Vilsa-Brunnen

Spatenstich für 40 Meter-Hochregallager im Mai geplant

Planierte Baufläche
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Die Aufstellfläche für das Hochregallager auf dem Betriebsgelände von Vilsa-Brunnen ist vorbereitet.

Der Bau eines Hochregallagers ist für Henning Rodekohr ein klares Bekenntnis zum Standort Bruchhausen-Vilsen. Dort ist und bleibt der Sitz des Familienunternehmens Vilsa Brunnen, betont der geschäftsführende Gesellschafter in einem Gespräch mit der Kreiszeitung.

Br.-Vilsen – Das Unternehmen Vilsa-Brunnen, mit Abstand der größte Arbeitgeber in Bruchhausen-Vilsen, wächst. Auf dem Weg, auf dem nationalen Markt entscheidend mitzuspielen, expandiert der Betrieb. Doch damit ist nicht der Bau eines Hochregallagers am Firmensitz gemeint. Nach der Marke Bad Pyrmonter kaufte Vilsa gerade erst auch den Sodenthaler Mineralbrunnen von Coca Cola. Damit gibt es nicht nur in der Mitte Niedersachsens und in der Mitte Deutschlands Vilsa-Standorte, sondern neuerdings auch im Süden. Eine durchaus strategische Entscheidung, wie Henning Rodekohr einräumt.

Expansion nach Bayern

Getränke der Marke Vilsa sind seit Mitte 2019 bundesweit in den Supermärkten des Handelsriesen Rewe zu haben. Andere Ketten ziehen nach. Ist Vilsa damit eine nationale Marke? „So kühn hätte ich es vor einigen Jahren noch nicht formuliert, aber jetzt sehen wir uns auf dem Weg, ein national agierendes Unternehmen zu werden“, formuliert es Henning Rodekohr. Das in der Branche wichtige Nielsen-Ranking sieht Vilsa auf Platz fünf der umsatzstärksten Mineralwassermarken im Land.

Weitere Marken zu übernehmen, schließe er nicht aus, meint Rodekohr. Und: „Wir handeln agil und schauen, wo sich Wachstum ergibt.“ Für den Stammsitz ändere sich dadurch wenig. „Wir haben hier noch etwas Luft zu wachsen und werden das auch irgendwann tun, jedoch in den jetzt vorhandenen Grenzen“, führt er aus. An der Alten Drift Lagerkapazitäten zu schaffen, sei weniger der Expansion als vielmehr der Standortsicherung geschuldet.

Hochregallager

Im Mai soll der Spatenstich für das Hochregallager erfolgen. „Es ist ein wesentlicher Entwicklungsschritt, um unserer gesellschaftlichen Aufgabe zur Sicherung der Versorgung unserer Bevölkerung auch in Zukunft jederzeit nachzukommen“, erklärt der geschäftsführende Gesellschafter. 40 Meter hoch soll das weitestgehend automatisierte Lager werden. Dafür hatte der Rat des Fleckens Bruchhausen-Vilsen nach langen und kontroversen Debatten im vergangenen Jahr grünes Licht gegeben. „Wir haben zum überwiegenden Teil zurückgespielt bekommen, dass wir mit unserem Unternehmen etwas für den Ort leisten und dass man sich freut, dass Vilsa sich positiv entwickelt. Wir sind dankbar, dass der Rat den Bau möglich macht“, sagt Rodekohr und betont, dass der Beschluss darüber „nahezu einstimmig“ ausgefallen sei.

Für Kritik hatte nicht etwa das Volumen der Baumaßnahme gesorgt. Dass das Hochregallager mit seinen 40 Metern etwa so hoch wie die umliegenden Kirchtürme sein wird, das wollten die zunächst zahlreichen, dann aber deutlich weniger und leiser werdenden Kritiker nicht hinnehmen.

„Das wird hoch“, verhehlt der gebürtige Bruchhausen-Vilser nicht, der das Familienunternehmen in der vierten Generation leitet. Doch eben die Höhe führe zu „nachhaltigen ökologischen Effekten“.

Platz für 46500 Paletten

So komme man mit 7 000 Quadratmeter versiegelter Grundfläche aus. Das Sortiment aus verschiedenen Getränken in verschiedenen Verpackungsformen benötige ein intelligentes Lager. „In der Horizontalen bräuchte das unverhältnismäßig viel Fläche“, befindet er.

Mit dem Hochregallager werde die Gabelstaplerflotte etwa um die Hälfte kleiner. „Allein dadurch sparen wir jährlich 458 Tonnen CO2-Ausstoß ein“, sagt er. Doch nicht nur auf dem Betriebsgelände wolle Vilsa den Verkehr deutlich reduzieren, auch innerorts sollen mit der für Anfang 2023 geplanten Inbetriebnahme spürbar weniger Lkw leere Kisten hin- und herfahren. Alle vier Außenlager, unter anderem auf dem Gelände der Firma Fahlenkamp an der Kanalstraße in Bruchhausen, könnten geschlossen werden. „Das eliminiert die durch den Transport verursachten Emissionen“, meint Henning Rodekohr.

470 Beschäftigte in Bruchhausen-Vilsen

Weniger Verkehr, intern wie extern, setzt Mitarbeiter frei. „Der Betrieb des Hochregallagers wird zu keinem Verlust von Arbeitsplätzen führen“, verspricht er den etwa 130 Mitarbeitern, die bei Vilsa in der Logistik tätig sind. Insgesamt hat Vilsa in Bruchhausen-Vilsen derzeit etwa 470 Beschäftigte. „Sollten Arbeitsstellen aufgrund des Automatisierungsgrades im Hochregallager eingespart werden, werden neue Einsatzbereiche für diese Mitarbeiter gefunden“, kündigt Henning Rodekohr an.

Der Standort des Hochregallagers mit Platz für 46 500 Paletten sei so gewählt, dass er optimal für die interne Logistik sei. „Das Lager wird von den meisten Punkten im Ort nicht sichtbar sein“, sagt der Geschäftsführer.

Zur Optik habe es verschiedene Überlegungen gegeben, von einer Holzverkleidung bis hin zur Begrünung. Auch den Vorschlag aus der Bevölkerung, das Dach als Aussichtspunkt mit Gastronomie zu nutzen, habe er prüfen lassen. Die Ansprüche an Statik und Brandschutz ließen aber keine Nutzung zu. „Meine Söhne hätten sich eine Rutsche gewünscht“, gibt er familieninterne Gedankenspiele preis. „Optische Tricks“ würden die Fläche fürs Auge aufbrechen, stellt er die Pläne vor, für die es bisher keine Darstellungen gebe. „Das Lager lässt sich nicht unter einem Busch verstecken“, verhehlt er nicht, „wir werden es aber so harmonisch wie möglich gestalten“.

Warteplatz für 51 Lkw

Nicht zu übersehen sind derzeit die Erdarbeiten für einen Lkw-Warteplatz. An der Straße Alte Drift, gegenüber dem Betriebsgelände, entsteht ein etwa 10 000 Quadratmeter großes Areal, auf dem 51 Lastkraftwagen parken können. „Wir sind stolz darauf, dass wir unsere Handelskunden üblicherweise innerhalb von 45 Minuten bedienen und bleiben weiterhin dabei, dass man sich dafür anmelden kann, aber nicht muss“, sagt Henning Rodekohr. Flexibel auf das Interesse der Kunden reagieren zu können, gehöre zum Anspruch seines Unternehmens. Eine Anstrengung, die sich bezahlt macht. Im Krisenjahr 2020 verzeichnete das Unternehmen nach eigenen Angaben ein Absatzplus der Marke Vilsa von 2,6 Prozent gegenüber dem Vorjahr.

Henning Rodekohr, geschäftsführender Gesellschafter von Vilsa-Brunnen.

Der neue Stellplatz werde ausschließlich genutzt, damit Lkw während einer Wartezeit nicht die Straße blockierten, „diese Belastung wird es in Zukunft nicht mehr geben.“ Und: „Das wird kein öffentlicher Stellplatz sein“, betont er. Um Sauberkeit und Hygiene sicherstellen zu können, stelle die Firma auf dem Warteplatz Toilettenanlagen für die Kraftfahrer bereit. Mit Verzögerung begonnen, werde der Stellplatz „hoffentlich“ bis zur bevorstehenden Hochsaison fertiggestellt, sagt er zum Zeitplan.

Abfüllanlage für rPET-Flaschen

Auf die steigende Nachfrage nach Glasmehrwegflaschen habe Vilsa vor zwei Jahren mit dem Bau einer neuen Abfüllanlage reagiert. Anfang 2022 soll eine weitere Anlage in Betrieb gehen: eine für PET-Flaschen neuester Generation. „Für diese verwendet Vilsa ausschließlich recyceltes PET“, betont Henning Rodekohr und spricht von einer „deutlichen Verbesserung der energieeffizienten Abfüllmaschinentechnik“. In einer 4 500 Quadratmeter großen Halle sollen bis zu 24 000 Flaschen pro Stunde gefüllt werden können.

Die Investitionen in den Standort Bruchhausen-Vilsen „haben das Ziel, die Kundennachfrage jederzeit bedienen zu können“, fasst Henning Rodekohr zusammen. Dass die Marke Vilsa im von der Pandemie bestimmten Krisenjahr gegen den Markttrend sogar gewachsen sei, lasse ihn positiv in die Zukunft blicken. „Uns freut vor allem, dass wir unsere sehr gute Marktposition im Heimatmarkt behaupten konnten und auch weiterhin klarer Marktführer im Norden sind“, schließt er.

Vilsa und Vilsen gehören für ihn untrennbar zusammen. Auch und vor allem auf dem Weg, weiter bei den Top Marken der deutschen Mineralwasserbranche mitzuspielen.

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