Familientriathlon in Schwarme

Wenn der Opa mit der Tochter und dem Enkel

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Eine sportbegeisterte Familie: Johann-Dieter Oldenburg mit seiner Tochter Sylvia und seinen Enkeln Bastian (rechts) und Erik.

Schwarme - Von Julia Kreykenbohm. Der neunjährige Erik steht mit vielen anderen Kindern am Sammelpunkt für die Läufer auf dem Gelände des Freibads in Schwarme. Angespannt behält er die Gerade im Auge, auf der die Radfahrer der Staffel des Familientriathlons Schwarme einlaufen. Plötzlich fängt er an zu klatschen und ruft: „Opa! Opa!“. So angefeuert, legt Schwarmes Bürgermeister Johann-Dieter Oldenburg noch mal einen Zahn zu und kommt keuchend ins Ziel, sein Fahrrad neben sich herschiebend.

Doch es bleibt kaum Zeit, um Luft zu holen, denn nun muss Oldenburg den Transponder übergeben, mit dem die Zeiten der Sportler gemessen werden. Mit nur wenigen Handgriffen ist dieser an Eriks Arm festgebunden, und der Junge rennt los. „Halt!“, ertönt die Stimme eines Helfers vom TSV Schwarme, der die Veranstaltung ausrichtet. Erik hat die Startnummer vergessen, die er von seinem Opa ebenfalls übernehmen muss. Also rasch zurück, die Nummer übergestreift und los geht‘s, immerhin liegen 400 Meter vor dem Jungen.

Johann-Dieter Oldenburg macht sich auf zum Zielpunkt für die Läufer, wo er mit den restlichen Familienmitgliedern seinen Enkel in Empfang nehmen will. „Ich bin zufrieden, aber ich hätte vorher doch etwas trainieren sollen“, meint der 62-Jährige noch etwas atemlos. „Auf dem Rückweg hatte ich nur Gegenwind.“

Tochter Sylvia, die mit ihren Söhnen extra aus Münster angereist ist und den Part der Schwimmerin in dem Drei-Generationen-Staffelteam übernommen hat, strahlt: „Das hat wirklich Spaß gemacht.“ Doch nachdem die Familie Erik am Ziel begrüßt hat, ist der Tag für sie noch nicht zu Ende. Denn Enkel Bastian, der ebenso sportbegeistert ist wie sein Bruder, will noch am darauf folgenden Brötchen-Triathlon teilnehmen, bei dem er alle Disziplinen (Schwimmen, Laufen und Radfahren) ganz allein bestehen muss.

Es ist das erste Mal, dass Oldenburg aktiv am Familientriathlon in seiner Gemeinde teilnimmt. „Bisher war ich als Mitorganisator dabei“, sagt er. „Und weil es diesmal der zehnte Familientriathlon ist, haben wir uns gesagt, dass wir mal mitmachen wollen.“ Am Ende landet das Trio auf Platz acht von 17.

Neben Oldenburg und seiner Familie sind noch rund 400 andere Sportler zu der Großveranstaltung gekommen. Unter anderem gehen auch ein Team der Volksbank Sulingen samt Chef und eine Gruppe des Hauptsponsors Avacon bei der Staffel an den Start. „Wir sind fast ausgebucht“, sagt Nadine Stüve vom TSV, die gerade die Helfer von der Freiwilligen Feuerwehr mit Brötchen versorgt. „Wir sind absolut zufrieden. Das Alter unserer Teilnehmer reicht von sechs bis zu 79 Jahren.“ Sie schaut zum grauen, wolkenverhangenen Himmel, der am Sonntagmorgen schon kräftigen Regen über Schwarme gebracht hat. „Nur das Wetter könnte besser sein. Die ersten fünf Jahre hatten wir immer Glück, die letzten fünf gab es immer einen Guss.“

Familientriathlon in Schwarme

Doch davon lassen sich die Gäste nicht die Stimmung verderben. Überall herrschen munteres Gewusel und gute Laune. Während die Kleinen auf der Hüpfburg toben oder sich die Gesichter schminken lassen, stöbern die Älteren in den Pavillons der Anbieter von verschiedenen Sportartikeln oder tauschen sich über ihre Zeiten aus.

Viele von ihnen sind „alte Hasen“ und jedes Jahr dabei, wie Stüves Tochter Sina. Im zarten Alter von sechs Jahren startete sie vor zehn Jahren das erste Mal und war seitdem immer dabei. „Mein Vater ist Triathlet und hat mich zu dem Sport gebracht“, erzählt die 16-Jährige. „Ich nehme auch an anderen Wettkämpfen teil, aber hier macht es mir besonders Spaß, weil die Familien gemeinsam Sport treiben können und man immer viele Bekannte trifft.“

Es seien aber auch immer wieder Neulinge dabei, die sich noch nie am Triathlon versucht hätten, erzählt Nadine Stüve. „Das ist ja auch der Sinn des Ganzen. Wir wollen Leuten die Möglichkeit geben, mal ganz locker in diese Sportart hineinzuschnuppern. Deswegen bieten wir auch verschiedene Wettbewerbe an, damit für jeden etwas dabei ist.“ Bei Johann-Dieter Oldenburg ist der Funke in jedem Fall übergesprungen: „Ich denke, ich werde im nächsten Jahr wieder teilnehmen.“

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