Sozialausschuss berät über Zukunft des Kindergartens Martfeld / Anbau geplant

„Wir brauchen Zeit, um alle Optionen zu prüfen“

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Mediengruppe Kreiszeitung

Martfeld - Von Mareike Hahn. Der Sozialausschuss der Samtgemeinde Bruchhausen-Vilsen will den Mietvertrag des Martfelder Kindergartens mit dem Seniorenheim Martfeld bis Ende Juli 2018 verlängern. Das hat das Gremium am Donnerstagabend einstimmig empfohlen. Im Samtgemeinde-Haushalt 2015 sollen nach dem Willen des Ausschusses 70000 Euro für erste Umbauarbeiten im Kindergarten-Gebäude an der Schulstraße eingeplant werden. Außerdem legten die Politiker während der Sitzung im Gasthaus Dunekack in Kleinenborstel einen Zeitplan für einen Anbau am Kindergarten fest – mit dem Ziel, ab Mitte 2018 alle Kinder in einem Gebäude unterzubringen.

Waren bei der Sitzung des Rats Martfeld zum Thema Kindergarten im Oktober noch die Emotionen hochgekocht, verlief die Sitzung am Donnerstag in ruhigen Bahnen. Als erster hatte der Martfelder Michael Albers (SPD) als Ausschussvorsitzender das Wort. Er brachte den Ausschuss und die gut 20 anwesenden Bürger auf den aktuellen Stand. Wie berichtet, stehen der Kindergarten Martfeld und die benachbarte Grundschule vor einem Platzproblem. Derzeit sind zwei der vier Kindergarten-Gruppen, darunter die Krippenkinder, im Seniorenheim beherbergt, doch der Mietvertrag läuft planmäßig im Jahr 2016 aus. Um Zeit zu gewinnen, hat die Samtgemeinde, die für Kindergarten und Schule zuständig ist, mit Seniorenheim-Betreiber Jörg Beneke über eine Verlängerung des Vertrags verhandelt – mit Erfolg. Wie hoch die Miete ist, wollte Samtgemeindebürgermeister Bernd Bormann nicht verraten. Gleichwohl waren sich die Ausschussmitglieder sicher, dass der Zeitgewinn sinnvoll ist, um alle Möglichkeiten abzuwägen.

Eine Arbeitsgruppe der Samtgemeinde hat laut Albers bereits mehrfach getagt. „Alle waren sich einig, dass es oberste Priorität hat, Kindergarten, Krippe und Schule am Standort Schulstraße zu vereinigen.“ Wie das aussehen soll, steht noch nicht fest – wann welcher Schritt passieren soll, indes schon. Die Verwaltung hat einen Zeitplan für den Aus- und Umbau des Kindergartens erarbeitet, den Bormann vorstellte: Die ausschreibungsfertige Planung für ein Kindergarten-Gebäude mit zwei Kindergarten- und zwei Krippengruppen soll bis Ende 2015 fertig sein. Eine Verpflichtungsermächtigung für 2017 in Höhe der Baukosten müssen die Politiker demnach in den Haushalt 2016 einstellen. Die Ausschreibung der Gewerke folgt Ende 2016, der Baubeginn im Frühjahr 2017. Ende Juli 2018 sollen dann alle Arbeiten erledigt sein.

Mit verschiedenen Umbau-Varianten wollen sich die Beteiligten in nächster Zeit befassen. Eine Idee der Arbeitsgruppe zeigte Rathaus-Mitarbeiterin Cattrin Siemers am Donnerstag. „Kurzfristige Verbesserungen“ sollen erste Maßnahmen im kommenden Jahr bringen: „Im Bereich der Bücherei für den Kindergarten wollen wir jetzt schon einen Personalraum unterbringen und im Bereich der Küche einen Therapieraum.“

„Große Investition“

in Schule gefordert

Ein Anbau ist nach Siemers‘ Angaben aktuell nur als Verlängerung des Mehrzweckraums der mit dem Kindergarten verbundenen Schule denkbar. „Dadurch ginge aber sehr viel Platz vom Schulhof verloren.“ Ein etwa 375 Quadratmeter großer Anbau für zwei Gruppen würde rund 1,013 Millionen Euro kosten, dazu kämen 130000 Euro für eine Sanierung des Eingangs, um die alten und neuen Räume zu verbinden. „Wir hoffen, in den nächsten ein, zwei Jahren an anderer Stelle noch naheliegende Flächen akquirieren zu können, um nicht auf dem Schulhof bauen zu müssen“, ergänzte Bormann.

Hermann Schröder (Unabhängige Wählergemeinschaft) gingen die Überlegungen nicht weit genug: „Martfeld ist, was die Bildungseinrichtung Schule angeht, in den letzten Jahrzehnten vernachlässigt worden“, sagte er und forderte, Kindergarten und Schule gemeinsam zu betrachten: „Wir brauchen eine Perspektivplanung. Wir müssen uns das gesamte Gelände ansehen und überlegen, was wir in zehn Jahren haben wollen.“ Das Schulgebäude aus den 60er-Jahren sei grundsätzlich infrage zu stellen, wenn man die Gesichtspunkte Brandschutz, Inklusion und Wärmedämmung betrachte. Mit seiner Forderung nach einer „großen Investition“ stieß Schröder bei den Martfeldern auf Zustimmung.

Bürger Wilfried Nordbruch verlangte, über einen kompletten Neubau nachzudenken. Die Baukosten lägen bei rund zwei Millionen Euro, sagte Siemers. „Einen viergruppigen Kindergarten neu zu bauen, das muss man politisch erst mal hinkriegen“, fügte Bormann hinzu. Er bat um Geduld: „Wir brauchen Zeit, um alle Optionen zu prüfen.“

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