Für mehr Vielfalt und gegen Rassismus

Ausschuss für Jugend und Soziales des Fleckens spricht sich für das Projekt Skaterbahn aus

Ein Regenbogen und eine Welt, auf der alle Platz haben: Einige der möglichen Konzeptvorschläge der externen Sprayer beinhalten Motive, die für Vielfalt stehen.
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Ein Regenbogen und eine Welt, auf der alle Platz haben: Einige der möglichen Konzeptvorschläge der externen Sprayer beinhalten Motive, die für Vielfalt stehen.

Br.-Vilsen – Nicht nur schöner aussehen, sondern gleichzeitig ein Zeichen für Vielfalt und gegen Rassismus setzen, das soll in Zukunft die Skaterbahn nahe des Marktplatzes. Dafür sprachen sich die Abgeordneten des Ausschusses für Jugend und Soziales des Fleckens Bruchhausen-Vilsen während ihrer jüngsten Sitzung am vergangenen Dienstag einheitlich aus.

Nils Borcherding, Nutzer der Anlage und stellvertretend für das Projektteam vor Ort, das sich die Verschönerung und Umgestaltung der Skaterbahn zur Aufgabe gemacht hat, erläuterte anhand einer Präsentation den aktuellen Stand der Dinge.

„Der Vortrag wird sich mit der Vorgeschichte der Skaterbahn, möglichen Gestaltungsideen sowie Kostenvoranschlägen und ihrem zukünftigen Verbleib befassen“, schildert der 22-Jährige, nachdem sich der geborene Brokser kurz selbst vorgestellt hatte. Er sei bereits seit sechs Jahren politisch gegen rechts aktiv und habe in der Vergangenheit bei vielen Projekten und Seminaren im Landkreis Diepholz zum Thema mitgewirkt.

Auf dieser Wand Richtung Marktplatz, die von der Straße her nicht einsehbar ist, könnte eine Kreativwand entstehen.

„Erstmal ist es super gut, dass es überhaupt eine Skaterbahn in Bruchhausen-Vilsen gibt und Jugendliche dort die Möglichkeit haben, sich zu treffen und außerschulisch neue Sportarten auszuprobieren“, so Borcherding. „Allerdings ist ihnen wohl allen bewusst, dass der Zustand der Skaterbahn nicht gut ist. Seit Jahren wird und ist sie mit Graffitis verschmiert und nicht unbedingt ansehnlich.“ Neben all den ohnehin schon unschönen Schmierereien tauchten im Juli 2021 zusätzlich rechtsextreme und verfassungsfeindliche Symboliken sowie homosexuellen-feindliche Beleidigungen auf. Diese erläuterte Borcherding anhand von Bildern. So stünde die 18, die mehrfach auf eines der Hindernisse gesprüht wurde, in rechtsradikalen Kreisen für Adolf Hitler und auf einem Mülleimer neben der Anlage befinde sich ein blaues Hakenkreuz. „Hier konnte tatsächlich der Täter gestellt werden und wird für seine Tat zur Rechenschaft gezogen, teilten mir Beamte der lokalen Polizeistelle mit“, so der 22-Jährige.

„Im Zuge dessen hat sich schließlich eine Gruppe Jugendlicher gefunden, bestehend aus mir und zwei weiteren Mitgliedern, die diese Symboliken übermalt haben – alles damals in einem noch unabgesprochenen Rahmen“, gab der 22-Jährige offen zu. Ihr Ziel sei es gewesen, die rassistischen Zeichen mit antirassistischen Gegenteilen zu überdecken und kinder- sowie jugendgerecht zu gestalten. „Auf eine Bitte der Gemeinde hin, das unangesprochene Übermalen zu lassen, gab es ein Planungsgespräch zwischen uns und der Gemeinde am 14. Juni“, schildert der 22-Jährige weiter.

Anhand einer Präsentation veranschaulicht Jens Borcherding (hinten links) den Abgeordneten die derzeitige Lage an der Skaterbahn.

Es folgte die Absprache, dass die Jugendlichen innerhalb eines Monats ein konkretes Angebot mit Gestaltungsideen liefern, an dem sich dann ein offizielles, abgesprochenes Konzept richten könnte. „Zu den Gestaltungsvorschlägen gehört eine Kreativwand, die mit einem Erklärungsschild gekennzeichnet wird. Die kann dann von allen jederzeit besprüht werden, um zu verhindern, dass wild gesprüht wird“, so Borcherding weiter. Außerdem könnten die beiden Wände Richtung Marktplatz und Feuerwehr mit einem verlaufenden Regenbogen, beziehungsweise einer Prideflagge mit einem Schriftzug versehen werden, die dann für Vielfältigkeit stünde. Die Idee, diesen ans Lokale anzulehnen und beispielsweise „Bruchhausen-Vilsen bleibt bunt“ in die Flagge zu integrieren, stieß bei den Abgeordneten auf große Zustimmung. „Wenn schon, dann lokal“, waren sie sich einig.

Realisiert solle die Umgestaltung mithilfe von professionellen Sprayern und einer Gruppe von etwa 15 Jugendlichen, die an zwei Tagen je sechs Stunden das Projekt in Angriff nehmen. „Der Workshop sowie das Graffiti werden dabei stark durch jugendliche Teilnahme geprägt“, so Borcherding. Die Kostenaufstellung betrage dabei maximal 1 500 Euro für die Arbeit sowie das benötigte Material, von dem ein Großteil die drei jugendlichen Initiatoren tragen würden. „Das können wir aus den laufenden Mitteln organisieren“, erläuterte die Verwaltung auf die Nachfrage nach der Finanzierung.

Vor dem Übersprühen: Die Zahl 18 steht in rechtsradikalen Kreisen für Adolf Hitler.
Nach dem Übersprühen zieren das Hindernis rote Farben und der Spruch „Refugees Welcome“.

„Die externen Sprayer Nils Freye und Christina Swirin stehen in den Startlöchern, wir müssen nur noch einen Termin finden und die Jugendlichen einladen, dann kann es losgehen“, so Borcherding abschließend. „Also ich begrüße euer Engagement und die bisherige Arbeit, die ihr als Team bereits geleistet habt, vielen Dank dafür“, so Heiko Albers (CDU). Dem stimmte auch die Vorsitzende des Ausschusses Nicole Reuter zu: „Die Skaterbahn ist ein Magnet für Jugendliche. Ich freue mich, dass wir mit euch engagierte Jugendliche gefunden haben, die sich der Sache annehmen – Danke dafür.“

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