Spiel, Spaß und Sport statt Smartphone

Johannes Rohlfs leitet seit Juli Jugendhäuser in Asendorf und Scholen 

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Johannes Rohlfs (vorne) möchte ein freundschaftliches Verhältnis zu den Kids aufbauen. 

Asendorf/Scholen - Von Mareike Hahn. Manche Besucher sind älter als ihr Betreuer. „Anfangs hatte ich deshalb ein etwas mulmiges Gefühl“, erzählt Johannes Rohlfs. Aber das hat sich bereits gelegt: „Ich komme gut mit allen Gästen klar.“ Der 22-Jährige leitet seit Anfang dieses Monats die Jugendhäuser in Asendorf und Scholen. Dass er zur selben Generation gehört wie ein Teil der Mädchen und Jungen, empfindet er schon nach wenigen Wochen nicht mehr als Problem. „So kann ich gut mit den Jugendlichen quatschen. Wir haben die gleichen Interessen, ich bin in ihren Themen drin.“

Johannes Rohlfs ist ausgebildeter Erzieher. Nach seinem Realschulabschluss hat er zunächst ein Freiwilliges Soziales Jahr im Kindergarten in Bruchhausen-Vilsen absolviert. „Dabei wurde mir bewusst, wie viel Spaß mir die Arbeit mit Kindern macht“, sagt der Martfelder. Also entschied er sich für eine vierjährige Erzieher-Lehre an den Berufsbildenden Schulen in Syke. In der dazugehörigen Praxiszeit arbeitete er mit Kindergarten- und Grundschulkindern. Außerdem begann er, sich in seiner Freizeit als Jugendleiter im Jugendhaus Martfeld zu engagieren. „Dort bin ich an die Jugendarbeit gekommen.“

Und so war die Freude groß, als die Samtgemeinde Bruchhausen-Vilsen Rohlfs nach seinem Abschluss und einer Bewerbung als Erzieher anbot, die Leitung der Jugendhäuser in Asendorf und Scholen zu übernehmen. „Wenn man mich vorher gefragt hätte, ob ich lieber im Kindergarten oder im Jugendhaus arbeiten möchte, hätte ich ,Jugendhaus‘ gesagt“, erzählt der 22-Jährige. „Kindergarten macht mir auch viel Spaß, aber im Jugendhaus kann ich mehr auf die Wünsche der Besucher eingehen.“

Sein Vorgänger Sven Kracke arbeitete ihn zwei Wochen in Scholen und Asendorf ein, seit Anfang Juli läuft sein Jahresvertrag. Mit Aussicht auf Verlängerung: „Ich möchte gerne bleiben.“ Die Jugendpfleger-Stelle wird von den Gemeinden Asendorf und Bruchhausen-Vilsen sowie von der evangelischen Kirchengemeinde Asendorf finanziert. Der Vertrag von Rohlfs umfasst 25 Wochenstunden (inklusive Vorbereitungszeit für die Angebote) in den Jugendhäusern. Dazu kommen 14 Stunden pro Woche, die er vertretungsweise in den Kindergärten der Samtgemeinde arbeitet.

Jugendhausleiter baut Vertrauen auf

In den vergangenen Wochen hat der neue Jugendhausleiter begonnen, ein freundschaftliches Verhältnis zu den Mädchen und Jungen aufzubauen. „Mir ist es wichtig, Vertrauen zu schaffen. Die Jugendlichen sollen wissen, dass ich ein offenes Ohr für ihre Probleme habe, dass sie mit mir über alles reden können und dass ich verschwiegen bin.“

In Asendorf an der St.-Marcellus-Straße 7 empfängt Rohlfs mittwochs und donnerstags von 15 bis 18 Uhr Acht- bis 14-Jährige, die Älteren können im Anschluss, bis 21.30 Uhr, vorbeikommen. Der älteste Besucher ist derzeit 27 Jahre alt. Zusätzlich bietet sein Kollege Michael Wegner dort montags von 17 bis 20 Uhr „Kochen und mehr für Kinder und Jugendliche von zehn bis 21 Jahren“.

Im Bauwagen in Scholen (Dahrelsen 38) ist Rohlfs während der Öffnungszeiten dienstags von 15 bis 18 Uhr und freitags von 15 bis 19 Uhr anzutreffen. Dort sind die meisten Gäste zwischen acht und zwölf Jahre alt.

Der 22-Jährige gibt sich Mühe, auf die Interessen der Jugendlichen einzugehen. Sie können sich nicht nur in den Gebäuden und auf den Außengeländen austoben, Tischkicker, Dartscheibe und Co. nutzen, sondern auch ihre Wünsche äußern. So möchten die Jungs aus Asendorf gerne mal angeln gehen. Wie passend, hat Johannes Rohlfs doch den Angelschein.

DVD-Abende - eventuell mit Übernachtungen

Des Weiteren plant er DVD-Abende, möglicherweise auch mal mit Übernachtung. Damit sich die Jugendlichen in Asendorf noch wohler fühlen, will der Leiter mit ihnen zusammen die Wände im Jugendhaus streichen. „Die Farbwahl sollen die Kinder mit treffen“, sagt er. Auch Fußball-, Kicker- und Billardturniere kann er sich vorstellen, genauso wie Ausflüge. In seiner Freizeit kickt der Erzieher übrigens beim TSV Martfeld, und er ist als Schiedsrichter aktiv.

Beide Jugendhäuser sind laut Rohlfs „sehr gut“ besucht. In Asendorf kommen nach seinen Angaben jeweils zehn bis 20 Leute zu den Angeboten, in Scholen fünf bis zehn. Er hält die Einrichtungen für wichtig: „Hier können sich Kinder und Jugendliche treffen, spielen und sich austauschen. Das ist besser, als zu Hause vor dem PC oder Fernseher zu sitzen.“ Das häufig zu sehende Bild einer Gruppe von Teenagern, die allesamt auf ihre Smartphones starren, kennt der 22-Jährige aus den Jugendhäusern nicht: „Bisher musste ich dazu keine Regeln aufstellen. Die meisten kommen ohne Handy her.“

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