Am Amtsgericht Syke

Trotz Bewährung vom Gericht direkt ins Gefängnis

Br.-Vilsen/Syke - Von Dieter Niederheide. „Ich nehme Sie hiermit fest!“ Mit diesen Worten überraschte kürzlich die Staatsanwältin im Syker Gerichtssaal einen wenige Minuten zuvor zu einer Bewährungsstrafe verurteilten Angeklagten. Sie präsentierte ihm einen Haftbefehl. Der Mann stand wegen eines versuchten Einbruchs in Bruchhausen-Vilsen vor dem Schöffengericht des Amtsgerichts Syke. Er wird verdächtigt, außerdem mehrere Wohnungseinbrüche verübt zu haben.

Zwei Polizisten waren während des Strafprozesses im Gerichtssaal anwesend. Sie nahmen den verdutzten Mann mit, der direkt zur Justizvollzugsanstalt Oldenburg gebracht und in Untersuchungshaft genommen wurde.

Der Angeklagte soll im August in Bruchhausen-Vilsen mit einem Stein eine Fensterscheibe eines Hauses eingeworfen haben. Ein Nachbar erwischte ihn bei dem Vorhaben, ins Gebäude einzusteigen. Nach einer Verfolgung stellte die alarmierte Polizei den Mann.

Der Angeklagte gab vor dem Syker Gericht an, aus dem Raum Stade per Fahrrad nach Bruchhausen-Vilsen gefahren zu sein. Er habe den Einbruch aus Geldnot und weil er Hunger gehabt habe, verüben wollen. Es sei sein Ziel gewesen, Geld und Lebensmittel zu erbeuten, sagte er. Nach dem Zertrümmern der Scheibe sei er plötzlich laut angeschrien worden und querfeldein geflüchtet.

Damals obdach- und ziellos

Er sei damals obdachlos gewesen und ziellos per Fahrrad umhergezogen. Zuvor war der Angeklagte strafrechtlich noch nicht in Erscheinung getreten. In Deutschland dürfe er nicht arbeiten und habe nur eine Aufenthaltsgenehmigung auf Zeit, sagte er.

Die Staatsanwältin beantragte für den versuchten Einbruch sechs Monate Gefängnis, ausgesetzt für die Dauer von zwei Jahren zur Bewährung. Der Verteidiger fand das sinnvoll und wies darauf hin, dass sein Mandant inzwischen von einem karitativen Verein betreut werde. Das Schöffengericht folgte dem Antrag der Staatsanwältin.

Demnächst wird sich der Mann wegen mehrerer Einbruchsdiebstähle vor einem Gericht im Raum Oldenburg verantworten müssen.

Rubriklistenbild: © dpa

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