Sven Kakerow (28) hat seine Ausbildung zum Lokführer als einer der Besten im Land abgeschlossen

„Eine Lok zu steuern, ist der Wahnsinn“

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Sven Kakerow hat sich seinen Kindheitstraum erfüllt: Er ließ sich bei der Mittelweserbahn zum Lokführer ausbilden.

Br.-Vilsen - Von Max Brinkmann. Sven Kakerow macht das, wovon viele kleine Jungs träumen. Er ist Lokführer. Und zwar ein ziemlich guter: Der 28-Jährige wurde kürzlich von der Industrie- und Handelskammer Hannover als einer der besten Auszubildenden des Lands Niedersachsen ausgezeichnet. Seine Lehre als „Eisenbahner im Betriebsdienst, Fachrichtung Lokführer und Transport“ hat Kakerow bei der Mittelweserbahn (MWB) in Bruchhausen-Vilsen absolviert.

„Eine Lok zu steuern, war schon ein Kindheitstraum von mir“, erzählt er. Dass daraus Realität werden sollte, war jedoch zunächst nicht abzusehen. Denn nach seinem Realschulabschluss begann Sven Kakerow erst mal eine Maurerlehre. „Da gibt es im Winter aber wenig Arbeit, und für die Gesundheit ist es auch nicht gerade der beste Job“, meint er. Über einen Bekannten, der bei der Mittelweserbahn arbeitet, wurde er auf das Unternehmen aufmerksam, bewarb sich – und hatte Erfolg. „Der Job als Eisenbahner ist sehr zukunftssicher“, erklärt der 28-Jährige, der in Neu Ebersdorf nahe Bremervörde wohnt.

Seine Ausbildung bei der MWB dauerte drei Jahre. In dieser Zeit erhielt Sven Kakerow Einblicke in verschiedene Tätigkeiten, zum Beispiel als Wagenmeister, Rangierbegleiter oder Lokführer. Letzterer Bereich ist für ihn ein besonderes Highlight: „Das Gefühl, eine Lok zu steuern, ist der Wahnsinn. Wenn man mal überlegt, wie viel Kraft dahinter steckt...“, berichtet er. Eine Lok könne schon mal bis zu 3000 Tonnen wiegen.

„Als ich das erste Mal alleine losfahren durfte, war das schon ein komisches Gefühl. Ein bisschen, wie wenn man mit 18 das erste Mal Auto fährt“, sagt der Eisenbahner. Die spannendste Fracht hatte er gleich bei einer seiner ersten Touren: eine Militär-Ladung. „Da war der ganze Zug mit Panzern beladen.“

Die mehr als 40 Diesel- und Elektrolokomotiven des Eisenbahnverkehrsunternehmens MWB sind in ganz Deutschland und den Nachbarländern unterwegs – sowohl im Güterverkehr als auch bei Bauzugleistungen. Die Mitarbeiter sind im Schichtdienst tätig; da kann es schon mal vorkommen, dass man um drei Uhr morgens aufstehen muss. Manchmal musste Kakerow während seiner abwechslungsreichen Ausbildung eine Nacht in einer anderen Stadt verbringen.

Neben der Praxis gehörte auch ein theoretischer Teil zur Lehre. „Für die Abschlussprüfungen musste ich sehr viel lernen“, sagt der 28-Jährige. Es hat sich gelohnt: Er bekam die Note „Sehr gut“ – und durfte in einer Feierstunde in Hannover einen Preis von der Industrie- und Handelskammer entgegennehmen. „Das kam unerwartet. Ich bin sehr stolz“, freut er sich.

Nach dem Ende seiner Ausbildung möchte Kakerow jetzt erst mal ordentlich Berufspraxis sammeln. Zurzeit lenkt er Güterzüge.

Wer Interesse an einer Ausbildung zum Eisenbahner im Betriebsdienst hat, braucht mindestens einen sehr guten Hauptschulabschluss. Die Mittelweserbahn sucht derzeit neue Auszubildende. Alle Frauen oder Männer, die wie Sven Kakerow ihren Kindheitstraum wahr werden lassen wollen, können sich im Internet informieren:

www.evb-elbe-weser.de

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