Süstedt geht „umsichtig“ mit Geld um

Der letzte Haushalt ist beschlossen

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Mediengruppe Kreiszeitung

Süstedt - Von Mareike Hahn. Zum allerletzten Mal hat der Süstedter Gemeinderat einen Haushalt verabschiedet. Große Sprünge macht die Gemeinde auch im neuen Jahr nicht. „Wir gehen sehr umsichtig mit unserem Geld um“, sagte Jochen Kracke (Wählergruppe) bei der jüngsten Ratssitzung im Gasthaus Puvogel in Ochtmannien – und sprach mit seinen Worten wohl all seinen Politikerkollegen aus der Seele. Kein Wunder also, dass sie den Haushaltsplan 2016 zügig und einmütig beschlossen.

Kämmerer Hannes Homfeld ging zunächst auf die Jahresrechnungen 2014 und 2015 ein. Das vorläufige Jahresergebnis für 2014 liegt bei minus 48832 Euro, das für 2015 bei plus 34284 Euro. „Es gab eine positive Veränderung im Laufe des vergangenen Jahres, bedingt durch einmalige höhere Gewerbesteuereinnahmen“, erklärte Homfeld.

Dann stellte er die Positionen für 2016 vor. Dabei ließ er außen vor, dass Süstedt im November mit dem Flecken Bruchhausen-Vilsen fusionieren wird – die Zahlen sind für das ganze Jahr berechnet. Am Ende steht voraussichtlich ein Plus von 300 Euro unter dem Strich. Bliebe die Gemeinde eigenständig, müsste sie für die Folgejahre mit Minusbeträgen zwischen 17000 und 20600 Euro rechnen. Ein Ausgleich durch eine Überschussrücklage wäre nicht möglich: An dieser Stelle im Haushaltsplan steht für Ende 2015 ein Minus von 121805 Euro.

Süstedts Steuerkraft steigt 2016 nach Homfelds Berechnungen im Vergleich zum Vorjahr um 0,13 Prozent auf 853053 Euro. Der Kämmerer sprach von einer „stagnierenden Steuerkraft“.

Nach Abzug der Kosten für Pflichtaufgaben wie die Straßenunterhaltung sowie für die Umlagen von Samtgemeinde, Landkreis und Land bleiben Süstedt im aktuellen Jahr 52500 Euro für freiwillige Aufgaben, 13700 Euro weniger als 2015. „Der Rückgang ist vor allem auf die Anhebung der Samtgemeindeumlage zurückzuführen“, sagte Homfeld. Die Samtgemeinde plane, den Hebesatz in diesem Jahr von 51 auf 53 Prozent zu erhöhen. Folglich kassiere sie von Süstedt 494500 Euro.

Für die Straßenunterhaltung sind 90700 Euro eingeplant. Die liquiden Mittel betragen Ende dieses Jahres laut Haushaltsplan 478590 Euro. „Die Finanzlage ist, was die liquiden Mittel angeht, in Ordnung“, erläuterte Gemeindedirektor Bernd Bormann. „Aber nach wie vor kriegen wir den Ergebnishaushalt nicht auf die Reihe. Auf Sicht wären wir nicht in der Lage, ihn auszugleichen.“

Im Investitionsprogramm 2016 stehen 10000 Euro für die Umsetzung und Renovierung eines alten Speichers (wir berichteten gestern).

Der TSV Süstedt bekommt 7500 Euro für die Anschaffung eines neuen Vereinsbusses, der nach Angaben von Uwe Garbers etwa 30000 Euro kosten dürfte. „Der alte stammt noch aus dem vorigen Jahrhundert“, sagte der Vereinsvorsitzende. „Wir transportieren mit dem Bus Kinder zu Spielen. Immerhin sind 200 unserer 600 Mitglieder Kinder und Jugendliche.“ „Es ist eine gute Sache, die Jugendarbeit des TSV zu unterstützen“, meinte Bürgermeister Reinhard Thöle (SPD).

Den Kauf eines Defibrillators hatte Bürger Rolf Schweers beantragt – mit Erfolg: Die Ratsleute stellten dafür 2000 Euro bereit. „Wir wollen ein Gerät anschaffen und an exponierter Stelle beim Sportheim und Feuerwehrgerätehaus anbringen“, sagte Thöle.

Eine kurze Diskussion gab es über den Antrag von Einwohnerin Nicole Ott, Obstbäume an der Straße Wiethoop-Barbusch (im Bereich von der Kreisstraße 129 bis zur Landesstraße 202) zu pflanzen. „Dort könnten 40 bis 50 Bäume im Abstand von zwölf bis 15 Metern gepflanzt werden“, sagte Bormann. „Wenn eine Fachfirma das übernähme, würden wir 250 Euro pro Baum zahlen.“ Ehler Meierhans (Wählergruppe) möchte prüfen, ob sich im Zuge der Flurbereinigung Zuschüsse generieren lassen. Thöles Vorschlag, 2500 Euro für das Projekt in den Haushalt einzustellen, stieß auf Zustimmung. Er und Kracke waren sich einig, dass Eigenleistungen von einer Gruppe von Bürgern oder einem Verein nötig wären, um dieses umzusetzen. „Eine Bepflanzung ist nur im oberen Bereich zum Schlatt sinnvoll“, sagte Kracke. „Im unteren Bereich ist das verkehrstechnisch schwierig, da ist es sehr eng.“

25000 Euro sind für den Ausbau der Straße An der Forst im Rahmen der Flurbereinigung vorgesehen.

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