Läufer pausieren in Bruchhausen-Vilsen

Von Sylt bis zur Zugspitze

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Kurz die Energiespeicher mit Snacks und Getränken auffüllen, dann geht es sofort weiter Richtung Sulingen. 

Bruchhausen-Vilsen - Von Karin Neukirchen-Stratmann. Die fünfte Etappe des Deutschen Laufs 2017 hat am Donnerstagvormittag in Bruchhausen-Vilsen an einer Versorgungsstation halt gemacht. Vom Ellenbogen Sylt geht dieser Lauf über 19 Etappen und 1 300 Kilometer bis hinauf auf die Zugspitze.

Gestartet ist der Deutschland-Lauf am 16. Juli, sagt Wolfgang Wessels. Selber Läufer und Betreiber des Gartenbahn-Cafés „Volldampf“ in Bruchhausen-Vilsen, hat er sich sofort bereit erklärt, für die Aktiven eine Versorgungsstation auf ihrem Weg einzurichten. „Die Läufer sind ohne Ruhetag unterwegs, im Schnitt rund 70 Kilometer am Tag. Heute Morgen sind sie in Rotenburg gestartet, die Etappe endet in Sulingen“, berichtet Wessels.

Organisiert wird der Deutschland-Lauf von Oliver Witzke aus Gummersbach. Er kam am Donnerstag auch als Erster am Versorgungspunkt, dem Wohnmobilstellplatz in Bruchhausen-Vilsen, an – auf dem Fahrrad. „Ich markiere die Strecke vor den Läufern, damit die wissen, wo es langgeht“, so Witzke. Zeit für einen Aufenthalt hat er nicht, schließlich muss er noch bis Sulingen die weitere Strecke ausschildern.

Zum Betreuungsteam gehören noch rund zehn weitere Personen, darunter auch Sandra Wooßmann und Brigitte Leismann. Die Ehemänner der beiden laufen die Strecke mit. Im Versorgungsteam sind die Frauen zuständig für frisches Obst, Snacks, Wasser und Getränke, Pavillon und Tisch.

Geduldig wartet das Vorbereitungsteam auf die Sportler. Doch es ist Peter Bartel, der mit seinem Roller als Erster an den Versorgungspunkt kommt. „Ich starte außer Konkurrenz, laufe ja nicht, sondern fahre mit dem Roller“, erklärt der 75-jährige Berliner. „Früher bin ich auch Langstrecken gelaufen. Jetzt fahre ich mit dem Tretroller, habe damit sogar die USA durchquert.“

„Der will einen Rekord schaffen“

Nach dem Auffüllen der Wasserflasche geht es auch für ihn schon weiter. Mit dabei unter den rund 65 Läufern, von denen aber einige nun schon verletzungsbedingt ausgeschieden sind, ist auch Henry Wehder. „Der will einen Rekord schaffen: Der Norweger ist schon am Nordkap gestartet, sagt der Bruchhausen-Vilser Wolfgang Wessels. „Run of my life 10 000 km“ heißt sein Projekt. Er will sage und schreibe 10 000 Kilometer laufen – eben vom Nordkap bis nach Griechenland, wobei sein Weg über Spanien und einmal rund um den italienischen Stiefel führt, zeigt Wessels auf einer Karte.

Selber ist Wessels rund vier mal die Woche unterwegs, „bis zu 160 Kilometer“. Nicht nur Marathon ist seine Disziplin, er absolviert auch Extremläufe wie diesen. „Die sind schon besonders, man muss sich seine Zeit gut einteilen, das kann man in der Regel erst als älterer erfahrener Läufer, nicht mit 20 oder 30“, so Wessels. Es gehe darum, sich schon währenddessen wieder zu regenerieren. „Fast alle Teilnehmer sind über 50.“

Die Starter am Deutschland-Lauf kommen unter anderem aus Frankreich, den Niederlanden, Deutschland, Österreich und den USA. Alle paar Jahre geht er über die Bühne, gestartet wird unter dem Dach der Deutschen Ultramarathon-Vereinigung.

Als erster Läufer trifft am Vormittag der Franzose Lionel Rivoir ein und versorgt sich sofort mit Getränken. „Mir geht’s gut“, erklärt er mit einem breiten Lachen. Macht ihm der Regen nicht zu schaffen? „Aber gar nicht, ich komme aus der Normandie, ich kenne das. Und ich laufe lieber bei Regen als bei Hitze“. Und schon geht es auch für ihn weiter Richtung Sulingen, wo am Nachmittag das Ziel erreicht werden soll.

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