Steuerkraft steigt, Gemeindeanteil sinkt

Ein Haushalt mit wenig Spielraum

+
Mediengruppe Kreiszeitung

Asendorf - Von Mareike Hahn. Die Gemeinde Asendorf kann ihren Haushalt ausgleichen – noch. Während Ende dieses Jahres voraussichtlich ein Plus von 11300 Euro unter dem Strich steht, rechnet der designierte Kämmerer Hannes Homfeld für die nächsten Jahre mit Fehlbeträgen zwischen 33500 und 42100 Euro. Homfeld, der nächsten Montag die Nachfolge von Andreas Schreiber antreten wird, stellte dem Asendorfer Rat kürzlich die Haushaltszahlen 2016 vor.

Dabei wurde eines schnell deutlich: „Der Handlungsspielraum ist wie jedes Jahr recht klein“, formulierte es Bürgermeister Heinfried Kabbert (Wählergemeinschaft). In Zahlen ausgedrückt, heißt das: Nach Abzug der Abgaben an Land, Landkreis und Samtgemeinde sowie der Kosten für Pflichtaufgaben wie Straßenunterhaltung hat Asendorf 2016 noch 157100 Euro zur Verfügung. Dieses Geld kann für freiwillige Aufgaben verwendet werden, beispielsweise die Wirtschafts-, Sport- oder Kulturförderung, die Jugendarbeit, die Bauleitplanung und die Straßenbeleuchtung.

Im vergangenen Jahr wirkte sich eine Steuererhöhung positiv aus: Das vorläufige Jahresergebnis liegt nach Homfelds Angaben bei plus 68200 Euro. Zum Vergleich: 2014 waren es minus 41100 Euro. Wie berichtet, hat der Rat Anfang 2015 die Hebesätze für die Grundsteuern A und B sowie für die Gewerbesteuer jeweils von 350 auf 370 Prozentpunkte angehoben.

„Die Steuerkraft von Asendorf steigt stetig“, erklärte Homfeld. Lag sie 2015 noch bei 1,758 Millionen Euro, geht er dieses Jahr von 1,838 Millionen aus. Pro Einwohner sind das 701 Euro im Schnitt, 43 mehr als im Vorjahr. Die Haupteinnahmequelle der Gemeinde seien ihre Anteile an der Einkommen- und der Umsatzsteuer. Aber auch wenn die Steuereinnahmen sprudeln: Das meiste Geld darf Asendorf nicht behalten. 902500 Euro muss die Gemeinde 2016 voraussichtlich als Kreisumlage abgeben, 991400 Euro als Samtgemeinde-Umlage.

17000 Euro steckt Asendorf laut Haushaltsplan in die Jugendarbeit, 112600 Euro in die Gemeindestraßen.

Die liquiden Mittel lagen Ende 2015 bei 1,268 Millionen Euro und dürften nach Homfelds Berechnungen Ende des aktuellen Jahres bei 1,254 Millionen liegen.

Die größte Investition betrifft den Straßenbau im Außenbereich: 280000 Euro sind für die Schulstraße und den Essener Berg eingeplant, 186000 Euro davon werden durch Zuschüsse vom Land und durch Anliegerbeiträge gedeckt. Der Ausbau der Bremer Straße und der Wohldheide im Zuge der Flurbereinigung schlägt mit 24000 Euro zu Buche.

„Das längste Straßennetz in der Samtgemeinde“

Reiner Döhrmann (Wählergemeinschaft) wollte wissen, ob und wann die nächste Steuererhöhung droht. „Eine andere Regelung muss her“, kritisierte er, dass der Gemeindeanteil an den Steuereinnahmen stetig sinkt. „Die Steuerkraft wird nach den Landesdurchschnittshebesätzen berechnet, und die erhöhen sich jedes Jahr. Dadurch steigen auch die Abgaben für Umlagen“, hatte Noch-Kämmerer Schreiber dem Asendorfer Rat im Januar 2015 erklärt. „Wann diese Spirale gestoppt wird, ist ein Blick in die Glaskugel“, sagte jetzt Gemeindedirektor Bernd Bormann. „Wir hoffen, dass wir mit dem Land beziehungsweise Landkreis eine Lösung finden, die den Gemeinden etwas Spielraum gibt. Seit acht Monaten arbeiten wir daran.“

Dass Asendorf durch seine vielen Straßen finanziell gebeutelt ist, machte Rudolf von Tiepermann (CDU) deutlich: „Wir haben mit 148 Kilometern das längste Straßennetz in der Samtgemeinde.“ Kabbert ergänzte: „Wir haben fast so viele Flächen wie Schwarme und Martfeld zusammen, aber viel weniger Einwohner, die die Kosten tragen müssen.“

Einstimmig verabschiedete der Rat den Haushalt.

Das könnte Sie auch interessieren

Mehr zum Thema:

Israel beschränkt erneut Zugang für Muslime zum Tempelberg

Israel beschränkt erneut Zugang für Muslime zum Tempelberg

„Summer in the City“-Finale auf dem Marktplatz

„Summer in the City“-Finale auf dem Marktplatz

Im Selbstversuch zum Deutschen Sportabzeichen

Im Selbstversuch zum Deutschen Sportabzeichen

Sommerreise: Wanderung am Heiligenberg

Sommerreise: Wanderung am Heiligenberg

Meistgelesene Artikel

Dauertennis: Live-Stream vom Weltrekordversuch 

Dauertennis: Live-Stream vom Weltrekordversuch 

Hochwasser: 130 Feuerwehrkräfte im Pumpeinsatz

Hochwasser: 130 Feuerwehrkräfte im Pumpeinsatz

Aufbruch am Morgen: Landkreis-Feuerwehren helfen in Heersum

Aufbruch am Morgen: Landkreis-Feuerwehren helfen in Heersum

Paddeln und Genießen auf der Lohne

Paddeln und Genießen auf der Lohne

Kommentare