Fridays for Future: Mehr als 100 Teilnehmer in Bruchhausen-Vilsen

Tafeltheater zeigt Solidarität

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Die Tafeltheater-Akteure zeigten zweimal eine Aufführung.

Br.-Vilsen – „So unterschiedlich wir auch sind, so einig sind wir in unseren Forderungen“, sagte Peter Henze gestern zu Beginn einer Demonstration auf dem „Bullenkampplatz“ in Bruchhausen-Vilsen. Demonstrierte er im März dieses Jahres noch alleine vor dem Rathaus in Bruchhausen-Vilsen (wir berichteten), so waren jetzt rund 100 Unterstützer an seiner Seite.

Gestern gingen weltweit Großeltern, Eltern und ganze Schulen mit ihren Lehrern auf die Straße, um im Rahmen der Bewegung Fridays for Future für mehr Klimaschutz zu demonstrieren. Ebenso hatte das Tafeltheater Bruchhausen-Vilsen, ein Projekt des Vereins „Land & Kunst“ aus Arbste, zu einer Solidaritätskundgebung eingeladen. Peter und Vera Henze aus Arbste leiten das Projekt, dessen Team im Kern aus rund 25 Akteuren besteht. Diese hatten sich eine Inszenierung ausgedacht.

Darum ging es: Zwei Darstellerinnen karrten in Einkaufswagen kiloweise Plastikmüll auf den Platz. Nach und nach verteilten sie diesen. Weitere Akteure sammelten ihn mühselig wieder ein – teilweise mit Unterstützung der Zuschauer – und schon war der Platz wieder sauber. Doch wo landete der Plastikmüll? Im Meer, dargestellt durch eine blaue Decke und ein darauf befindliches Fischernetz. „Das baut sich alles wieder ab“, entgegnete eine Schauspielerin. Aber wann? Plastiktüten nach 20 Jahren, Chipstüten nach 80 Jahren, PET-Flaschen nach 450 Jahren und Styropor erst nach 6000 Jahren, hieß es. Zudem machte das Tafeltheater auf die Hungersnot aufmerksam. Der Beginn eines gemeinsam inszenierten Gedichts lautete: „Ich schmiere mir ein Butterbrot und denke an die Hungersnot.“ „Es ist fünf nach zwölf, alle Generationen, alle fürs Klima, jetzt!“, lautete schließlich der Appell der Darsteller, die für ihre Aufführungen – eine fand auf dem Platz vor dem Geschäft Bullenkamp, eine weitere vor dem Platz der Parfümerie Schuback statt – Applaus ernteten.

Demonstration des Tafeltheaters mit Aufführung und Musik

Fridays for Future: Demonstration des Tafeltheaters Bruchhausen-Vilsen
 © Vivian Krause
Fridays for Future: Demonstration des Tafeltheaters Bruchhausen-Vilsen
 © Vivian Krause
Fridays for Future: Demonstration des Tafeltheaters Bruchhausen-Vilsen
 © Vivian Krause
Fridays for Future: Demonstration des Tafeltheaters Bruchhausen-Vilsen
 © Vivian Krause
Fridays for Future: Demonstration des Tafeltheaters Bruchhausen-Vilsen
 © Vivian Krause
Fridays for Future: Demonstration des Tafeltheaters Bruchhausen-Vilsen
 © Vivian Krause
Fridays for Future: Demonstration des Tafeltheaters Bruchhausen-Vilsen
 © Vivian Krause
Fridays for Future: Demonstration des Tafeltheaters Bruchhausen-Vilsen
 © Vivian Krause
Fridays for Future: Demonstration des Tafeltheaters Bruchhausen-Vilsen
 © Vivian Krause
Fridays for Future: Demonstration des Tafeltheaters Bruchhausen-Vilsen
 © Vivian Krause
Fridays for Future: Demonstration des Tafeltheaters Bruchhausen-Vilsen
 © Vivian Krause
Fridays for Future: Demonstration des Tafeltheaters Bruchhausen-Vilsen
 © Vivian Krause
Fridays for Future: Demonstration des Tafeltheaters Bruchhausen-Vilsen
 © Vivian Krause
Fridays for Future: Demonstration des Tafeltheaters Bruchhausen-Vilsen
 © Vivian Krause
Fridays for Future: Demonstration des Tafeltheaters Bruchhausen-Vilsen
 © Vivian Krause
Fridays for Future: Demonstration des Tafeltheaters Bruchhausen-Vilsen
 © Vivian Krause
Fridays for Future: Demonstration des Tafeltheaters Bruchhausen-Vilsen
 © Vivian Krause

Zum Abschluss sangen die Tafeltheater-Akteure und die Zuschauer die erste Strophe des Songs „Ich wünsche mir“ von Liedermacher Unmada Manfred Kindel aus Hannover, und zwar in der „Fridays For Future“-Version. Darin heißt es: „Ich wünsche mir, dass es der Erde wirklich gut geht. Ja ich wünsche mir, dass der Eisbär überlebt. Ja ich wünsche mir, dass ihr endlich unsere Welt seht. Ja ich wünsche mir, dass sich der Wind noch einmal dreht.“ Der Wunsch der Gruppe sei, dass das Lied weitergetragen und irgenwann überall gesungen wird. „Nehmt das Lied mit in eure Herzen“, sagte Peter Henze. Und machte deutlich: „Wir sind ein kleiner Tropfen im Meer. Doch vielleicht ist es dieser Tropfen, der das Fass zum Überlaufen bringt, und uns zur Vernunft.“

Kurzinterview mit Tafeltheater-Projektleiter Peter Henze

Wer hatte die Idee zur Aktion in Bruchhausen-Vilsen?

Während einer Gedankensammlung der gesamten Gruppe war einer der Vorschläge, eine solche Aktion zu machen.

Warum haben Sie sich dem Thema Plastik gewidmet?

Wir sind das Tafeltheater, sind also der Tafel verbunden und haben viele Tafelkunden bei uns im Projekt. Da liegt die Verbindung zu Lebensmitteln, der Lebensmittelverschwendung und Plastikverpackungen auf der Hand.

Wie lange haben sich die Akteure auf den gestrigen Tag vorbereitet?

Seit Sommer. Wenn wir ein Thema haben, starten wir mit Improvisationen und stricken letztlich daraus eine Szene. Das geschieht immer freitags bei den Proben.

Was ist die Botschaft der Aktion?

Wir laden dazu ein, bewusst über unser Verhalten und unsere Lebensweise nachzudenken. Man sollte den Planeten als Maßstab nehmen und das Verhältnis zur Natur wieder herstellen, gerade im ländlichen Raum.

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