Stolz, zufrieden und mit Schalk im Nacken

Elli Kampschulte feiert ihren 102. Geburtstag

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Fleckenbürgermeister Peter Schmitz (links) und der stellvertretende Landrat Ulf Schmidt gratulierten Elli Kampschulte zu ihrem 102. Geburtstag.

Br.-Vilsen - Ob sie ein BVB-Fan ist? „Nein, überhaupt nicht“, antwortet Elli Kampschulte, obwohl sie in Dortmund geboren wurde. Sie ist überhaupt kein Fußballfan, sagt Kampschulte, die am Freitag in Bruchhausen-Vilsen ihren 102. Geburtstag feierte. Dafür hat es ihr ein anderer Sport angetan: „Als junge Frau habe ich Tennis gespielt.“ Seit 2005 lebt Elli Kampschulte in der Awo-Pflege am Vilser Holz. Zuvor war sie in Bremen zu Hause.

Sie erinnert sich noch immer gut an viele Begebenheiten aus ihrer Vergangenheit. An ihrem Geburtstag bekam sie viele Fragen gestellt – und die Antworten verrieten, dass der Jubilarin der Schalk im Nacken sitzt. Ob sie als Kind artig gewesen sei? „Das ging.“ Ob die Schule Spaß gemacht habe? „Ach, Spaß …“ Ob die Lehrer streng gewesen seien? „Ach nein.“

Ernsthaft krank sei sie in ihrem ganzen Leben nicht gewesen. Höchstens einen Husten habe sie gehabt. Als Baby habe sie nie geschrien, weiß Elli Kampschulte aus den Erzählungen ihrer Mutter. „Ich hatte eine gute Mutter“, sagt die Jubilarin, die 1913 das Licht der Welt erblickte.

Sie erlebte zwei Weltkriege mit und stieg nach ihrem Schulabschluss in den elterlichen Betrieb ein, eine Drogerie. Dort habe sie Ware bestellt und verkauft. Noch heute weiß Elli Kampschulte, welche Seifen damals der Renner an der Ladentheke waren: „Alle mit Blumendüften.“ Immer noch lege sie Wert auf Parfüms, erzählen ihre Betreuerinnen in der Awo-Pflege.

Stolz ist die 102-Jährige auf ihren Sohn, der als Rechtsanwalt arbeitet. „Er hat mir nie Kummer gemacht“, sagt Elli Kampschulte. Sie freute sich am Freitag schon auf ihren nachmittäglichen Besuch: Dann ging es mit der ganzen Familie zum traditionellen Geburtstagskaffee im Forsthaus Heiligenberg.

Zuvor empfing sie in der Awo-Pflege einige Gäste. Darunter auch Fleckenbürgermeister Peter Schmitz und Ulf Schmidt, den stellvertretenden Landrat. Beide hatten Geschenke und Urkunden im Gepäck. Letztere schmücken die Wand in Elli Kampschultes Zimmer. Das teilt sie sich mit einer anderen Bewohnerin, die ebenfalls ein dreistelliges Alter vorweisen kann: Sie ist 101. 203 Jahre Lebenserfahrung in einem Zimmer sorgen für eine volle Urkundenwand.

Und was wünscht sich Elli Kampschulte für die Zukunft? Die 102-Jährige erwidert zufrieden: „Nichts.“

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