Sinfoniekonzert: Musiker aus elf Ländern beeindrucken im gut besuchten Forum

Die Musik ist ihre Weltsprache

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Das Internationale Jugendsinfonieorchester Bremen spielte am Freitagabend mit seinem Dirigenten Martin Lentz im Forum des Schulzentrums Bruchhausen-Vilsen.

Br.-Vilsen - Von Horst Friedrichs. Sie verständigen sich „zweisprachig“: Wenn sich junge Musiker aus elf Ländern treffen, um ein Sinfonieorchester zu bilden, entstehen nicht etwa babylonische Dissonanzen. „Wir verwenden zwei Weltsprachen“, sagt Kontrabassist Johannes Köppl. „Englisch und die Sprache der Musik.“

Gemeinsam mit dem Cellisten Jasper Seibert war Köppl für die Organisation eines Konzertereignisses verantwortlich, das am Freitagabend im Forum des Schulzentrums Bruchhausen-Vilsen stattfand. Unter der Leitung seines Dirigenten Martin Lentz spielte das Internationale Jugendsinfonieorchester (IYSO) Bremen im Luftkurort Werke von Gustav Mahler, Arthur Honegger und Noam Sheriff.

Das gut besuchte Sinfoniekonzert im Forum wurde eröffnet mit Mahlers „Totenfeier“, erster Satz aus der zweiten Sinfonie, Nummer zwei c-Moll. Bereits hier wie auch im weiteren Verlauf des Konzerts stellten die hochtalentierten Musikschüler und -studenten ihre beeindruckende Fähigkeit unter Beweis, nach einer nur einwöchigen gemeinsamen Probe unter Leitung von Martin Lentz einen homogenen Klangkörper zu bilden, dessen Bandbreite von pianissimo bis fortissimo feinste Abstufungen und Einsätze von höchster Präzision umschloss.

„Das Jugendsinfonieorchester Bremen ist der Kern des Internationalen Jugendsinfonieorchesters“, erläuterte Organisator Johannes Köppl. „Die mitwirkenden Musiker kommen in diesem Jahr aus elf Ländern. Nach dem Eintreffen in Bremen übten sie zunächst einzeln und in Gruppen. Das gemeinsame Proben begann dann eine Woche vor dem Konzert in Bruchhausen-Vilsen.“ Damit ist der Luftkurort nun schon traditionell der Veranstaltungsort für das erste Konzert des durch Stiftungen und Spenden finanzierten IYSO Bremen, nachdem es sich im Herbst eines jeden Jahres neu formiert hat. Das zweite Konzert folgte Samstag in der Glocke in Bremen.

„Vorurteile gibt es nicht,

die Musik verbindet uns“

Die insgesamt mehr als 100 Teilnehmer des diesjährigen IYSO in Bremen stammen aus Kolumbien, Norwegen, Finnland, Polen, Ägypten, Lettland, Serbien, Schottland, Österreich, der Türkei und dem Gastgeberland Deutschland. Geprobt wird in den Räumen der Musikschule Bremen.

Die jungen Musiker sind während ihres Aufenthalts in der Hansestadt keineswegs ausschließlich mit Proben beschäftigt. Ihnen wird ein vielfältiges Besuchsprogramm geboten, in dessen Rahmen sie die Stadt besichtigen und sich etwa beim Bowling kennenlernen. „Vorurteile und Animositäten gibt es bei uns nicht“, sagte Johannes Köppl. „Herkunft und Religion spielen keine Rolle. Die Musik verbindet uns, und jeder weiß, dass er auf den anderen angewiesen ist.“

Neben Gustav Mahlers „Totenfeier“ standen Arthur Honeggers dritte Sinfonie sowie ausgewählte Lieder von Gustav und Alma Mahler auf dem Konzertprogramm in Bruchhausen-Vilsen. Als Solist trat Christoph Heinrich, Bariton, auf.

Ein weiterer Programmpunkt war „Akeda“, die Opferung Israels, von Noam Sheriff. Der heute 80-jährige Sheriff ist als Komponist, Dirigent und Arrangeur einer der berühmtesten israelischen Musiker. Zurzeit leitet er das Haifa Symphony Orchestra.

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