Anstehende Veränderung sorgt für Aufruhr

Bald nur noch ein Automat: Sparkasse wandelt Filiale in Schwarme um

Die Sparkassen-Filiale in Schwarme wird zwar nicht komplett geschlossen, allerdings stehen Kunden ab dem kommenden Jahr keine persönlichen Mitarbeiter mehr zur Verfügung. Dann müssen sie sich mit einem Automaten zufriedengeben oder eine andere Filiale in der Umgebung aufsuchen.
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Die Sparkassen-Filiale in Schwarme wird zwar nicht komplett geschlossen, allerdings stehen Kunden ab dem kommenden Jahr keine persönlichen Mitarbeiter mehr zur Verfügung. Dann müssen sie sich mit einem Automaten zufriedengeben oder eine andere Filiale in der Umgebung aufsuchen.

Schwarme – Wer in Schwarme künftig einen Ansprechpartner bei der Sparkasse benötigt, der muss einen weiteren Weg auf sich nehmen oder sich mit einem Automaten zufriedengeben. 

Wer in Schwarme künftig einen Ansprechpartner bei der Sparkasse benötigt, der muss einen weiteren Weg auf sich nehmen oder sich mit einem Automaten zufriedengeben. Denn die Kreissparkasse Syke schließt Ende des Jahres sechs Geschäftsstellen. Sechs weitere Standorte wandelt das Unternehmen in reine Selbstbedienungsfilialen um, darunter auch die in Schwarme an der Hauptstraße.

Zudem kursiere das Gerücht im Ort, dass auch die Volksbankfiliale an der Bremer Straße bald ihre Türen schließe, berichtete Klaus Meyer-Hochheim (CDU) in der jüngsten Sitzung des Gemeinderats. „Dann haben wir im Ort gar keine Bank mehr“, befürchtete er. An diesem Gerücht sei jedoch nichts dran, sagte Kirsten Dauelsberg, Leiterin der Unternehmenskommunikation bei der Volksbank Niedersachsen-Mitte eG auf Nachfrage. „Wir planen aktuell keine Schließungen“, versicherte sie und kann damit zumindest die Volksbankkunden beruhigen. Für sie ändert sich also nichts.

Anders ist es bei den Schwarmer Sparkassenkunden. Sämtliche Kunden der betroffenen Geschäftsstellen habe das Unternehmen mittlerweile per Post über die Entwicklungen informiert, sagte Sparkassen-Vorstandsmitglied Olaf Meyer-Runnebohm vorab in einem Kreiszeitungsinterview.

In Schwarme sorgt diese Veränderung für Aufruhr. Es hätte bereits zahlreiche Rückmeldungen von Einwohnern gegeben – und die seien besorgt, berichtete Meyer-Hochheim in der Sitzung weiter. Denn mit der Umwandlung in eine Selbstbedienungsfiliale könne beispielsweise niemand mehr helfen, einen Überweisungsträger auszufüllen oder das Dokument persönlich entgegennehmen.

Rund zwei Drittel aller Sparkassenkunden nutzten mittlerweile jedoch das Online-Banking, sprach Vorstandsmitglied Meyer-Runnebohm eine Alternative an. Über dieses System können beispielsweise Überweisungen am heimischen Computer in Auftrag gegeben werden. „Viele Bürger in Schwarme sind aber noch nicht digital unterwegs“, meinte Klaus Meyer-Hochheim. Für die ältere Generation, die noch den persönlichen Kontakt bevorzuge, sei die Veränderung sehr problematisch, fand auch Bürgermeister Johann-Dieter Oldenburg.

„Sie benötigen noch das Gespräch mit ,ihrem‘ Sachbearbeiter und auch Hilfe bei ihren Bankgeschäften“, erläuterte er auf Nachfrage. Ein weiteres Problem: Die Busverbindungen zu anderen, noch geöffneten Sparkassenfilialen in Martfeld (Hauptstraße 22), Bruchhausen-Vilsen (Bahnhofstraße 64 und Schöne Reihe 6), Asendorf (Alte Heerstraße 24) und Syke (Mühlendamm 4) seien nicht optimal. „Viele sind nicht mehr so mobil, um die Nachbarfilialen zu erreichen. Da ist die Schließung ,ihrer‘ Filiale schon ein hefiger Einschnitt“, fügte Oldenburg hinzu.

In der jüngsten Ratssitzung stand daher die Frage im Raum, ob man auf diese Entscheidung Einfluss nehmen könne. Bürgermeister Oldenburg sei bereits von vielen Schwarmern gefragt worden, warum er diesbezüglich nicht eingegriffen hätte. „Ich habe selbst von der Schließung erst zwei Tage vor der offiziellen Bekanntgabe erfahren“, erklärte er auf Nachfrage. Gemeindedirektor Bernd Bormann verdeutlichte im Rahmen der Sitzung, dass dieser Schritt nicht zu verhindern sei. „Ich sitze dort nicht im Vorstand“, meinte er. Die Kreissparkasse Syke habe sich ihre Entscheidung sicherlich nicht leicht gemacht, aber auch sie unterliege bestimmten Zwängen, führte Bernd Bormann weiter aus.

Seit Jahren kämpfe das Unternehmen – wie viele andere Kreditinstitute auch – mit deutlichen Rückgängen der Kerneinnahmen, heißt es vonseiten der Sparkasse. Gleichzeitig seien die Kosten in die Höhe geschossen. Beispielsweise für notwendige Investitionen unter anderem in die Digitalisierung oder auch für die Gehälter aufgrund gestiegener Tarife. „Um unser Eigenkapital zu stärken, müssen wir aber weiter Gewinne machen“, fasste der Vorstandsvorsitzende Jens Bratherig in dem vorangegangenen Interview zusammen. Die Konsequenz: Umbau und Ausdünnung der Filialstruktur.

Daher stellen zum 31. Dezember die Filialen in Okel, Fahrenhorst, Varrel, Neubruchhausen, Nordwohlde und Engeln ihren Betrieb komplett ein. An den Standorten in Bramstedt, Schwarme, Sudweyhe, Seckenhausen, am Ernst-Boden-Platz in Syke sowie an der Dorfstraße in Kirchweyhe gibt es ab 2022 nur noch Automaten. Neben der Alternative des Online-Bankings „ist die Kreissparkasse für ihre Kunden über alle Kanäle aber so gut erreichbar wie nie zuvor“, meinte Vorstandsmitglied Meyer-Runnebohm.

Bürgermeister Johann-Dieter Oldenburg hält dies jedoch für nicht ausreichend. Seine Bitte an die Kreissparkasse lautet daher: „Neben dem Selbstbedienungsbereich sollte auch der Briefkasten für die Überweisungsformulare und den sonstigen Schriftverkehr mit der Bank, der neben dem Haupteingang einen Einwurfschlitz besitzt, erhalten bleiben.“ So müssten diejenigen, die ihre Bankgeschäfte nicht online durchführen, nicht in einen Nachbarort fahren, beziehungsweise die Postversendung nutzen, um ihren Überweisungsaufträge oder sonstige Formulare abzugeben. „Solange ich denken kann, hatten wir in Schwarme eine Kreissparkasse. Soweit mir bekannt ist, weit über 60 Jahre. Mit diesem Schritt geht also eine lange Tradition zu Ende“, meinte Oldenburg.

In Schwarme sei allgemein bekannt, dass sich das Gebäude der Kreissparkasse im Eigentum des Unternehmens befinde. Für das Kreditinstitut fielen auf diese Weise keine Mietkosten an, berichtete der Bürgermeister weiter. Die oberen Räume des Gebäudes seien zudem als Wohnraum vermietet. Der untere Bereich könne im Rahmen der Umwandlung ebenfalls vermietet werden und beispielsweise als Büro- oder Ladenraum genutzt werden.

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