporadisch darum gekümmert, dass der Sanitätsraum besetzt sei. „Die AG gab es in den letzten Jahren nicht, weil kein Lehrer sie betreuen wollte“, informiert Torben. Er sei glücklich, dass sie jetzt wieder stattfinde. „Ich habe beim Schulsanitätsdienst nun Unterstützung. So habe ich mehr Zeit für mich“, sagt der 15-Jährige. Er übernimmt immer freitags in der zweiten großen Pause den Dienst. „Wenn wir öfter vergessen, unsere Aufgabe einzuhalten, bekommen wir zu Recht Ärger mit Frau Hustedt“, berichtet Torben, dem die Teilnahme an der AG sichtlich Spaß macht. „Man kann viel lernen.“ Außerdem stehe im Zeugnis ein Vermerk, dass er Schulsanitäter sei. Das mache sich bei Bewerbungen gut.

„Ich kann allen, die Interesse an der AG haben, nur empfehlen, sich daran zu beteiligen. Man nimmt sehr viel mit“, betont Dana. Ab der sechsten Klasse dürfe man daran teilnehmen.

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