Stadionatmosphäre

Fußballer des SV Bruchhausen-Vilsen wollen nach Corona vor allem in Jugendarbeit investieren

Menschen auf Stühlen vor einer Leinwand auf einem Fußballplatz
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Als Notversammlung bezeichnet SV-Vorsitzender Thomas Warnke die Jahreshauptversammlung 2021 mitten auf dem Fußballplatz.

Br.-Vilsen – „Das hier ist so etwas wie eine Notversammlung“, leitete Thomas Warnke die Jahreshauptversammlung des Sportvereins Bruchhausen-Vilsen (SVBV) ein. Was am Freitagabend mitten auf dem Sportplatz folgte, hätte mehrstimmiges Gejammer sein können – Jubiläum ausgefallen, Spielbetrieb ausgefallen, Einnahmen ausgefallen, alles unverschuldet. Was folgte, war jedoch eine Kampfansage an die weltweite Krise – das Jubiläum wird nachgefeiert, in den Spielbetrieb wird deutlich investiert, eine vielversprechende Einnahmequelle ist aufgetan.

Nicht die schlechtesten Startbedingungen nach einem Jahr, wie es der Verein noch nicht erlebt hat.

Die bevorstehenden Feierlichkeiten zum 100. Geburtstag hatten Anfang 2020 genau 111 Mitglieder zur Versammlung gelockt. Mehr als je zuvor, erinnerte Vorsitzender Warnke. Freitag waren es mit 43 deutlich weniger, „vielleicht, weil jetzt kein Knipp zu bekommen ist“, sprach er das übliche Festmahl an, das sich umständehalber auf Bratwurst begrenzen musste.

Mit den blanken Fakten konnte er zufrieden sein. „Es geht uns gut“, schickte er seinen ausführlichen, motivierenden Ausführungen voraus. Weder finanziell noch personell habe das Corona-Jahr nennenswerten Schaden angerichtet.

Obwohl die Vereinszeitung nicht erschienen war, weil es nichts zu berichten gab, hätten die meisten Sponsoren ihren Beitrag dennoch geleistet. Eine Unterstützung, für die Warnke ausdrücklich dankte.

Dass im Kassenbericht trotzdem rote Zahlen das Bild beherrschen, liege an langfristigen Investitionen. Die Heizungsanlage im Vereinsheim sei für 23 000 Euro erneuert worden, zwei neue Rasenmäherroboter kosteten 28 000 Euro, wovon die Samtgemeinde unerwartet die Hälfte trug. Mit 3100 Euro ein dickes Plus spülte dagegen die Sticker-Aktion in die Kasse. Die Chronik trage sich finanziell derzeit noch nicht selbst, könnte aber für Meriten sorgen: Das Werk von Horst Delekat nehme an einem Wettbewerb um „die beste Chronik“ in Niedersachsen teil. Bis zum und beim geplanten Festkommers im Dezember gehe der Verkauf weiter. Dann sollen auch die verdienten Mitglieder geehrte werden. Für Auszeichnungen für bis zu 70-jährige Mitgliedschaft hielt der Vorstand den Rasen nicht für würdig genug.

Profitieren werde der Verein von einem Verkaufspavillon, stellte er eine Veränderung rund um das Vereinsheim vor. Die Funktionalität einer zweiten hatten die Mitglieder den ganzen Abend über im Auge. Eine digitale Anzeigentafel. „Das ist mehr als ein Spielzeug“, freute sich Thomas Warnke. Ein Gönner habe das Gerät angeschafft und stelle es dem SV für die Spiele ab 3. Herren kostenlos zur Verfügung. „Das soll unsere Gäste beeindrucken“, wünschte er sich und setzt ab jetzt aus Stadionatmosphäre in der Marktplatzarena.

Wofür die Großleinwand noch eingesetzt werden kann, soll unter anderem die kommende Teilnehmerin am Bundesfreiwilligendienst erarbeiten. „Ob mit Werbung oder Public Viewing, wir werden Einnahmen bekommen ohne Ausgaben zu haben“, sprudelte die Begeisterung aus Thomas Warnke heraus.

Mit 27 Mannschaften und einem Höchststand von 576 Mitgliedern unterschied sich das Corona-Jahr so gut wie gar nicht vom Vorjahr. Sorge bereite allerdings der Jugendbereich. „Da nehmen die Mitgliederzahlen kontinuierlich ab“, veranschaulichte Warnke am Großbildschirm: 2015 waren 236 und damit knapp die Hälfte aller Mitglieder unter 18 Jahre alt, 2020 nur noch 170. Der Verein werde daher erheblich investieren. „Das wird uns viel Geld kosten“, kündigte er an.

Bei allem Optimismus konnte sich Warnke beim Einblick in die Vorstandsarbeit des vergangenen Jahres eine deutliche Kritik nicht verkneifen: „Wir bekamen Druck von unseren Mitgliedern, wenn wir nicht zehn Minuten nach einem neuen Regierungsbeschluss bekannt geben konnten, wie sich die Bundesbeschlüsse und ihre Verordnungen auf Landes-, Landkreis- und Gemeindeebene auf unseren Verein auswirken werden. Das machte es schwierig, den Verein in dieser Zeit zu leiten“, führte er aus und gestand: „Wir hatten Angst um unseren Verein“.

Wahlen und Ehrungen:

2. Vorsitzender: Thomas Kues, Geschäftsführer: Johann Mügge, Ältestenrat: Dieter Borcherding, Hermann Hamann und Heinz-Walter Kupisch.

Für ihre Verbundenheit zum Verein ehrte der Vorstand für 25 Jahre: Jens Rajes, Steffen Werner, Kevin Kleinschmidt, Jan-Christoph Kornau, Dennis Schumacher, Klaus Schumacher, Rolf Schwirz; 40 Jahre: Hartmut Hirsch, Lars Kremer, Wolrad Peimann, Klaus Schneider; 50 Jahre: Jürgen Hinrichs; 60 Jahre: Hermann Hamann; 70 Jahre: Claus Faimann; Ehrenmitglieder: Gerhard Bobrink, Peter Bork, Günter Delekat, Horst Delekat, Herbert Fritzsche, Werner Kastendieck.

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