Schmuckstück liegt auf Ackerfläche

Henning und Kevin finden mit Metall-Detektor verlorenen Ehering

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Gerda Bartels hält ihren vor Jahrzehnten verlorenen Ehering wieder in der Hand, den die Sondengänger (von links) Kevin Kyburz und Henning Beneke auf Heinrich Bartels (rechts) Acker wiedergefunden haben.

Henning Beneke und Kevin Kyburz hatten schon einige Stunden lang eine größere Ackerfläche in Bruchmühlen mit ihren Metall-Detektoren abgeschritten. Wie schon so oft fanden die Sondengänger dabei Schrauben und Metallteile von Ackergeräten, zerbrochene Hufeisen und einige Kleinmünzen.

Bruchmühlen - Auch Uniformknöpfe steckten in der frisch gegrubberten Erde. So richtig motiviert waren sie nicht mehr, als es in Henning Benekes Detektor so leise piepte, dass der Syker überlegte, ob er das Signal ignorieren oder doch nachschauen sollte, was seine Sonde eine Handbreit unter der Oberfläche aufgespürt hatte.

Der Traum eines jeden Sondengängers

Er entschied sich für Letzteres und fand ein goldgelb blinkendes Metallteil in der Erde. Henning Beneke staunte: Er hielt einen goldenen Ring in der Hand. Damit erfüllte sich für ihn der Traum eines jeden Sondengängers. Gemeinsam mit seinem Kollegen, Kevin Kyburz aus Bremen, schaute er sich den Ring an. Sie lasen die Gravur. „H.B.-29.5.1966“ stand auf der Innenseite des Schmuckstücks. „Ich selbst konnte mit dem HB nicht gemeint sein. Ich war 1966 ja gerade mal ein Jahr alt“, sagt Henning Beneke lachend.

Verlorener Ehering von Gerda Bartels

Was nun? Gewöhnlich begeben sich die Sondengänger in den Kirchenarchiven auf die Suche nach dem Eigentümer. Da die Männer auf dem Flurstück von Heinrich Bartels fündig geworden waren, beschlossen sie, zunächst mit der Familie Bartels über ihren Fund zu sprechen. Bei dem Paar war die Freude riesengroß. Denn: Es handelte sich um den vor Jahrzehnten verloren gegangenen Ehering von Gerda Bartels.

Was die Sondengänger nicht wussten: Ihre Nachforschungen im Kirchenarchiv wären möglicherweise erfolglos geblieben, denn in dem Ring war das Verlobungs- und nicht das Hochzeitsdatum eingraviert.

Was sie auch nicht wussten: Der Ring war zum zweiten Mal wieder aufgetaucht. Gerda Bartels hatte ihn schon einmal verloren. Wann genau das war, weiß sie nicht mehr. Nach dem Verlust ließ sie sich einen zweiten Ring anfertigen. „Das muss so um 1970 gewesen sein“, vermutet sie.

„Unglaublich ist das!“

Zu ihrer großen Freude fand ein Nachbar den originalen Ehering einige Jahre später auf einem Friedhof wieder. Natürlich legte Gerda Bartels den Zweitring beiseite und trug wieder den Ursprungs-Ring, bis sie diesen um 1980 erneut verlor. „Vielleicht ist der bei der Rübenernte im Herbst verloren gegangen, weil es dann oft schon so kühl war, dass man klamme Finger hat“, vermutet Heinrich Bartels.

„Aber zum Glück hatte ich ja noch den anderen Ring“, berichtet seine Frau und trug fortan wieder ebendiese Version. „Und nun stehen da plötzlich zwei freundliche, junge Männer mit meinem Ring in der Hand vor der Tür. Unglaublich ist das!“, berichtet Gerda Bartels. Ein Vergleich des Fundstücks mit dem Ring des Ehemanns überzeugte auch Henning Beneke und Kevin Kyburz davon, dass ein Irrtum ausgeschlossen ist: Sie hatten Gerda Bartels Ehering gefunden. Natürlich wird sie diesen in Zukunft wieder tragen, den Zweitring aber auch aufbewahren. Für alle Fälle.

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