Rat spricht über Straßenumbenennung

Zwei gleiche Namen sind einer zu viel

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Mediengruppe Kreiszeitung

Süstedt/Br.-Vilsen - Von Mareike Hahn. Im Flecken Bruchhausen-Vilsen und in der Gemeinde Süstedt gibt es vier doppelte Straßennamen. Bisher kein Problem – aber nach der Fusion der beiden Gemeinden zum 1. November 2016 werden einige Anwohner in den sauren Apfel beißen und sich an einen neuen Straßennamen gewöhnen müssen. Dass diese Tatsache ganz und gar nicht auf Begeisterung stößt, wurde am Montagabend während der Sitzung des Süstedter Gemeinderats deutlich.

„Mühlenweg“, „Niebuhrs Feld“, „Im Dorfe“ und „Im Felde“ – diese vier Straßen gibt es gleich zweimal. In den Fusionsverhandlungen haben sich Süstedt und Bruchhausen-Vilsen darauf verständigt, dass in jeder Gemeinde jeweils zwei Straßennamen bleiben und zwei geändert werden sollen, um Verwechslungen zu vermeiden. Die Kommunalpolitiker einigten sich darauf, in der Gemeinde Süstedt die Straßen „Im Dorfe“ und „Im Felde“ umzubenennen. Im Gegenzug soll der Flecken die Namen „Niebuhrs Feld“ und „Mühlenweg“ ändern.

Die Verwaltung hat sich Gedanken über mögliche neue Bezeichnungen gemacht: „Wir haben versucht, die bisherigen Namen ein Stück weit beizubehalten“, erklärte Gemeindedirektor Bernd Bormann bei der Ratssitzung im Uenzer Dörphus. Das Ergebnis: Die Straße „Im Dorfe“ in Uenzen könnte künftig „Im Uenzer Dorfe“ oder „Im oberen Dorfe“ heißen, für „Im Felde“ im Ortsteil Schaapsen schlug Bormann den neuen Titel „Im Schaapser Felde“ vor.

Entgegen der Sitzungsvorlage der Verwaltung legten sich die Süstedter Politiker am Montag jedoch noch nicht fest, sie vertagten den endgültigen Beschluss über die Änderung der Straßennamen. Der Anlass: eine Unterschriftenliste von Einwohnern aus Uenzen. „Wir fordern die Beibehaltung des Straßennamens ,Im Dorfe‘“, zitierte Bürgermeister Reinhard Thöle (SPD) aus dem Schriftstück. Als Argumente führen die Anwohner nicht nur die Nähe zum Flurstück „Im Dorfe“ an, sondern auch den Sitz eines Unternehmers an der Straße. Für ihn sei es wegen der großen Zahl an Kunden und Zulieferern aufwändiger und teurer, den neuen Straßennamen bekannt zu geben, als für Privatpersonen. Außerdem wären in Uenzen mehr Personen von einer Änderung des Straßennamens betroffen als „Im Dorfe“ im Flecken Bruchhausen-Vilsen. Tatsächlich haben laut Verwaltung 27 Personen an der Uenzer Straße ihren Hauptwohnsitz gemeldet, im Flecken sind es nur 16. Allerdings wohnen an allen doppelten Straßen in der Gemeinde Süstedt mehr Menschen als im Flecken.

In der Einwohnerfragestunde argumentierte Bürger Marcel Wittke, der „Im Dorfe“ einen Shop für Jagdoptik betreibt: „Schon jetzt ist es nicht einfach, mit einem Navi unsere Adresse in Uenzen, Gemeinde Süstedt zu finden. Nach der Fusion wird das noch komplizierter. Ein neuer Straßenname würde dazu führen, dass sich die Leute verirren.“

Gemeindedirektor Bormann erklärte, dass die Süstedter nach der Fusion in ihrer Adresse vor die Zeile „27305 Bruchhausen-Vilsen“ den Ortsteil schreiben können.

Grünen-Politikerin Hildegard Grieb berichtete von einem Gespräch mit einem Tischler aus der früheren Gemeinde Engeln, die 2011 mit dem Flecken fusioniert hat: „Er sagte, dass ihn die Adressänderung eigentlich gar nichts gekostet habe. Neue Briefköpfe und Visitenkarten seien sowieso irgendwann dran gewesen, und der Rest sei automatisch gegangen.“ „Kosten entstehen nicht großartig, aber ein bisschen Arbeit lässt sich sicher nicht vermeiden“, ergänzte Nils Ehlers (Wählergruppe).

„Dass die Änderung eines Straßennamens für Gewerbetreibende aufwändiger ist als für Privatpersonen, ist richtig“, sagte Thöle. „Wir werden eine Lösung finden müssen. Wir nehmen die Interessen der Bürger ernst, werden noch mal nachdenken und mit dem Flecken sprechen.“

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