Viele Arbeitgeber bieten Corona-Schnelltests an

Sicher ist sicher

Ein medizinischer Facharbeiter macht einen Corona-Schnelltest bei einem Mann.
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Medizinisches Fachpersonal kümmert sich bei Vilsa-Brunnen um die Schnelltests: Hier testet Clemens Stuckenberg (links) Personalleiter Armin Baust.

Gehören Corona Schnelltests schon zur neuen Normalität? Die Kreiszeitung fragte bei einigen Arbeitgebern in der Samtgemeinde Bruchhausen-Vilsen nach.

Samtgemeinde – Wenn die Schüler heute nach den Osterferien wieder vor ihrer Schultür stehen, müssen sie einen negativen Corona-Antigen-Selbsttest vorweisen können. Verpflichtend müssen sie diesen Selbsttest zu Hause vorgenommen haben – so sie denn schon ein Test-Kit von ihrer Schule erhalten haben. Bei zahlreichen Schulen im Landkreis Diepholz ist der heutige Tag zunächst als Abholtag für die Test-Kits vorgesehen. Was aber passiert in den Unternehmen in der Region?

„Das ist bei uns dreigeteilt“, sagt Bernd Bormann. Der Samtgemeindebürgermeister ist Chef von 230 Mitarbeitern, die in unterschiedlichen Feldern tätig sind. Bei all jenen, die in den Schulen beschäftigt seien, greife die Testpflicht: „Dort gilt für mein Personal, was auch für das Personal des Landes gilt.“ Anders sei es in den kommunalen Kindergärten: Dort testet derzeit ein Team des Deutschen Roten Kreuzes (DRK) alle Beschäftigten einmal pro Woche – „allerdings auf freiwilliger Basis“, sagt Bormann. Demnächst laufe die Kooperation mit dem DRK aus, dann biete die Samtgemeinde Selbsttests an. So ist es auch bei den Rathaus-Mitarbeitern, die nach Möglichkeit immer zum Schichtwechsel am Dienstag ihren Test vornehmen sollten – ebenfalls freiwillig, versteht sich. „Es wäre gut, klare Vorgaben zu haben, die deutschlandweit gelten“, findet Bernd Bormann, der das Testen als eine von mehreren geeigneten Maßnahmen zur Bekämpfung der Pandemie sieht: „Wir Arbeitgeber sind die letzten, die das nicht anbieten würden.“

Bei Vilsa-Brunnen, dem größten Unternehmen in der Samtgemeinde, gibt es seit Kurzem für alle Beschäftigten einmal pro Woche die Möglichkeit, einen Schnelltest von versiertem Fachpersonal vornehmen zu lassen. Dafür hat das Unternehmen Clemens Stuckenberg und sein Team vom Erste-Hilfe-Schulungszentrum Göttingen engagiert. „Wir sind in der Anwendung gelernt“, sagt Clemens Stuckenberg, der selbst bis jetzt mehr als 2 000 Tests vorgenommen hat. Nach dem Test stellt er den Mitarbeitern auf Wunsch ein Zertifikat über ihr negatives Ergebnis aus, das sie zum Beispiel bei Hotelaufenthalten im Rahmen einer Dienstreise oder auch beim Altersheimbesuch ihrer Angehörigen vorlegen müssen. Klar ist aber auch: „Dieses Zertifikat hat nur eine Gültigkeit von 24 Stunden“, so Clemens Stuckenberg. Das Angebot werde bei Vilsa-Brunnen gut angenommen, sagt Armin Baust, Personalleiter und Pandemiemanager. „Die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter machen mit.“ Dass das Unternehmen Schnelltests einsetze, sei selbstverständlich, so Armin Baust. „Wir gehören schließlich zur kritischen Infrastruktur und müssen die Betriebssicherheit gewährleisten.“ Mehrere Hundert Schnelltests seien von Clemens Stuckenberg bei Vilsa-Brunnen bereits vorgenommen worden. Mit rund 2 500 Tests pro Monat kalkuliert das Unternehmen aktuell.

Auch in den Handwerksbetrieben der Region ist das Testen ein Thema: „Wir haben Selbsttests für unsere Mitarbeiter geordert, die sie einmal in der Woche machen können, bevor sie zur Arbeit gehen“, sagt Urte Meyer von der Firma Grieme Haustechnik aus Oiste und Martfeld. Ein Hygienekonzept hat das Unternehmen bereits lange, setzt auf die Trennung der Gewerke und eine Maskenpflicht in der Werkstatt. Da ihre Mitarbeiter aber auch von Haus zu Haus gingen, sei eine zusätzliche Absicherung durch Tests sinnvoll. Aber: „Das läuft alles auf Eigeninitiative“, sagt Urte Meyer, die sich auch mehr Vorgaben wünschen würde, statt nach Gutdünken handeln zu müssen.

Bei Harald Kusserow vom Kusserow Garten- und Landschaftsbau sei das Testen aktuell noch kein Thema, „einfach, weil auch die Verfügbarkeit der Tests nicht gegeben ist“, sagt der Firmen-Inhaber. Der Vorteil für ihn und seine 20 Beschäftigten sei, dass sie überwiegend an der frischen Luft arbeiteten und wenig Kontakt mit anderen Personen hätten. „Und im Auto tragen alle Mitarbeiter medizinische Masken“, sagt Harald Kusserow.

Dreimal pro Woche bietet Günter Schweers von Taxi Schweers in Bruchmühlen seinen Beschäftigten Selbsttests an. „Das ist keine Verpflichtung, aber es hilft und bringt Stabilität rein.“ Er halte die Tests für ein probates Mittel, um Infektionen besser zu erkennen, auch wenn das immer nur eine Momentaufnahme sei. „Wir leben eben in einer Pandemie und lernen schnell dazu“, sagt der Unternehmer.

Bei seiner Kollegin Berit Kirschner von „Omnibus + Taxi W. Kirschner“ in Martfeld stehen ebenfalls Schnelltests bereit, die sie ihren Mitarbeitern anbietet. Auch wenn das Thema Testen einen zusätzlichen finanziellen Aufwand bedeute, unterstreicht sie: „Sicherheit geht vor.“

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