Sam hat seine Adleraugen überall

Spezialfahrzeug erfasst Straßenraum für erstes digitales Kataster

Mit zwölf Kameras ist das Spezialfahrzeug ausgestattet, das die Straßen und Wege erfasst. Gregor Radtke und Dr. Adam Plata erklären Timo Heuer und Torsten Beneke vom Bauamt sowie Samtgemeindebürgermeister Bernd Bormann die Technik. Der „fahrende
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Mit zwölf Kameras ist das Spezialfahrzeug ausgestattet, das die Straßen und Wege erfasst. Gregor Radtke und Dr. Adam Plata erklären Timo Heuer und Torsten Beneke vom Bauamt sowie Samtgemeindebürgermeister Bernd Bormann die Technik. Der „fahrende
  • Anne-Katrin Schwarze
    vonAnne-Katrin Schwarze
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Samtgemeinde – Die Bewohner der Samtgemeinde werden in den nächsten Tagen Bekanntschaft mit Sam machen. So heißt das Messfahrzeug, das im Auftrag der Samtgemeinde öffentliche Flächen erfasst. „Sie haben hier eine riesengroße Fläche“, bestätigt Dr. Adam Plata, Projektleiter des Berliner Technologieanbieters eagle eye technologies, unter dessen Regie Sam die fast 800 Kilometer langen Straßen und Wege samt Nebenanlagen aufzeichnet. Dafür ist das „Survey And Mapping“-Fahrzeug unter anderem mit zwölf Kameras ausgestattet.

Zu Deutsch, Sam kann vermessen und kartieren. „Die Kameras sind auf den Boden gerichtet und verhelfen uns zu dreidimensionalen Aufnahmen, mit denen wir die Beschaffenheit, das Material und den Zustand jeder relevanten Fläche ermitteln können“, erklärte Plata, als er Sam gestern Samtgemeindebürgermeister Bernd Bormann und Fachbereichsleiter Torsten Beneke vorstellte. Alle fünf Meter machen die Kameras Einzelaufnahmen der Straßenoberfläche. „Diese Daten werden ausschließlich intern verwendet“, verspricht Bernd Bormann, alle datenschutzrechtlichen Bestimmungen einzuhalten.

Sind die Daten aufbereitet und dokumentiert, bieten sie die Grundlage für ein umfassendes Straßenkataster zur kommunalen Verkehrsinfrastruktur, das es so bisher nicht gibt. „Wir haben Karteikarten, die 25 Jahre alt und älter sind“, erklärt Bormann die Notwendigkeit, die Straßenverwaltung zu aktualisieren und zu digitalisieren, um „endlich im 21. Jahrhundert anzukommen“.

Die etwa 800 aufzuzeichnenden Straßenkilometer in der 230 Quadratkilometer großen Samtgemeinde bezeichnet Plata nach Aufträgen in 500 weiteren Kommunen als „Mamutfläche“. Bremen habe nicht doppelt so viel. Um das Straßennetz funktionsfähig und sicher zu erhalten und die vorhandenen Mittel optimal einsetzen zu können, wollen die Mitgliedsgemeinden und die Samtgemeinde diese Aufgaben zukünftig auf Basis der zu erfassenden Bestandsdaten planen, erklärt Torsten Beneke. Parallel werden Daten für die Straßenentwässerung erhoben. Dafür stehen im Haushalt 170000 Euro zur Verfügung. „Wir sind auch auf exakte Flächendaten angewiesen, um im Rahmen der sogenannten Doppik den Wert der kommunalen Straßen und Wege zu ermitteln“, benennt Beneke aus Sicht der Verwaltung einen weiteren Vorteil dieser aufwendigen Maßnahme.

Die Erfassung geschieht in den nächsten Tagen, wie der Firmenname „eagle eye“ andeutet, mit Adleraugen: Sam ist mit Sensoren ausgestattet, die den Straßenraum und die Nebenanlagen wie Radwege oder Grünflächen erfassen, während das Fahrzeug im fließenden Verkehr Straßen und Wege befährt. Vermessungsingenieur Gregor Radtke hat an Bord im Blick, dass alle gewünschten Informationen aufgenommen werden. Herbert Jagst ist darauf spezialisiert, das vor Technik strotzende Fahrzeug effektiv zu steuern.

Liegen die Daten vor, kann der Fachbereich Bauen und Planung im Rathaus Prognosen ermitteln und Maßnahmen sinnvoll planen, sagt Torsten Beneke. „Bei Bedarf haben wir die Möglichkeit, jeden Straßenabschnitt direkt am Rechner in Augenschein zu nehmen. Das spart Zeit und Geld für Begutachtungen vor Ort und macht unsere Arbeit deutlich effektiver“, betont der Fachbereichsleiter. Unter der Federführung von Timo Heuer, im Fachbereich unter anderem zuständig für Geoinformationssysteme, wurden nach fast einjähriger Vorbereitungszeit die Grundlagen dafür geschaffen, dass das Projekt jetzt in die Realisierungsphase treten kann.

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